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28.08.1992 - 

CW-Studie: Spätestens nach fünf Jahren wird gewechselt

Der Weg nach oben schließt den wohldosierten Wechsel ein

MÜNCHEN (hp) - Beamtenmentalität scheint den DV-Spezialisten fremd zu sein. So eine CW-Studie, daß nur knapp zehn Prozent der DV-Profis länger als fünf Jahre beim selben Unternehmen beschäftigt sind. Die klassischen Job-Hopper der DV-Branche findet man jedoch kaum mehr - ihnen sind die Zeiten zu unsicher geworden.

Die Fünfjahresgrenze scheint bei der Unternehmenszugehörigkeit eine Art Schallmauer zu sein. Rund 26 Prozent und damit die größte Gruppe sind fünf Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt, das ist ein Ergebnis der CW-Studie, die zusammen mit Management Consulting durchgeführt wurde.

Lange Zeit eilte dem DV-Experten der Ruf des leichtfertigen Job-Hoppers voraus, und auf den Messen war ein regelrechtes Personalkarussell zu beobachten. Aufgrund der verschlechterten Auftragslage sind die Datenverarbeiter aber inzwischen vorsichtiger geworden. "Das Sicherheitsdenken überwiegt, und die meisten überlegen es sich jetzt zwei- oder dreimal, bevor sie kündigen", erzählt Bernt Mayer, Leiter Personalentwicklung bei Softlab.

Was ist nun der ausschlaggebenden Grund, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen? An erster Stelle steht das Arbeitsgebiete danach kommen die Marktstellung des Unternehmens und das Betriebsklima, wobei junge dynamische Unternehmen bei DV-Spezialisten sicher besser wegkommen", berichtet Stefan Riese Personalreferent von Microsoft. Geld spiele bei der Entscheidung zwar auch eine Rolle, aber im Regelfall nicht die entscheidende.

Was die Aufgabenstellung angeht, haben die DV-Hersteller und hier besonders die Softwareschmieden mehr abwechslungsreiche und herausfordernde Projekte zu bieten als die meisten Anwenderunternehmen - für viele Mitarbeiter der Anreiz, länger zu bleiben. "Expandierende Softwarehäuser haben zudem den Vorteil, daß die Mitarbeiter mitwachsen können" argumentiert der Personalspezialist von Softlab. Allerdings sei eine gewisse Fluktuation auch notwendig um neue Anregungen zu erhalten.

Je jünger die Mitarbeiter, desto häufiger wechseln sie die Stelle. Diese Erfahrung machte Faust Malnig, Unternehmensberater für Exekutive Stark bei der Personalberatung Heidrick & Struggles. "Die Lehr- und Wanderjahre sind nützlich, und es ist normale bei den ersten zwei Arbeitgebern jeweils zwei bis drei Jahre zu Herbringen. "Dann kristallisiere sich heraus, ob ein Mitarbeiter eher zum Job-Hopping oder zu mehr Konstanz neige. Allerdings seien die Arbeitgeber an den häufigen Wechseln nicht ganz unschuldig. "Die Mitarbeiter merken sehr schnelle wenn sie ausgenutzt werden, da sie sich mit Kollegen anderer Unternehmen austauschen", erklärt der Personalberater.

Speziell die DV-Branche zwingt jedoch auch diejenigen zum häufigen Stellenwechsel, die eigentlich einen übersichtlichen Lebenslauf anstreben. Grund dafür sind zum einen die Fusionen oder Aufkäufe und zum anderen die Zusammenlegung von Rechenzentren oder deren Auslagerung. "Bei einem Aufkauf stellen die Betroffenen sehr schnell fest, daß ein Karrieresprung für sie nicht mehr möglich ist, da die Alteingesessenen des Mutterunternehmens die angestrebten Positionen innehaben", weiß Malnig. Auch sei es fast ein Naturgesetz, daß sich der "zweite Mann" längerfristig nach einer verantwortungsvolleren Position umsieht, wenn sich dieser Aufstieg im eigenen Unternehmen nicht abzeichnet. In diesen Fällen könne man auch einen raschen Wechsel befürworten, da "es keinen Sinn hat nur wegen der Optik im Unternehmen zu bleiben".

Nach Möglichkeit sollte ein Karrierebewußter spätestens bei seinem dritten Arbeitgeber ein gewisses Durchhaltevermögen beweisen, so rät der Personalberater, und zeigen, daß ein Positionswechsel auch innerhalb eines Unternehmens gelingt. Speziell die DV-Experten warnt er davor, sich durch zu starke Spezialisierung in eine Sackgasse zu manövrieren. "Im Sinne einer intelligenten Karriereplanung ist es besser, sich auf diese Weise viele Wege offenzuhalten. Dabei kann es passieren, daß das, Gehalt kurzfristig nicht dem maximal Möglichen entspricht. Aber ein solches Vorgehen hat den großen Vorteil, daß die Spezialisten nicht so sehr von der Konjunktur eines Funktionsbereiches abhängig sind."