Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.06.1992 - 

Düsseldorfer EBG GmbH zu 51 Prozent übernommen

Der Unix-Spezialist Strässle kauft sich AS/400-Know-how

MÜNCHEN (hv) - Die Stuttgarter Unternehmensgruppe Strässle GmbH hat die EBG Elektronische Bausteine GmbH, Düsseldorf, zu 51 Prozent übernommen. Schon im Vorjahr hatte das knapp 400 Mitarbeiter starke schwäbische Unternehmen mit der Übernahme des Krailinger CIM-Spezialisten rwt, einer Tochtergesellschaft der Dekkel AG, von sich Reden gemacht.

IBM-Vertriebspartner EBG, ein typisches AS/400-Softwarehaus, deckt mit seinem Produktangebot die Bereiche computergestütztes Personal-Management, PPS und operative Fertigungssteuerung ab. Strässle, dessen Produkte ebenfalls mit dem IBM-Vendor-Logo ausgestattet sind, ist im selben Markt aktiv - allerdings nicht im Midrange- sondern im Unix-Bereich. Das strategische Produkt der Schwaben heißt "Ibix", eine Software für Zeitermittlung und Zutrittskontrolle, die auf Big Blues RS/6000-Rechnern unter AIX läuft.

Wolfgang Köhnk, Geschäftsführer der Düsseldorfer EBG, begründet die Zusammenführung mit der steigenden Nachfrage nach Unix-Produkten: "Bei uns gab es die Überlegung, eine eigene Unix-Linie aufzubauen -das ist durch den Zusammenschluß mit Strässle nun nicht mehr nötig." Köhnk glaubt nicht, daß sein 70-Mitarbeiter-Unternehmen - trotz finanzieller Gesundheit - in der Lage gewesen wäre, die Belastungen einer eigenen Unix-Entwicklung wegzustecken.

Personal soll eingespart werden

Seine Company wolle und müsse aber künftig Kunden bedienen, die wegen einer konzernweiten Entscheidung oder aus anderen Gründen den Umstieg auf ein Unix-System planten. Immerhin biete die Fusion auch für Strässle Vorteile, denn jetzt könne das Softwarehaus auch den AS/400-Markt bedienen. Dieser Rechner sei in Deutschland etwa 14 000mal installiert - daran änderten auch die zahlreichen Diskussionen zum Thema Offenheit nichts. "Ob der Kunde Unix- oder AS/400-Produkte will - wir können jetzt beides anbieten", freut sich Köhnk.

Weniger Anlaß zur Freude haben möglicherweise einige Mitarbeiter bei Strässle und EBG: Einen Kosten-Nutzen-Vorteil verspreche man sich auch von personellen Einsparungen, "dort, wo komplette Doppelfunktionen vorhanden sind". Davon, so Köhnk, seien sicher nicht die C-Entwickler im Unix- und die Cobol-Programmierer im AS/400-Bereich betroffen, wohl aber Mitarbeiter, die für die Spezifikationen des Softwaredesigns und für die Anforderungsermittlung zuständig seien. Diese Aufgaben erfolgten unabhängig vom Rechnersystem, auf dem das Programm schließlich laufe.

Ein zentraler Grund für die Fusion ist laut EBG-Geschäftsführer auch das Produktangebot des größeren Partners, das die AS/400-Software von EBG ergänzen werde. So hat Strässle unter anderem CAD-Software für RS/6000-Systeme und die Produkte der Anfang letzten Jahres übernommenen Deckel-Tochter rwt zu bieten.

Das Unternehmen aus dem Rheinland soll künftig als eigenständige Firma mit dem Namen Strässle-EBG im Verbund der Unternehmensgruppe weitergeführt werden. Im Zuge der Firmenkonsolidierung kommt es dabei zu einigen lokalen Verschiebungen: Die EBG-Zentrale in Düsseldorf bleibt erhalten und wird um die Essener Strässle- und die Ratinger rwt-Niederlassung erweitert. EBG-Filialen in Stuttgart und München sollen mittelfristig in den jeweiligen Headquarters von Strässle beziehungsweise rwt aufgehen.