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16.05.2006

Der Telekom drohen die Deiche zu brechen

Zehn Jahre nach der Marktöffnung laufen dem Bonner Carrier die Festnetzkunden in Scharen davon.

Der regulatorisch verordnete Wettbewerb bringt die Deutsche Telekom zunehmend in Bedrängnis. Den Ausführungen von Konzernchef Kai-Uwe Ricke zufolge hat die Telekom im ersten Quartal 2006 etwa eine halbe Million Festnetzanschlüsse an Konkurrenten verloren, die mit Kombiangeboten aus Breitbandzugang und Internet-Telefonie lockten. Auf den einzelnen Monat umgerechnet beträgt der Schwund mehr als 160000 Anschlüsse - der Vorjahresschnitt hatte bei rund 100000 Kündigungen pro Monat gelegen. Mit einem Einnahmenrückgang um fast sechs Prozent auf 5,9 Milliarden Euro machte sich der gestiegene Konkurrenzdruck bei der T-Com, die das Festnetz- und Breitbandgeschäft der Telekom umfasst, deutlich bemerkbar.

Deutsche Telekom

Q1/05 Q1/06

Umsatz 14,29 14,84

Ergebnis 0,94 1,08

Angaben in Milliarden Euro

T-Mobile wächst - im Ausland

Im Gegensatz dazu kletterte der Umsatz im Mobilfunkgeschäft um zwölf Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Den Zuwachs verdankt T-Mobile aber in erster Linie der rasant wachsende US-Tochter, die ihre Kundenbasis im Auftaktquartal um 1,04 Millionen steigerte. Hierzulande gewann die Telekom 284000 neue Mobilfunkkunden hinzu, das sind deutlich weniger als die Konkurrenten E-Plus und O2 verzeichneten. Preisverfall und die Senkung der Terminierungsentgelte führten im Inlandsgeschäft von T-Mobile zudem zu einem Umsatzrückgang von 3,4 Prozent.

Nicht unproblematisch verlief auch das Geschäft von T-Systems: Die Einnahmen der Geschäftskundensparte schrumpften gegenüber dem Vorjahr um mehr als drei Prozent auf 3,01 Milliarden Euro. Als Hauptgrund für den Rückgang nannte Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick die um 4,8 Prozent gesunkenen Einnahmen mit Top-60-Kunden, was wiederum mit den stark sinkenden Preisen für Desktop- und TK-Services zusammenhänge. Obwohl das Geschäft mit mittelständischen Kunden wesentlich besser lief, beruhte das dort registrierte Umsatzwachstum ausschließlich auf einem kräftigen Einnahmeplus mit IT-Diensten, während das klassische Geschäft mit TK-Services auch hier schrumpfte.

Als Zeichen für die wachsende Bedeutung von T-Mobile hob die Telekom nun die Umsatzerwartung für den Mobilfunkbereich um eine Milliarde Euro auf 23,3 Milliarden Euro an. Der Bonner Konzern glich damit die schwächere Prognose für T-Com aus, so dass unter dem Strich weiterhin 62,7 Milliarden Euro Umsatz angepeilt werden. Auch der bislang in Aussicht gestellte operative Gewinn (Ebitda) von bis zu 20,7 Milliarden Euro wurde bestätigt. Bis dato hat die Telekom davon mit einem Ebitda von knapp fünf Milliarden Euro fast ein Viertel eingefahren.

Gewinnplus dank Sondereffekten

Beim Überschuss verzeichnete Europas größter Telekomkonzern im Berichtsquartal einen Zuwachs von 0,98 Milliarden im Vorjahr auf 1,08 Milliarden Euro. Das Gewinnplus wurde allerdings von Erlösen aus Immobilienverkäufen und der Auflösung von Rückstellungen getragen. Diese Sondereffekte ausgeklammert, wäre der Profit um 1,3 Prozent gesunken. (mb)