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19.09.1980 - 

Minis überwachen norwegisches Fernmeldenetz:

Der Techniker kann zu Hause bleiben

WIESBADEN (pi) - Erweiterungspläne für die Überwachung des Fernmeldenetzes hegt das norwegische (Televerket) Fernmeldeamt. Sieben Nord-100-Rechner des norwegischen Herstellers Norsk Data sind bereits im Einsatz, weitere 20 sollen in den Remote-Maintenance-Zentren hinzukommen.

Begründet wird diese Automation durch Faktoren wie

- wachsende Komplexität der Übertretgungsanlagen,

- Zentralisierung des technischen Dienstes,

- und nicht zuletzt die geographischen Gegebenheiten Norwegens.

Das Land ist in 27 Fernmeldebezirke aufgeteilt. Gegen Ende 1981 soll jeder Bezirk sein eigenes Remote-Maintenance-Zentrum haben und die unterstellten Betriebszonen sowie ihren Datenaustausch und ihre Verbindungsnetze überwachen. In jedem der folgenden Monate wird jeweils ein neues Remote-Maintenance-Zentrum in den Dienst genommen. Parallel dazu wird zur Aufnahme des Zentrumsbetriebs ein weiterer Nord-Rechner installiert. Diese Rechner sind das Herz des Überwachungssystems. Jeder von ihnen liefert Informationen über die technische Qualität der Fermeldeeinrichtungen.

Televerket möchte vor allem eine gesteuerte Bedarfswartung einführen, was eine ständige technische Überwachung erforderlich macht. Solange keine Störung in der Fernmeldeeinrichtung vorliegt, sind keine Aktivitäten von Seiten des Service erforderlich. Fällt jedoch die Qualität unter das zulässige Niveau, gibt das Überwachungssystem eine Warnmeldung aus. Alle 20 Sekunden fragt der Rechner seine Betriebszone ab, ob sich dort irgendwelche Störungen im Netzwerk und im Informationsaustausch ergeben haben. Wird ein Fehler an des System gemeldet, so erhält der Nord-Rechner zusätzliche Informationen, welche er zur Analyse benötigt. Bestätigt sich nach dieser Analyse der Fehler als "beständig und wahr", so wird Fehlerart und Ursache vom System bestimmt und mittels eines Terminals dem Wartungspersonal mitgeteilt. Neben den Fehlermeldungen im eigenen Bereich werden auch wichtige Fehlermeldungen anderer Bereiche aufgezeichnet.

Unpassierbare Straßen

Nach Ansicht von Jarle Strand, Ingenieur im Fernmeldewesen und verantwortlich für dieses Großprojekt, wird die Früherkennung von Schwachstellen wesentlich verbessert. So können Fehler behoben werden, noch bevor es zu Ausfällen kommt. Dies wiederum bedeutet bessere Arbeitsbedingungen für die Techniker und einen wirtschaftlicheren Einsatz ihrer Fachkenntnisse.

Der Zeitaufwand für An- und Abreise der Techniker zu den Fehlerstellen, bedingt durch die geographischen Gegebenheiten, ist in Norwegen sehr groß. Das Reisen ist hier nur unter anstrengenden Bedingungen möglich.

In Zukunft werden die Nord-Rechner die Techniker mit allen erforderlichen Informationen versorgen, so daß ihre Reisen sowohl gut geplant als auch gut vorbereitet sind. Dazu kommt, daß Routinebesuche bei unbemannten Stationen weitgehend entfallen, da eine der Hauptaufgaben des Alarm- und Steuersystems die Übertragung der Warnmeldungen von unbemannten zu bemannten Stationen sowie auch die Steuerung und Übertragung der Befehle von bemannten zu unbemannten Stationen sein wird.

Techniker zu Hause

Die Remote-Maintenance-Zentren werden nicht mehr rund um die Uhr besetzt sein. Während des Bereitschaftsdienstes kann der Techniker zu Hause bleiben. Im Fehlerfalle wird er telefonisch gerufen. Er erhält mittels eines Akustik-Kopplers und eines Druckers alle notwendigen Informationen vom Nord-Rechner. Der Techniker kann nun entscheiden, ob er den aufgetretenen Fehler sofort oder erst am nächsten Morgen behebt.

Das Alarm- und Steuersystem besteht aus den vier Hauptteilen:

- Kontrollzentrum mit dem Nord-100-Computer

- Software für dieses Zentrum

- Terminals in den Betriebszonen - sowie Außenstationen.

Warnmeldungen werden vom Nord-100-Rechner verarbeitet und an die peripheren Geräte weitergleitet. Jedes System besteht aus einem 256 KByte Speicher, 2 x 75 MB Plattenspeicher, 2 Konsolterminals, Protokoll-Schnelldrucker sowie einem semigraphischen Farbbildschirmgerät. Die gegenwärtige, überwiegend in Fortran geschriebene Software verarbeitet Informationen, gibt Bedienernachrichten an die Terminals, erstellt Statistiken und unterstützt das Bildschirmsystem.

Das Telefonnetz von Stavanger wird seit 1976 auf diese Weise überwacht. Das neue System bringt für die Fernsprechteilnehmer keine direkt sichtbare Auswirkung, aber sie werden indirekt von dieser Großinvestition durch höhere Zuverlässigkeit verbesserte Leistungsfähigkeit und dadurch wiederum besseren Service profitieren.

Informationen: Norsk Data Deutschland GmbH, Abraham-Lincoln-Str. 30, 6200 Wiesbaden, Tel.: 0 61 21/764-1.