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09.03.1984 - 

PBX und LAN konkurrieren nicht auf ewig:

Der Trend weist eher in Richtung Integration

Der Übergang in die integrierte Informationsverarbeitung und -vermittlung findet nicht erst mit den digitalen Schmal- und Breitbandnetzen statt, sondern - wenn auch langsam - schon vorher: Digitale Nebenstellenanlagen und Lokale Netze (LAN) wachsen durch Verbindung oder Verschmelzung zu einer Einheit zusammen. Im folgenden werden die Möglichkeiten, die sich heute bereits am Markt abzeichnen, und die noch bestehende Konkurrenz zwischen den beiden Anlagetypen beschrieben.

Verschiedene Befragungen in den USA zum Thema "Digitale Nebenstellenanlage und/oder LAN" ergaben von Jahr zu Jahr andere Ergebnisse. So sah man vor zwei bis drei Jahren noch keine direkte Verbindung, allenfalls eine gewisse Konkurrenz.

Seit etwa einem Jahr nun wird die Kombination aus PBX und LAN immer häufiger genannt: Bei einer Umfrage vom März 1983, die die IDC unter Managern durchgeführt hat, erklärten 24 Prozent, sie hätten eindeutige Pläne in dieser Richtung. Eine ähnliche Befragung, wenig später von Data Communications unter Datenfachleuten gestartet, ergab, daß sich in dieser Gruppe bereits 50 Prozent für die Integration PBX/LAN aussprachen.

In der Bundesrepublik war das Ganze etwas komplizierter: Man definierte die K-Anlage, die letzten Endes als funktionales Gebilde auch eine ähnliche Integration darstellt. Da die Bundespost zunächst keinerlei Vorschriften machte, sondern dies den Entwicklern überlassen will, fällt hierunter ein Breitband-LAN mit Sprachanschluß und -vermittlung ebenso wie eine digitale Nebenstellenanlage mit integriertem oder eingebautem LAN.

Die möglichen Ausgangspunkte für eine digitale, vollintegrierte Kommunikationsanlage können also folgende Geräte sein:

1) Die digitale Nebenstellenanlage

- mit LAN-Anschluß

- mit integriertem LAN

2) das LAN mit Sprachanschluß

3) die Datenkommunikationsanlage oder auch der Portselektor mit Sprachanschluß.

Bei der PBX-Anlage ergab sich der erste Schritt in die gewünschte Richtung mit dem digitalen Telefon. Dies wurde möglich durch den "Codec"-Chip, der das analoge Sprachsignal in einen digitalen Bitstrom konvertieren konnte. Als Intecom diese Lösung vorstellte, erntete man zunächst nur ein Lächeln, da der anfängliche Preis des Chips zu hoch war.

Als im Laufe der Zeit diese Chips billiger wurden, folgten zahlreiche weitere Firmen mit ähnlichen Lösungen für das Digitaltelefon: CXC mit Rose, AT&T mit dem System 85 II, GTE mit Omni S III, Rolm mit CBX II und Ericsson mit Diavox, um nur einige zu nennen. In der Bundesrepublik haben Nixdorf und Siemens ebenfalls solche Geräte entwickelt.

Dieses digitale Eingangsterminal war nicht das einzige, was zur integrierten K-Anlage notwendig war; dazu kam auch ein angeschlossenes oder integriertes LAN. Obwohl ursprünglich nicht dafür geplant, konnte Intecom sein Ethernet-Netz "LAN-mark" an jedes Terminal anschließen und verfügte so in Verbindung mit der PBX über ein inkorporiertes Dublex-LAN mit einer Bandbreite von 512 Mbit pro Sekunde - und das als Ergänzung zu den Datenkanälen mit niedriger Geschwindigkeit, also mit 57,6 Kbit pro Sekunde und dem paketvermittelten Kanal bis zehn Mbit pro Sekunde.

