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Kolumne

"Der Spagat gehört zum Pflichtprogramm"

06.12.1996

DV-Projekte dauern zu lange, überschreiten die Budgets und bringen oft nicht die versprochenen Verbesserungen. Allzu häufig scheitern sie komplett.

Das rasante Fortschreiten der Technologie ist dabei sicher ein Faktor, der viele DV-Projekte im Ergebnis mager aussehen läßt. So erscheint beispielsweise eine vor zwei Jahren begonnene Umstellung der Mainframe-DV auf eine Two- oder Three-tier Client-Server-Architektur in Zeiten von Intranets und damit möglichen N-tier-Lösungen heute als zuwenig skalierbar, unflexibel und veraltet.

Der technologische Fortschritt ist jedoch nur ein Aspekt. Zum Mißerfolg trägt auch die seit Jahren kritisierte, aber noch nicht behobene Sprachverwirrung zwischen Business- und IT-Management bei. Wenn die einen in Unkenntnis der Alltagsschwierigkeiten und Zwänge den Projektaufwand unterschätzen und die anderen technikverliebt die Unternehmensziele aus dem Auge verlieren, kommt es immer wieder zu Mißverständnissen und zu ungenau definierten Projektzielen. Daraus wiederum folgen zu niedrig angesetzte Kosten- und Zeitbudgets.

Schließlich scheitern Projekte auch an zu hohem Anspruch und der damit einhergehenden Komplexität. So versuchen Berichten der Gartner Group zufolge viele Anwender, die Lösung des Jahr-2000-Problems mit einer generellen Modernisierung ihrer DV-Landschaft zu verbinden. Da geht es nicht mehr nur um Datumsfelder, sondern gleichzeitig sollen hierarchische Datenbanken durch relationale oder gar objektorientierte abgelöst werden, Teile der Hardware dürften ebenso entsorgt wie etliche alte Applikationszöpfe abgeschnitten werden.

Zu diesen internen Erschwernissen kommen äußere Unwägbarkeiten wie fehlende oder mangelnde Unterstützung seitens der Lieferanten und Integrationspartner.

Außerdem scheint es, daß nur turnbegabte DV-Manager Projekte erfolgreich meistern können. Der Spagat gehört dabei zum Pflichtprogramm: Auf der einen Seite heißt es für Projektverantwortliche, an dem einmal gewählten Weg festzuhalten und sich nicht von den täglichen "Revolutionen" verrückt machen zu lassen. Andererseits müssen die Beteiligten flexibel genug sein, um essentielle technische Fortschritte zu erkennen und in das Projekt einfließen zu lassen - damit am Ende nicht alle alt aussehen.