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11.09.1981 - 

Die Halbjahresergebnisse in der DV-Branche sprechen eine deutliche Sprache:

Der Weg führt in die rauhe Wirklichkeit

MÜNCHEN - Noch immer hat die EDV-Branche Grund zur Freude: Bis auf zwei Unternehmen konnten alle der aufgeführten Computer-Hersteller ihre Umsätze steigern. Doch deuten die jüngsten Veröffentlichungen der Halbjahresergebnisse darauf hin, daß einigen das strahlende Siegerlächeln langsam einfrieren wird. Insbesondere die Großen haben es schwerer, den Anschluß an traumhafte Wachstumsraten vergangener Tage nicht zu verlieren. Nur noch Ausreißer erwirtschaften eine Umsatzrendite, die der früherer Jahre gleichkommt.

Euphorische Meldungen über Umsatz- und Ertragssteigerungen sind auch aus der DV-Branche kaum noch zu hören. Außenseiter wie Apple, die mit einem Umsatzwachstum von rund 200 Prozent brillieren, bestätigen nur die Regel. Nach Berechnungen des Zentralverbandes der Elektrotechnischen Industrie e. V. (ZVEI), Frankfurt, scheinen die alten Zeiten auch nicht so schnell wiederzukehren: Der Auftragseingang geht zurück und ist nun im Vergleich zum Halbjahr 1980 auf müde neun Prozent gesunken. Bislang konnten die auf bundesdeutschem Boden produzierenden DV-Unternehmen ihren Umsatz im ersten Halbjahr 1981 noch einmal um 21,8 Prozent steigern. Insgesamt erhöhte sich die Produktion der EDV-Geräte und -Einrichtungen auf 3,7 Milliarden Mark. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies nominal eine Steigerung um 24,4 Prozent.

Doch in der Branche ist die Welt nicht mehr so recht in Ordnung: Triumph-Adler und Kienzle entlassen, ICL, CII-HB und Memorex schreiben rote Zahlen. Memorex fusioniert gerade mit Burroughs, deren Ertragssituation aber auch keinen Anlaß zu Jubelausbrüchen gibt. Texas Instruments schließlich arbeitet kurz, und bei Siemens drückt ausgerechnet der Bereich Datenverarbeitung die Umsatzrendite. ICL und Intel melden gar einen Umsatzrückgang.

Absolut gesehen schreiben zwar nur vier der in der Tabelle aufgeführten DV-Unternehmen rote Zahlen (inklusive Triumph-Adler, die ebenso wie Philips keine Halbjahreszahlen bekanntgibt). Bezieht man indes die Gewinne beziehungsweise Verluste auf den Umsatz, wird das Bild klarer: So gesehen konnten nur fünf Gesellschaften ihr Kapital rentabler einsetzen als noch im ersten Halbjahr 1980. Die übrigen mußten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Einbußen einstecken.

Die rote Laterne geht an ICL. Erwirtschafteten die britischen Computer-Bauer im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres noch eine Umsatzrendite von 2,1 Prozent, so summieren sich die Verluste mittlerweile auf 50,6 Millionen Pfund Sterling. Bezogen auf den Umsatz von 318 Millionen Pfund in den ersten beiden Quartalen 1981 sind das immerhin 15,9 Prozent. Der Umsatzrückgang beläuft sich auf 8,4 Prozent. Dennoch rechnen die Briten damit, bis zum Ende der Laufzeit der staatlichen Kreditgarantie (März 1983), wieder mit Gewinn zu arbeiten.

Nur wenig besser schaut es bei dem zweiten der Verlustliste aus. Die Intel Corp., deren Umsatz um 7,9 Prozent zurückging, fährt aber immerhin noch eine Umsatzrendite von 3,1 Prozent ein. Wenig rosig stellt sich die Situation auch für Memorex und CII-HB dar. Zwar gelang beiden Unternehmen eine Umsatzsteigerung, doch wuchsen damit auch die Verluste. Sie machen bei Memorex mittlerweile acht Prozent, bei den Franzosen 4,3 Prozent vom Umsatz aus.

An der Spitze der mit Gewinn arbeitenden Unternehmen liegt die Racal Electronics, die auf eine Umsatzrendite von stattlichen 15,9 Prozent blicken kann. Es folgen Tandem (13,3 Prozent), Apple (12,5) und Digital Equipment (12,2). Dabei gelang es dem amerikanischen Minicomputer-Hersteller, zum zweitgrößten Computerbauern der Welt (nach IBM) aufzusteigen. Dennoch: Was Digital Equipment umsetzt, wird bei IBM gerade verdient.