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03.01.1997 - 

Kommentar

Der Schatten der Handies

Auf Feld und Wiese, im Auto oder im Flughafen, im Café oder im Fahrstuhl - wichtige Leute sind heute immer und überall erreichbar. Die Manager und dynamischen jungen Menschen auf der Straße mit dem Handy am Ohr verkörpern und unterstreichen den durchgreifenden Erfolg sowie das rasante Wachstum der GSM-Netze.

Diese Omnipräsenz der Handtelefone ist jedoch nicht nur ein Ergebnis der standardisierten Technik und des teuren Werbefeldzugs der Anbieter. Der Erfolg war zumindest in Deutschland politisch gewollt, denn die Machthaber in Bonn konnten es sich kaum erlauben, den ersten zaghaften Versuch eines liberalisierten TK-Markts mit einer Pleite zu beginnen. Um das Geschäft mit Konkurrenz zu beleben, öffneten sie dem ersten Telekom-Mitbewerber Mannesmann, etwa bei den Bedingungen zur Nutzung vorhandener Leitungen, Tore, durch die sie die folgenden Neueinsteiger in anderen Märkten nicht ohne weiteres passieren ließen.

Der Erfolg des europäischen Standards GSM in Deutschland, Europa und der Welt ist erfreulich, aber auch erschreckend. Gut ist die Durchdringung bis in den asiatischen Markt, weil die Europäer endlich wieder eine Zukunftstechnologie als Weltstandard etablieren konnten.

Bedrohlich wirken die Handy-Netze, weil sie die Wahlmöglichkeiten einzuschränken drohen. Die Anbieter arbeiten derzeit daran, die sprachoptimierten Verfahren um Datenfunk-Features aufzubessern, um sich so neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Doch die Handy-Netze werden nicht wegen ihrer Funktionsvielfalt in neue und heute von anderen Diensten besetzten Märkten vordringen, sondern weil die Betreiber mit den Erträgen aus dem Massengeschäft Marketing-Feldzüge in anderen Märkten subventionieren könnten. So droht die mobile Kommunikation zu einem dauerhaften Provisorium zu werden. jha