Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.09.2006

Der Turbo für UMTS-Notebooks

Christian Dörr 
Mit dem Beschleuniger HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) breitet sich der Mobilfunkstandard auch auf Business-Notebooks aus. Doch worauf müssen Anwender achten?
Quelle: Bitkom Die Zahl der weltweiten UMTS-Nutzer hat sich auf 47,3 Millionen innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Für 2006 wird ein Anstieg auf 100 Millionen erwartet.
Quelle: Bitkom Die Zahl der weltweiten UMTS-Nutzer hat sich auf 47,3 Millionen innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Für 2006 wird ein Anstieg auf 100 Millionen erwartet.

Was hat sich seit der Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland im August 2000 getan? Zugegeben: Bekanntheitsgrad und Verbreitung könnten besser sein. Die Marktforscher von TNS Infratest etwa gehen davon aus, dass nur ein Drittel aller Mobilfunknutzer weiß, was UMTS überhaupt ist. Und der Branchenverband Bitkom spricht sechs Jahre und 49 Milliarden Euro nach der Lizenzversteigerung von 2,3 Millionen UMTS-Anwendern in Deutschland - weltweit sind es 47,3 Millionen.

Hier lesen Sie …

Das brauchen die Anwender

Anwender können den UMTS-Turbo HSDPA nur dann nutzen, wenn ihr Endgerät die Technologie auch schon unterstützt. Die ersten HSDPA-Notebook-Karten beispielsweise von Vodafone unterstützen aktuell bis zu 1,8 Mbit/s im Downlink sowie 384 Kbit/s im Uplink. Allerdings gibt es auch integrierte HSDPA-Lösungen, bei denen die Elektronik komplett im Notebook verschwindet. Die Antenne ist im Deckel eingebaut und entfaltet dort ihre optimale Wirkung.

Trotzdem sind die Analysten optimistisch. Schließlich liegt die durchschnittliche UMTS-Wachstumsrate bei weltweit über 500 Prozent per annum. Allein in Deutschland, so die Prognose, soll der Mobilfunk im Jahr 2010 zu 58 Prozent auf UMTS beruhen. Ein Grund dafür könnte der kommerzielle Start des Beschleunigers HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) werden, der noch schnelleres und komfortableres Internet-Surfen, E-Mailen, Chatten, VoiP-Telefonieren und IP-Fernsehen via Notebook und Handy ermöglicht. Mit seiner hohen Performance eignet sich HSDPA insbesondere für mobile Mitarbeiter, die unterwegs arbeiten und sich ins Firmennetz einklinken wollen.

Für Profis lohnt sich HSDPA

Die Download-Geschwindigkeit von HSDPA beträgt 1,8 Mbit/s, die nächste Ausbaustufe (3,6 Mbit/s) steht kurz bevor, und 2007 soll HSDPA 7,2 Mbit/s erreichen. Normales UMTS bringt es auf 384 Kbit/s. Mobilen Unternehmensanwendern wird der Leistungsschub gefallen. HSDPA macht sich beim Abrufen von E-Mails mit großen Anhängen sowie beim Aufrufen des Firmennetzes, aufwändiger Websites oder dem Download großer Datenpakete bezahlt.

Mit HSDPA lassen sich Daten aber nicht nur schneller aus dem Internet herunterladen, sondern auch rascher versenden. Das lohnt sich für alle, die häufig geschäftlich unterwegs sind und dabei oft E-Mails mit großen Anhängen verschicken oder größere Datenmengen auf einen Server übertragen müssen. Das Upload-Tempo von HSDPA liegt derzeit zwischen 64 und 384 Kbit/s und soll bis auf 1,8 Mbit/s klettern. Die Ping-Zeit, die ein Datenpaket einmal komplett vom Endgerät bis zum Ziel-Server und zurück braucht, reduziert sich mit der schnelleren Technik auf 100 bis 200 Millisekunden. Bei Normal-UMTS waren es noch 400 Millisekunden. HSDPA sorgt außerdem dafür, dass die Nutzer, die auf eine UMTS-Zelle zugreifen, besser organisiert werden. Das heißt: Mehr Teilnehmer können gleichzeitig mit hohen Datenraten online gehen.

