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15.05.1981 - 

Arbeitsteilung im Rechnerverbund erleichtert die Übersicht:

Der Vorrechner übernimmt die Steuerfunktion

MÜNCHEN (gr) - Früher, ja früher, da war die Welt noch in Ordnung. Von der Konsole aus steuerte der Operator die gesamte Dateneingabe, die Verarbeitung und die Ausgabe. Die einzelnen Elemente des Verarbeitungsprozesses standen im Blickfeld des Kollegen am Steuerpult. Doch schon bald trat die Forderung auf nach dem, was der Fachmann "Remote Job Entry" nennt. Nachrichten zur Verarbeitung sollten von einem entfernt vom Rechenzentrum gelegenen Ort aus in den zentralen Rechner eingegeben werden können.

Selbstverständlich sollten die ausgewerteten Daten, die Ergebnisse der Verarbeitung, auch von außen abrufbar sein. Und nicht nur ein Benutzer verlangte den direkten Zugang zur Verarbeitungskapazität.

Mit der Forderung nach einer dialogfähigen Verarbeitung entstand die Notwendigkeit, Kommunikationsnetze zu konzipieren. Vom Rechner wurde nun nicht nur die Verarbeitung von Daten verlangt, er mußte jetzt auch die Daten "handlen". Jeder einzelne Benutzer verlangte eine Antwort auf seine Frage. Die Antworten waren vom Rechner zu dem entsprechenden Terminal zu transportieren. Der Rechner hatte den Weg bestmöglich auszuwählen.

Die Hersteller sahen sich gezwungen, Intelligenz vom zentralen Rechner abzuziehen und auf nachgeordnete Stufen zu verlagern. Aufgabe des über Leitungen an den Zentralrechner angeschlossenen Vorrechner war es, den Nachrichtenstrom aus dem gesamten Netz, bestehend aus Leitungen, angeschlossenen weiteren Rechnern, Peripheriegeräten und Terminals, voll im Griff zu haben und zu verwalten. Die Datenübertragung hat zu klappen.

Steht bei Siemens beispielsweise die angeschlossene Datenstation weiter als 2000 Meter Kabel von der zugehörigen Zentraleinheit entfernt, ist ein zwischengeschalteter Kommunikationsrechner "zur Entlastung" erforderlich. Bei geringeren Entfernungen reicht ein Multiplexer - laut DIN "Eine Einrichtung zum Bilden eines Vielfachen, wobei mehrere unabhängige Folgen von Datensignalen zu einer gemeinsamen Folge zusammengefaßt beziehungsweise wieder aufgefächert werden" - zum Handling des Netzes aus.

Über einen Bytemultiplexkanal für die langsame Peripherie auf der einen Seite, für Blockübertragung von Daten auf der anderen Seite mit dem zentralen Rechner verbunden, steht der Vorrechner quasi zwischen den Fronten.

Während der Typ "Vorrechner" direkt mit der Zentraleinheit des Rechners, der mit den Verarbeitungsaufgaben betraut ist, in Verbindung steht findet der Netzknotenrechner mitten im Netz seinen Platz. Im Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalens beispielsweise sind Knotenvermittlungsrechner für die Kommunikation in privaten Datex-P-Netzen installiert.

Auf dem Kommunikationsrechner im Zentrum der Verbindungen wie auf den angeschlossenen übrigen Rechnern befinden sich die Protokollebenen eins bis drei. Damit ist eine Einigung über den Transport mit X.25 erzielt.

In dem START-Projekt beispielsweise ist zur Steuerung ein Kommunikationsrechner von Siemens installiert. Er steht in Verbindung mit den angeschlossenen Rechnern der großen Anwender wie einer Univac, die die Lufthansa nutzt, oder einer Tandem-Maschine im Haus der Deutschen Bundesbahn. Der Kommunikationsrechner verschafft Ergebnissen aus Siemens-Leitungen den Zugang zu IBM-Netzen, um ein Beispiel zu nennen.

In den Feldversuchen der Bundespost zum Bildschirmtext; die in Berlin und Düsseldorf durchgeführt werden, entschieden sich die Verantwortlichen aus dem Postministerium nicht für reine lokale Knoten, sondern übertrugen die Vermittlungsaufgabe einem Prozeßrechner. Nacht Angaben aus dem Fernmeldetechnischen Zentralamt (FTZ) in Darmstadt ist eine Trennung von Steuer- und Verarbeitungsfunktion bei der Anwendung Bildschirmtext in ihrer jetzigen Phase nicht erforderlich.

Die Post installierte in Berlin zwei, in Düsseldorf drei Minis von General Electric, Typ GEC 4082, mit rund einem halben Megabyte Speicherkapazität.

Ein Knoten sei nur dann erforderlich, wenn die Verarbeitungsanforderungen ein stärkeres Gewicht erhielten. Dann lohne es sich, erläutert Ludwig Griebel, zuständig für die Software im Rechnerverbund Bildschirmtext im FTZ, Kommunikationsteile und Fehlersicherung auf ein eigenes Gerät zu verlagern, das die Vorrechnerfunktionen übernimmt. Der eigentliche Rechneraufwand vermindere sich durch den Kunstgriff.