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23.04.1982 - 

Viele "Ein-Mann-Unternehmen" sterben:

Der Software-Kuchen wird kleiner

BASEL (sg) - Tönte es, was die Umsatzerwartungen für 1982 anging, noch zu Beginn dieses Jahres aus der EDV-Beratungs- und -Software-Ecke eher optimistisch, so hat sich dieses Bild nach nur drei Monaten schon gewandelt.

Das für die EDV-Branche alles in allem als Boomjahr zu wertende Geschäftsjahr 1981 mag manch optimistischen Blick in die Zukunft genährt haben.

Mittlerweile hat sich in Anbetracht einer spürbaren Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage vielerorts Ernüchterung eingestellt. Mancher aus dem Kreis der "Ein-Mann-Unternehmungen", derer es in der Schweiz viele gibt, hat auch schon wieder die Flinte ins Korn geworfen.

Doch auch die größeren Unternehmen der EDV-Dienstleistungs-Branche, worunter solche mit einem Personalstamm von 15 bis 30 Personen zu zählen wären, merken, daß der Software-Kuchen, den es in der Schweiz noch zu verteilen gibt, kleiner und immer kleiner wird. Denn größere neue Projekte sind Mangelware geworden und kleinere werfen kaum genug ab, um alle Mitarbeiter noch kostendeckend zu beschäftigen.

Der Wunsch der Anwender, zum Beispiel durch vermehrte Nutzung von Standard-Softwarepaketen beziehungsweise Verwendung von Software-Tools notwendig werdende Investitionen im Softwarebereich auch kostenmäßig in erträglichen Grenzen zu halten, stellt manchen der Anbieter vor ein weiteres, von vielen bislang nur unzureichend beachtetes Problem. Nämlich das, daß von der Lösung der Fragen bezüglich des Einsatzes von Standard-Software auch der zumeist lukrativere Teil der Individual-Software abhängt.

Wer also keine Standard-Software anzubieten vermag, sieht sich zunehmend off-site gestellt. Und schon spricht man davon, sich in Bezug auf die Programmierkapazitäten zu redimensionieren. Obwohl es wichtiger wäre, die momentan überschüssigen Kapazitäten in die Entwicklung von Standard-Software zu stecken. Was schon deswegen nicht überall möglich sein dürfte, weil die nötigen Mittel fehlen.

Steht also die Stunde der Bewährung für die EDV-Dienstleistungs-Branche vor der Tür? Für manche sicher, für viele noch nicht. Denn noch sind die Auftragsbücher nahezu randvoll. Wenigstens für die allernächste Zeit. Aber ob dieses Auftragspolster auch noch für alle über den Sommer hinaus reicht, ist schon fraglich.