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24.10.1997 - 

Sun reicht weitere Klage nach

Der Streit um Java eskaliert zur PR-Schlacht

Sun präsentierte auf einer Web-Site eine eindrucksvolle Liste von Unterstützungserklärungen für "100% Pure Java". Zu den Verfechtern eines einheitlichen Standards zählten nicht nur Alliierte wie IBM, Oracle und Net- scape, sondern auch HP, Informix oder SCO. Für zusätzlichen Wirbel sorgte der Java-Erfinder, indem er eine weitere Klage gegen Redmond nachschob. Sun verlangt darin 35 Millionen Dollar Schadensersatz, weil Microsoft entgegen dem Lizenzvertrag den Java-Quellcode auf der eigenen Homepage zugänglich gemacht habe.

Die Gates-Company bekräftigte ihre Position, wonach sie nicht zur Auslieferung aller Java-Komponenten verpflichtet sei, und bezeichnete die eigene Java-Implementierung als die beste, die derzeit existiere. Der Desktop-Monopolist fühlte sich ungerecht behandelt, weil auch Netscapes "Communicator" nicht mit dem Java Development Kit (JDK) 1.1 kompatibel sei. Sun wies allerdings darauf hin, daß die Internet-Company im Gegensatz zu Microsoft nie die Plattformunabhängigkeit von Java in Frage gestellt habe und volle Übereinstimmung mit der neuesten Java-Version in Aussicht stellt.

Die schleppende Fertigstellung einer JDK-1.1-konformen Java Virtual Machine (JVM) durch Netscape bringt die Herstellerallianz rund um die Sun-Technologie in eine schlechte Position. Sun empfiehlt zwar Java-Anwendern offiziell den "Navigator", dieser ist aber mehr als ein halbes Jahr nach Freigabe der neuesten Java-Version immer noch nicht auf der Höhe der Zeit.

Ungeachtet dieses Problems hat Sun seit dem Einreichen der Klage Microsoft von der Versorgung mit neuer Java-Technologie abgeschnitten. Redmond wird deshalb keinen Zugang zum JDK 1.2 haben, das Anfang nächsten Jahres erscheinen soll. Auch die Vorabversion der "Hotspot"-Technologie zur beschleunigten Ausführung von Anwendungen bleibt Microsoft versagt.

Für Anwender hat die Auseinandersetzung um Java vorerst geringere Folgen als erwartet. Die von Microsoft nicht unterstützten APIs, die Remote Method Invocation (RMI) und das Java Native Interface (JNI) haben in der Praxis keine allzu große Bedeutung. Sun empfiehlt ohnehin, für die Kommunikation verteilter Anwendungen von RMI auf Corba-Technologie auszuweichen und Java-IDL zu nutzen.

Größere Hürden stellen für Entwickler die Microsoft-Manipulationen der Kern-API dar. Dort kommt es darauf an, keine der Windows-spezifischen Methoden und Variablen in Anspruch zu nehmen, um plattformneutrale Applikationen erstellen zu können. Eine detaillierte Übersicht über Microsofts proprietäre Erweiterungen bietet die CW-Schwesterpublikation "Java World" unter " http://www.javaworld.com/javaworld/jw-11-1997/jw-11-pitfalls.html".