Verschmelzung PBX/LAN nur bei hohem Bitstrom

Die Lösung machte Schule, es folgten weitere ähnliche Anlagen. In der Bundesrepublik wartet man, daß Nixdorf etwas ähnliches bringen wird. In Paderborn ist man aber der Ansicht, daß die Verschmelzung PBX/LAN sich nur lohnt bei extrem hohen Bitströmen, wie sie zum Beispiel bei Bewegtbildübertragung notwendig würden.

Während bei den ersten LANs das Übertragungsmedium noch sekundär schien - das wichtigste waren die übermittelten Datenmengen - änderte sich mit dem Eintritt der digitalen Nebenstellenanlagen die Situation. Wenn auch nur mit begrenzter Bitrate, so konnte man hier über das zweiadrige verdrillte Telefonkabel neben Sprache auch Daten bis 64 Kbit pro Sekunde, bei kürzeren Entfernungen noch mehr, übertragen.

Der Telefondraht war darüber hinaus wesentlich billiger als etwa Koaxialkabel oder Glasfaserkabel. Zudem liegen Telefonleitungen in jedem Unternehmen, man braucht sie nur für die neue Anwendung zu erschließen.

Bei den integrierten Anlagen wird in Zukunft mit Rücksicht auf die Kosten wohl das Übertragungsmedium von großer Bedeutung sein. Nur bei sehr vielen Bewegtbildanschlüssen oder anderen Anwendungen, die eine sehr hohe Bitrate erfordern, wird man ohne verdrillten Draht nicht auskommen.

Sprachübertragung bei Basisband-LAN schwierig

Neben den PBX-Anlagen wären auch lokale Netze als Ausgangspunkt für künftige integrierte Kommunikationsanlagen und Netze denkbar. Es scheint ganz einfach, wenn man sagt, bei den sehr hohen Geschwindigkeiten der LANs genügt es doch, einen Sprachkanal hinzuzufügen - und die K-Anlage ist fertig. In Wirklichkeit ist es aber nicht ganz so: Bei der Basisbandtechnik ergeben sich grundsätzlich die bekannten Schwierigkeiten der Sprachübertragung, daß nur ein Übertragungskanal zur Verfügung steht und daß die Bandbreite für sehr viele Teilnehmer doch zu begrenzt ist.

Teure Lösung Breitband-LAN

Die Breitbandtechnik erscheint da schon etwas geeigneter, hier können mehrere Kanäle gleichzeitig mit unterschiedlichen Protokollen gefahren werden. Die Ergänzung mit Sprache macht keine grundsätzlichen Schwierigkeiten, da auch analoge Anschlüsse möglich sind. Hinzu kommt noch, daß die Technik mit der des Kabelfernsehens verwandt ist und dadurch viele Baugruppen bereits bekannt sind.

Abgesehen von den Kosten wäre also eine integrierte Anlage leicht denkbar, bisher aber wurde noch keine vorgestellt. Einer der Gründe hierfür ist, daß es in den USA noch nicht einmal eine Herstellernorm gibt.

Ein weiterer Ausgangspunkt für die Integration PBX/LAN sind die Datenvermittlungsanlagen, die auch unter den Bezeichnungen "Portselektor" oder "Datenschalter"' laufen. Bei diesen Anlagen handelt es sich sozusagen um ein lokales Netz ohne Übertragungsmedium.

Datenschalter auch als Erweiterung denkbar

Die angeschlossenen Geräte sind wie eine Nebenstellenanlage nur in einem "Schrank" über Drähte mit den Terminals verbunden. Eine Übertragung findet also nur auf kleinstem Raum statt. Auch hier kann man von einem digitalen Endgerät, zum Beispiel vom Telefon aus, eine Vermittlung Terminal - Terminal durchführen. Da diese Anlage alle Protokoll- und Geschwindigkeitsanpassungen eingebaut enthält - durch einen Parallelbus anstelle des üblichen seriellen Busses bei der Basisbandtechnologie hat sie einen relativ hohen Durchsatz von 16 Mbit pro Sekunde - wäre eine Erweiterung zu einer universellen Kommunikationsanlage denkbar. Diese Möglichkeit ist vor allem dann sinnvoll wenn nicht zuviele Terminals unterschiedlicher Hersteller verwendet werden.