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24.05.1996 - 

Speichern und Archivieren/Wohin mit den Backups?

Der sicherste Ort ist nicht der Safe in der eigenen Firma

Feuer! Nichts wie weg! Nur gut, daß die Daten regelmäßig gesichert wurden und die Backups im Safe liegen. Sie werden den Brand heil überstehen. Doch am nächsten Tag hat die Feuerwehr das gesamte Gelände abgesperrt, die feuerpolizeilichen Ermittlungen werden noch mindestens sechs Tage andauern. Und wie kommt man jetzt an die Datenträger?

Ein Einzelfall, übertrieben? Das kann uns doch nicht passieren! - Stimmt nicht. Laut Statistik entsteht in Deutschland alle vier Minuten ein Gebäudebrand. Die Folge sind zirka 135000 dieserart zerstörte Häuser pro Jahr. Etwa ein Drittel davon betreffen Industrieanlagen oder gewerbliche Einrichtungen.

Aber auch andere Zwischenfälle haben ähnlich katastrophale Auswirkungen: Einbruch und Diebstahl, Wasserschäden, Systemdefekte oder Sabotage. Die Folgen dieser Ereignisse werden meist unterschätzt. Wenn Daten für die laufende Produktion verlorengehen, trifft dies ein Unternehmen besonders hart. Jede Stunde Produktionsausfall kann dann mehr als eine Million Mark kosten. Das verhängnisvolle ist, daß zirka 40 Prozent der betroffenen Betriebe lange lahmgelegt sind.

Die Versicherung ersetzt allenfalls den Sachschaden, nicht aber Schäden, die durch den Verlust von Programmcode, Kunden- und Interessentendaten, Lieferanten, Marketing-Informationen oder wichtigen Dokumenten, die elektronisch gespeichert wurden, entstehen. Zahlen belegen, daß die Neuerfassung solcher Daten zirka 1930 Mark pro Megabyte kostet. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger die Rekonstruktion der verlorengegangenen oder verfälschten Daten gegebenenfalls wäre, desto sicherer muß ihre Aufbewahrung sein.

Um einen eventuellen Datenverlust zu vermeiden, bedienen sich viele Unternehmen bei Wochen- oder Tagessicherungen folgender Methode: Die erste Sicherungskopie kommt in den Safe. Außerdem erhält der DV-Leiter (oder sein Vertreter) ein zweites Duplikat. Dieses bewahrt er bis zur nächsten Sicherung auf - nicht selten im Auto oder daheim.

Unter Sicherheitsaspekten ist ein solches Vorgehen überaus bedenklich. Denn die Sicherung kann leicht verlorengehen oder gestohlen werden. Auch rechtliche Gründe sprechen dagegen: Das Bundesdatenschutzgesetz schreibt nämlich eine sichere und vertrauliche Handhabung von personenbezogenen Daten zwingend vor.

Auch die Auslagerung im Schließfach einer Bank bietet nur begrenzte Sicherheit und erfüllt die Anforderungen an ein externes Datenträgerlager nur zum Teil. Denn der Bankkunde kommt an die Daten nur während der üblichen Öffnungszeiten heran. Im Falle eines Falles braucht man die Sicherungskopien aber sofort, ungeachtet der Tages- oder Nachtzeit, an jedem Wochentag, an Sonn- und Feiertagen.

Die sicherste Lösung ist eine andere externe Datenträgerlagerung. Drei Alternativen stehen hier zur Auswahl: Entweder bewahrt man Datenträger in einem speziellen Raum, baulich und brandtechnisch vom restlichen Unternehmen getrennt auf. Oder die Sicherung erfolgt über eine Online-Verbindung in einem externen Rechenzentrum oder an einem anderen Ort im eigenen Konzern. Die dritte Variante besteht darin, Backups in einem externen, professionell betriebenen Datenträgerarchiv zu lagern - aufgrund der hohen Anforderungen auch Katastrophenlager genannt.

Die letzte Lösung ist die sicherste und auch aus Kostengründen interessant. Wie bei nahezu allen Outsourcing-Lösungen ist die Abhängigkeit vom Dienstleister der einzige Nachteil. Dafür bringt sie einige Vorteile:

-Sie spart Kosten für Investitionen in Raum, Technik und Handling.

-Die Menge und Häufigkeit des Datenträgeraustauschs läßt sich flexibel festlegen.

-Sie bindet kein eigenes Personal.

-Und sie bietet Budgetsicherheit: Die Kosten bleiben durch Festpreise klar kalkulierbar.

Selbstverständlichkeiten sind dabei eine Klimatisierung der Räume sowie ein effektiver Schutz vor Einbrüchen. Die Verwaltung der Datenträger sollte durch ein komfortables DV-System realisiert sein, damit Verwechslungen ausgeschlossen sind.

Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen über eine Notfallplanung und ein Sicherheitskonzept verfügen. Hier ist beispielsweise festgelegt, auf welches Rechenzentrum im Notfall ausgewichen wird, um dort die Arbeit wieder aufnehmen zu können.

Eine regelmäßige Datensicherung ist eine Voraussetzung zur Sicherheit im Rechenzentrum sowie für das Unternehmen überhaupt. Die Lagerung der Datenträger ist aber ebenso wichtig, und die Folgen von Notfällen und Katastrophen dürfen nicht unterschätzt werden. Da die Lagerung in den eigenen Räumen zu viele Risiken birgt, sollten Sie Ihre Datenträger bei einem spezialisierten Dienstleister extern lagern.

Kurz & bündig

Meist lagern Backup-Datenträger scheinbar sicher im Unternehmenssafe. Nach einem Brand beispielsweise ist das Firmengelände jedoch oft für viele Tage gesperrt, die Daten sind also nicht greifbar - falls sie die Katastrophe überhaupt unbeschadet überstanden haben. Die Folgen eines Feuers oder anderer Notfälle wie Einbrüche und Diebstähle, Sabotage oder Wasserschäden werden häufig unterschätzt. Wer diese Risiken verringern möchte, muß Datenträger extern lagern. Der richtige Dienstleister sollte aber gewisse Anforderungen erfüllen.

*Ronald Baranowski ist Assistent der Geschäftsleitung der Hessischen Bewachungs Institut GmbH (HBI) in Offenbach.