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11.07.2003 - 

Kolumne

"Der Weg führt nach Indien"

Christoph Witte Chefredakteur CW

In Zeiten stagnierender oder sinkender IT-Budgets begrüßt jeder CIO Ideen und konkrete Maßnahmen, die geeignet sind, Kosten zu senken oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Weil die meisten IT-Chefs neben Architektur und Standardisierung aber die Entwicklung als eine ihrer zentralen Aufgaben begreifen, ohne die eine interne IT-Abteilung ihre Berechtigung verlieren würde, denken sie selten darüber nach, wie sie den Entstehungsprozess von Anwendungen durch Outsourcing beschleunigen und preiswerter machen können.

Dabei könnte die so genannte Onsite-Offshore-Entwicklung eine Möglichkeit bieten, Kosten einzusparen. Anders als bei der kompletten Verlagerung der Entwicklung werden in dieser Variante nur fest umrissene Projekte nach außen gegeben. Zum Teil werden diese vor Ort beim Anwender und zum Teil beim Offshore-Anbieter abgearbeitet - zurzeit häufig in Indien.

Auf diese Weise kann der CIO sein Entwicklungsteam entweder reduzieren, mehrere Projekte gleichzeitig abwickeln oder die gleiche Zahl von Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen. Diese Art der Entwicklung funktioniert allerdings nur dann, wenn der Anwender weiterhin selbst ein hochkarätiges Team beschäftigt. Es muss die Prozesse des Unternehmens genauestens kennen und die Anforderungen der Fachabteilungen an ein Teilsystem oder nur eine neue Funktion in einer bestehenden Software klar formulieren können.

Dass solche Konzepte funktionieren, zeigen die steilen Wachstumsraten indischer Dienstleister wie Wipro, Infosys und Tata Consultancy Services, die zwar noch in erster Linie mit US-amerikanischen Kunden Geschäfte machen, aber zunehmend auch in Europa und Deutschland Brückenköpfe aufbauen. Dabei geht es ihnen schon längst nicht mehr um reine Offshore-Programmierung. Sie sind selbstbewusster geworden und positionieren sich zunehmend als Lösungsanbieter, die über eine Offshore-Werkbank verfügen. Das macht sie preislich für Anwender attraktiv und in Zeiten knapper Budgets für manchen CIO vielleicht sogar unersetzlich. Deshalb sind IT-Manager gut beraten, sich Konzepte zu überlegen, wie sie mit einer immer globaler werdenden Softwareentwicklung umgehen wollen.

Wahrscheinlich ist es schon gar keine Frage mehr, ob Offshore-Entwicklung sinnvoll ist oder nicht. Es geht nur noch darum, wie solche Projekte mit welchem Partner am besten angepackt und gemanagt werden. Die IT-Industrie hat das längst begriffen: Viele der großen Player sind bereits in den indischen IT-Zentren mit eigenen Niederlassungen präsent oder arbeiten mit indischen Unternehmen zusammen.