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11.02.1977

Der Timesharing-Markt in Deutschland

Der Timesharing-Markt ist auch hierzulande in Bewegung geraten. Etablierte Anbieter erweitern ihre Dienstleistungspalette, bauen bestehende Kommunikationsnetze aus; neue Firmen treten auf den Plan. So sind mit der Computer Sciences International Deutschland GmbH CSID (Infonet) und der Taylorix-Tymshare GmbH (Tymnet) seit dem letzten Jahr zwei weitere ernsthafte Konkurrenten für Honeywell Informations Service (Mark III), Control Data (Scope, Kronos) und IBM (Call) auf dem deutschen Markt vertreten. Und HIS eröffnete gerade erst in Amsterdam das erste MARK III- Rechenzentrum außerhalb den Vereinigten Staaten (siehe auch Seite 1). Der schon lange vorausgesagte Timesharing-Boom bricht aus - sollte man meinen. Woran es indes fehlt, ist Transparenz. Weshalb wir - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - den Versuch unternommen haben, das Preisgebaren der wichtigsten Anbieter unter die Lupe zu nehmen. Zugegeben: Was die CPU-Minute, die Anschalt-Minute kostet, ist für sich allein nicht aussagekräftig genug. Weil nämlich auf ganz unterschiedlichen Anlagen gerechnet wird, in ganz unterschiedlichen Anwendungsprogrammen, unterstützt von ganz unterschiedlichen Betriebssystemen. Um zu wissen, was ein Angebot wirklich "wert" ist, müssen ganz sicher Benchmarks gefahren werden. Was jedoch nicht grundsätzlich dagegen spricht, einmal die "Eintrittsgebühren" zu vergleichen und dergleichen mehr. Eine erste Entscheidungshilfe dürfte damit allemal gegeben sein - ob dies allerdings für eine Auswahl des geeigneten Anbieters ausreicht, sollte der Anwender selbst entscheiden.

Der allerdings von "Timesharing Intimkennern" keine besonders guten Noten bekommt. Dazu CSID-Verkaufsleiter Heinz Weiner: "Die meisten EDV-Leiter sind in dieser Beziehung taub auf den Ohren, und die eigentlichen, "Timesharing-Nutznießer", die Fachbereichsleiter, können nicht formulieren, was sie tatsächlich brauchen." So würde nach wie vor die "Mittlere Datentechnik" als Alternative angesehen und die "Gebührenpolitik der Deutschen Bundespost" als ein "vorgeschobenes Argument gegen Timesharing benutzt" (Weiner). Was bei uns immer noch als "Bremse" für eine ungehemmte Entwicklung der Datenfernverarbeitung wirkt, ist für Weiner eher ein Vorteil: "Die Amerikaner beneiden uns inzwischen um eine Institution wie die Bundespost." Da wisse man wenigstens, woran man ist. Womit - so Weiner - der wohl wichtigste Timesharing-Vorteil genannt ist: "Der Anwender zahlt nur die eigenen Ressourcen." Noch habe sich das reine Wirtschaftlichkeitsdenken jedoch nicht von durchgesetzt: "Wir sind bereit, mit der Stange im Nebel herumzustochern."

Bezeichnend, daß IBM keine Preisangaben machen wollte (siehe Tabelle). Honni soit qui mal y pense.