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10.05.2002 - 

Richter weist Klage von Walter Hewlett gegen Zusammenschluss ab

Der Weg für die Compaq-Übernahme ist frei

MÜNCHEN (jm) - Nach Abweisung der Klage von HP-Gründersohn Walter Hewlett können HP und Compaq den Firmenzusammenschluss nunmehr vollziehen. Walter Hewlett hat angekündigt, dass er keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen, sondern jetzt "alles Mögliche tun wird", um die Fusion zu unterstützen. Mit Aussagen über die Zukunft der Produktlinien ist nach unternehmensnahen Quellen bis Mitte Mai zu rechnen.

Richter William Chandler vom US-Bezirksgericht in Delaware argumentierte in seiner 45-seitigen Begründung, Hewlett habe keine schlüssigen Beweise dafür beibringen können, dass HP seinen Anlegern entscheidende Informationen vorenthalten oder die Abstimmung manipuliert habe. Walter Hewlett, seit vergangener Woche nicht mehr im Verwaltungsrat von HP, wird keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen und nicht in Berufung gehen. Auch wird er das Ergebnis der Aktionärsabstimmung anerkennen.

Bei insgesamt abgegebenen 1,6 Milliarden Stimmen sei die Differenz zwischen Befürwortern und Gegnern des Zusammenschlusses mit 45 Millionen laut der mit der Auszählung beauftragten US-amerikanischen Firma IVS Associates allerdings äußerst knapp ausgefallen. Das entspricht weniger als drei Prozent aller stimmberechtigten Anteile. HP gab bekannt, dass beide Unternehmen ab Dienstag, dem 7. Mai 2002, als Gemeinschaftsunternehmen auftreten werden.

In einer Stellungnahme sagte Hewlett: "Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um die Übernahme von Compaq erfolgreich zu gestalten. Und ich werde auch all jene, die in den vergangenen Monaten meine Meinung geteilt haben, anhalten, das Gleiche zu tun."

Wiewohl juristisch nunmehr erledigt, hinterlässt die Angelegenheit einen bitteren Beigeschmack. Richter Chandler brachte insbesondere in Bezug auf das Votum des Großaktionärs Deutsche Asset Management, einer Tochter der Deutschen Bank, Bedenken zum Ausdruck: "Die Angelegenheit wirft Fragen hinsichtlich der ,internen ethischen Mauer'' auf, die vorgeblich Deutsche Bank Asset Management von der Handelsabteilung trennt." Die Investment-Abteilung der Deutschen Bank hatte am 19. März und damit unmittelbar vor der Abstimmung eine Telefonkonferenz mit den Asset-Management-Kollegen anberaumt, um über das Votum zu sprechen. Unmittelbar zuvor hatten Deutsche-Bank-Manager sich 45 Minuten lang von HP-Chefin Carleton Fiorina von den Vorteilen einer Fusion überzeugen lassen. Hierbei habe, so der ursprüngliche Vorwurf von Walter Hewlett, die Managerin auch unziemliches Geschäftsgebaren an den Tag gelegt.

Allerdings nahm Richter Chandler die HP-Chefin, die vor allem durch eine umstrittene Voice-Mail an ihren Finanzchef Bob Wayman in die Kritik geraten war, ausdrücklich aus der Schusslinie. Er könne keine unrechtmäßige Einflussnahme feststellen. Auch sonst sei es in Fiorinas Kommunikation mit der Deutschen Bank "stets um die Vorteile der Fusion und nicht um die Folgen des Deutsche-Bank-Votums auf die künftige Geschäftsbeziehung beider Unternehmen" gegangen.

Derweil sind erste personelle Entscheidungen auf Länderebene bekannt gegeben worden. In Deutschland wird demnach Heribert Schmitz, bisher als Vorsitzender der Geschäftsführung Chef der HP-Deutschland-Niederlassung, auch das zusammengelegte Unternehmen als Country Manager anführen. In dieser Funktion ist er ausschließlich für die Integration beider Firmen zuständig.

Bärbel Schmidt, die bei HP bislang für den Vertrieb der HP-Produkte in den Handelskanal (Channel Sales) zuständig war, wird im vereinten HP-Compaq-Konzern die Verantwortung für Personal Systems übernehmen. Dieser Bereich umfasst alle Endgeräte, also PCs und Handhelds. Regine Stachelhaus leitet die Imaging- und Printing-Sparte. Wolfram Fischer wird die Dienstleistungssparte HP Services anführen.

Rainer Kaczmarczyk, der Compaq Computer Deutschland in der Nachfolge von Peter-Mark Droste als deutscher Geschäftsführer leitete, bekleidet in Zukunft den Posten des Enterprise-Systems-Managers. In dieser Position ist er für das wichtige, weil margenträchtige Geschäft der Server bis hin zu den fehlertoleranten Himalaya-Maschinen verantwortlich.

Alle personellen Entscheidungen müssen allerdings noch von den Aufsichtsräten von HP und Compaq abgesegnet werden.