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13.07.1990 - 

Umfrage unter amerikanischen Topmanagern und Informatikern

Der Vorstand entreißt dem DV-Chef die Technikkompetenz

FRAMINGHAM (IDG) - Die große Liebe zwischen CEOs (Chief Executive Officer) und CIOs (Chief Information Officer) gab es nie. Das Kompetenzgerangel in technischen Fragen wird auch in Zukunft ihr Verhältnis bestimmen. Nach einer neuen amerikanischen Untersuchung ist das Top-Management gerade dabei, den DV-Chefs das Heft aus der Hand zu reißen.

Die Unternehmensberatung Booz, Allen & Hamilton Inc., wollte von den CEOs wissen, wie sie die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse ihrer CIOs beurteilten. Die DV-Leiter wiederum sollten sagen, wie ihr Chef sie wohl einschätzt.

Die Unternehmensberatung kommt zum Ergebnis, daß nur 30 Prozent der Top-Manager und Org./DV-Leiter Verständnis für die Position des jeweils anderen zeigten und miteinander im Team arbeiten können.

Als positiv sei jedoch zu bewerten, daß in den letzten drei Jahren die Zufriedenheit der Vorstände mit den im Betrieb eingesetzten DV-Systemen gestiegen sei: Drei Viertel sind laut Booz, Allen & Hamilton der Meinung, daß die Systemleistungen seit 1987 besser geworden sind. Das ist, so die Berater, ein sehr hoher Prozentsatz, wenn man in Betracht zieht, daß 1987 nur 30 Prozent der Chefs mit den DV-Systemen in ihren

Unternehmen zufrieden waren. Die Berater stellten auch eine starke Veränderung im Verhältnis der obersten Führungskräfte zu den DV-Verantwortlichen fest. Früher bremste die Unternehmensleitung, wenn die DV-Leiter Geld für die Einführung neuer Techniken verlangten "Vor drei Jahren gab es noch eine Mauer zwischen CIOs und CEOs", meint Studienleiter Raymond J. Lane. Heute sei das Top-Management mit den neuen Techniken vertraut. Der DV-Chef werde zu Beratungen herangezogen und, wenn er sich nicht als kompetent erweise, sofort ersetzt.

Andererseits sei auch eine Wandlung in der Position des CIOs von einer technologie- zur betriebswirtschaftlich-orientierten Position festzustellen. "Früher suchten wir nach Wegen, um neue Techniken einzusetzen, heute wollen wir die betriebswirtschaftlich beste Lösung", wird Vincent Swoyer, Vice-president der Sara Lee Corp., zitiert.

Booz, Allen & Hamilton befragte 110 CEOs und 110 CIOs aus allen wichtigen Wirtschaftszweigen, vom Bankwesen über die Telekommunikations- bis zur Konsumgüterindustrie. Als ein weiteres Ergebnis ihrer Umfrage stellten die Berater fest, daß die Informationstechnik für die Vorstandsetage an Bedeutung gewinnt.

Immerhin drei von vier der befragten Firmenchefs glauben, daß auch im Jahr 2000 die Position des DV-Managers noch exisitieren wird, aber nur 50 Prozent der DV-Leiter sind der Meinung, daß ihre Position den Sprung ins nächste Jahrtausend überleben werde.

Von denen, die angaben, daß der CIO verschwinden wird, meinten 53 Prozent, daß ihre Position in das Top-Management integriert werde, 29 Prozent denken, daß Linien-Manager CIO-Funktionen ausüben könnten, und 18 Prozent glauben schließlich, daß sich unterschiedliche Ressorts die DV-Verantwortlichkeiten in Zukunft teilen.

Die Ironie bestehe jedoch darin, so Berater Lane, daß der CEO mehr Verantwortung übernehme, der CIO aber, trotz geeigneter Ausbildung, an Glaubwürdigkeit verliere und letztlich zum Sündenbock abgestempelt

werde.