Die Performance-Voraussetzungen sind bestens, doch worauf müssen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit Breitband-Notebooks ausstatten, besonders achten? Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, um in den Genuss von HSDPA zu kommen: entweder eine UMTS-Breitbandkarte von Mobilfunkanbietern wie Vodafone, die einfach in den PC-Card-Slot eines Notebooks gesteckt wird; oder man schafft sich eine integrierte Lösung in Form eines Business-Notebooks an. Die Vorteile des zweiten Wegs liegen auf der Hand: Die Elektronik verschwindet komplett im Gehäuse, die Antenne ist in den Notebook-Deckel integriert. Externe Datenkarten hingegen stehen ab und können leichter beschädigt werden.

Einfache Bedienung ist ein Muss

Das IT-Personal eines Unternehmens sollte bei der Konfiguration der Notebooks unbedingt darauf achten, dass die UMTS-Technik sich einfach nutzen lässt - Anwender sollten ohne "Klimmzüge" online gehen können. Das gewährleisten Programme ("Connection-Manager"), die auf Reisen schnell und einfach die jeweils beste Netzverbindung herstellen. Dabei werden alle verfügbaren Verbindungen überprüft, unabhängig davon, wo sich der User gerade befindet. Der Anwender sollte unkompliziert auf Profile zugreifen und neue anlegen können. Hilfreich sind auch Wireless-Catcher, die automatisch nach drahtlosen Netzwerken suchen und anzeigen, wann sie verfügbar sind. Das Besondere daran ist, dass sich Wireless-Catcher meist an der Seite des Notebook-Chassis befinden. Anwender müssen also ihr Notebook nicht öffnen und hochfahren, um zu prüfen, in welche Netze sie sich einklinken können.

Wer kann Breitband-UMTS schon nutzen?

Aber wie ist es um die UMTS-Netzabdeckung bestellt? Bis Ende 2005 mussten die vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber zur Erfüllung ihrer Lizenzauflagen 50 Prozent der Bevölkerung technisch erreichen. Diese Hürde haben alle Anbieter, also Vodafone, T-Mobile, E-Plus und O2, genommen. Zunächst haben sich die Netzbetreiber auf die Versorgung größerer Städte ab 100 000 Einwohner konzentriert. Nach und nach soll die Übertragungsart auch in kleineren Städten und auf dem Land Einzug halten. Schätzungen von Vodafone zufolge ist UMTS-Breitband bereits auf 65 Prozent des UMTS-Gebiets verfügbar. Bis zum Jahresende soll die komplette Zone versorgt sein. Wo UMTS verfügbar ist, können Anwender auch online bei den vier Anbietern überprüfen.

Friedliche Koexistenz mit WLANs

Bis vor kurzem galten WLANs noch als Bedrohung für UMTS, doch jetzt zeigt sich, dass die beiden Technologien erfolgreich nebeneinander existieren können. So hat WLAN zwar eine wesentlich höhere Bandbreite. Dafür ist aber die Reichweite begrenzt, da es Internet-Zugang nur in der Nähe von Basisstationen oder Hotspots gibt.

Nicht so bei UMTS, das trotz der niedrigeren Bandbreiten eine Datenübertragung via UMTS im gesamten abgedeckten Gebiet ermöglicht und nicht nur in der unmittelbaren Nähe von Basisstationen. Ein weiterer Vorteil von UMTS besteht darin, dass Anwender das Angebot eines Anbieters bundesweit ohne Neuanmeldung nutzen können - und das auch, wenn sie in Bewegung sind und größere Distanzen zurücklegen, da die Verbindung automatisch von Zelle zu Zelle weiterübertragen wird. (kk)