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11.10.1996 - 

Interview

Der Trend geht zu Switch-basierten Netzen

CW: 3Com erzielt Jahr für Jahr Spitzenergebnisse. Was ist die Cash-cow Ihres Unternehmens?

Benhamou: Wir haben sowohl im Systemgeschäft als auch mit dem Verkauf von Netzkarten gut verdient. Im letzten Quartal waren jedoch die Netzadapter der Kassenfüller. Den Grund hierfür sehe ich in unserer neuen Etherlink-Familie, die 10- und 100-Mbit/s- Netze unterstützt. Aber das Systemgeschäft braucht sich deshalb nicht verstecken, denn normalerweise erzielen wir hier einen höheren Umsatz als mit Netzkarten.

CW: Apropos Erfolgsfaktoren. Warum splitten Sie Ihr Unternehmen in zwei Bereiche auf?

Benhamou: Der Hauptgrund hierfür ist, daß sich unser Geschäft um zwei Expertise-Zentren entwickelt hat, die sehr verschiedene Fähigkeiten erfordern. Während wir mit der Product-Division die Endanwender ansprechen, wollen wir mit der Systems-Division unter anderem die Integration unserer Produkte sicherstellen. Und der Anwender soll letztlich eine zentrale Anlaufstelle haben, so daß er nicht mehr mit zig Abteilungen sprechen muß, um sich über unsere Zukunftspläne zu informieren. Darüber hinaus ist ab einer gewissen Unternehmensgröße eine zentrale Koordination wichtig, denn ansonsten machen Sie zwar alles zufriedenstellend, werden aber nie in irgendeinem Bereich zur Spitze gehören.

CW: Sie sprechen von der Zukunft, wohin entwickelt sich der Netzmarkt?

Benhamou: Nach meiner Einschätzung wird der Markt in den nächsten drei Jahren um 40 Prozent wachsen. Aber viel wichtiger ist die Umwandlung der bisherigen Netze in Switching-basierte Infrastrukturen. Eine Entwicklung, die sowohl das LAN wie auch das WAN betrifft. Mit der daraus resultierenden höheren Bandbreite schaffen wir die Voraussetzung für Multimedia-Netze. Ein anderer interessanter Bereich ist der Fernzugriff.

CW: Switching als die kommende Technologie - wo bleiben Router- Stars wie Cisco?

Benhamou: Sie werden wohl ihr Geschäft komplett umstellen müssen, da Routing in Zukunft eine andere Rolle hat. Das Routing an sich ist zwar immer noch wichtig, aber es kann als eine Funktion in den Switch integriert werden. Diese Entwicklung zwingt die entsprechenden Unternehmen wohl dazu, ihre Produktstrategie zu überdenken.

CW: Stichwort Routing. Alle reden derzeit vom Internet, warum ist von 3Com so wenig zu hören?

Benhamou: Das ist ein großer Trend und einer der Wachstumsfaktoren unserer Branche. Insgesamt halte ich aber die Intranets, die in den Unternehmen wachsen, für interessanter, aus diesem Sektor kommen künftig die Impulse. Zumal sich das Internet in den nächsten Jahren dramatisch ändern muß, da es bereits weitgehend ausgelastet ist und zunehmend an ernsthaften Performance-Problemen leidet. Schwierigkeiten, die nur zu lösen sind, wenn wir das Internet im Kern überdenken. Dazu gehört auch der Umbau zu einer geswitchten Infrastruktur, da das Router-basierte Netz den Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Insgesamt gibt es aber um dieses Thema zuviel Hype, deshalb spreche ich nicht von 3Com als Internet-Firma, sondern sehe uns als Networking-Company.

CW: Im Gegensatz zu den Konkurrenten aus dem Netzwerklager agiert 3Com eher ruhig im Hintergrund. Warum die Bescheidenheit in Sachen Marketing?

Benhamou: An dieser Zurückhaltung, die uns früher kennzeichnete, hat sich mittlerweile einiges geändert. Unsere wahre Stärke liegt jedoch woanders. Ihre Schwesterzeitschrift "Computerworld" veranstaltete in den USA eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit: Wir belegten dort den Spitzenplatz vor Cisco und anderen. Ihr Kollege kam zu dem Schluß, daß 3Com keinen Hype um seine Produkte erzeuge, sondern einfach ausliefere, was zuvor angekündigt worden sei. Das beschreibt unsere Unternehmensphilosophie sehr gut.

CW: Wo sehen Sie sonst noch Besonderheiten in Ihrer Unternehmenskultur?

Benhamou: 3Com hat eine offenere Kultur als die meisten anderen Unternehmen. Wir haben uns immer nach den Industriestandards gerichtet. So arbeitet unser Unternehmen aktiv an der Entwicklung und Standardisierung von Gigabit Ethernet wie bereits bei Fast Ethernet. Ebenso basieren unsere WAN-Produkte auf offene Standards. Das dürfte der größte Unterschied zu unseren Wettbewerbern sein.