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15.12.1978

Der Weg zu hardware- und systemunabhängiger Anwendungssoftware:Durch Entflechtung weniger änderungsanfällig

Bisherige DV-Anwendungen sind eine Mischung aus Systemsoftware, Hardware-Restriktionen und Anweisungen zur Bearbeitung und Ermittlung von Anwenderdaten. Alle drei Komponenten sind fest miteinander verbunden. Wird eine der drei Komponenten geändert, so entsteht Änderungs- oder Wartungsaufwand.

ADV/ORGA hat sich das Ziel gesetzt softwaretechnische Losungen für DV-Anwendungen möglichst systemneutral und hardwarekompatibel auszurichten.

Dazu ist es erforderlich, die drei angesprochenen Komponenten zu entflechten und strikt zu trennen. Die lauffähige DV-Anwendung wird zukünftig aus "Baugruppen" bestehen, die nur über fest definierte Schnittstellen verbunden sind Entscheidend ist, daß die Anwendungsfunktionen, unabhängig von Hardware und Systemsoftware, eigenständige Bausteine (Anwendungsmoduln) sind.

Es gilt, dabei den kürzesten Weg zu finden, betriebliche Notwendigkeiten und Aufgaben systemtechnisch mit Hilfe des Computers zu realisieren. Dazu muß es gelingen, die Fachabteilungen in den Entwicklungsprozeß fest einzubinden beziehungsweise maßgeblich daran zu beteiligen. Dies ist nur möglich, wenn für die Erarbeitung der Anwendungsmoduln möglichst wenig DV-Restriktionen zu berücksichtigen sind und die Fachabteilung sich nicht mit DV-Latein belasten muß. Für die Mitentwicklung, spätere Erweiterung und Pflege der Anwendungsmoduln sollte die Fachabteilung eingesetzt werden können, ohne daß dabei komplizierte Systemsoftware oder Hardware beherrscht werden müssen.

Anwendungsmoduln, einmal erstellt sind Investitionen, die langfristig genutzt werden müssen, unabhängig davon, ob neue Systemsoftware oder Hardware besser oder billiger ist und einem, heute jedenfalls, viel schnelleren Wandel als die betrieblichen Funktionen unterliegen.

Auf dem Weg zu hardware- und systemneutralen DV-Anwendungen hilft uns kaum eine bessere und größere Hardware oder Systemsoftware. Die Lösung kann nur in einer genau auf dieses Problem zugeschnittenen Architektur beziehungsweise Technologie liegen. Bei ADV/ORGA wurde eine solche Technologie inzwischen entwickelt.

Die Technologie gibt vor, wie die Auflösung der fachlichen Aufgaben in Anwendungs-(Funktions-)Moduln erfolgt. Dabei wird vom gewünschten Output (Ergebnis) zum Input (Benutzereingabe} hin strukturiert. Die Eingabegrößen der nächsthöheren Strukturebene bilden dabei die Ausgabegrößen der niedrigeren Strukturebene. Für jedes Anwendungsmodul werden bei der Aufgabenauflösung die notwendigen Bedingungen, Verarbeitungsregeln und Systemeingaben, in Zusammenarbeit mit der Fachabteilung, festgelegt. Nach vollständiger Auflösung entsteht eine Struktur von Anwendungsmoduln mit den erforderlichen notwendigen Eingaben und Ergebnissen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist jede Beeinträchtigung der Entwicklung durch DV-Technik wie Datenorganisation, Datenzugriff, Systemsoftware etc. bewußt ausgeklammert worden. Die Anwendungsmoduln sind für sich programmierbar und damit portabel. Die Datenorganisation und Zusammenlegung nach bestimmten Kriterien zu einzelnen Programmen erfolgt erst in der letzten Phase der Entwicklungsschritte.

Wolfgang Pätzold ist Leiter des Software- und Technologiebereichs bei ADV/ORGA, Wilhelmshaven.