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05.06.1998 - 

Messe-Marathon im Mai

Der Wettkampf um die "Internet World" geht weiter

Mit viel Marketing und Zahlenspielen wetteifern die beiden Veranstalter auf dem deutschen Messemarkt. Sie wollen ihre Events als Fachmesse für Business-to-Business-Geschäfte empfehlen. Dabei versuchen die Organisatoren, durch Parallelveranstaltungen die Attraktivität zu steigern. So legte die dc Congresse + Fachmessen ihre "Internet World Spring" in Frankfurt zeitgleich zur Infobase und dem Deutschen Internet Kongreß. Heraus kam eine bisher nicht näher angegebene "Steigerung" der Besucherzahlen. Die Zahl der Aussteller mußte nach Protesten des Konkurrenten von 500 auf etwa 164 korrigiert werden.

In Berlin hoffte man nach einem enttäuschenden Auftakt mit 140 Ausstellern und rund 11000 Besuchern im letzten Jahr, auch durch den parallel angebotenen Fachkongreß und Workshops Boden gutzumachen. Vorläufige Bilanz: rund 23000 Besucher und 259 Aussteller, davon viele als Unteraussteller. Dennoch waren zum Teil große Lücken zwischen den Ständen zu sehen.

Jenseits der Zahlen fiel die thematische Nähe beider Messen auf. Zwar wollte die Frankfurter Messe durch Untergliederungen in "Telephony World" und " Publishing World" weitere Akzente setzten. Inhaltlich dominierte jedoch hier wie in Berlin das Thema E-Commerce. Unterschiede gab es beim Rahmenprogramm. War das Angebot in Frankfurt in erster Linie von Herstellerpräsentationen geprägt, so versuchte man in Berlin vor allem im Kongreß durch Workshops und Podiumsdiskussionen Themen wie E-Commerce, Telefonie und Sicherheit im Internet zu vertiefen.

Ein Beispiel hierfür war das Round-Table-Gespräch mit Herstellern und Anwendern zum Thema E-Commerce in Deutschland. Anders als in vielen Jubelarien über die Umsatzzuwächse und Vorteile des Online-Geschäfts wurden hier auch Probleme angesprochen. So warnte Lutz Völker, Deutsche Telekom, vor einer Überschätzung der zu erzielenden Einsparungen durch E-Commerce. Es bestehe aber die Chance, Geschäftsprozesse zu verbessern und neue Märkte zu erschließen. Wichtig sei es auch, Handelspartner in die Unternehmensstrategie einzubeziehen "sonst hebelt man seine eigene Distributionskette aus." Patrick Palombo, zuständig für Neue Medien beim Versandhaus Quelle, ergänzte, daß E-Commerce alles andere als leicht sei, da der Anbieter gegen das Branding bereits bekannter Firmen ankommen müsse. "Außerdem braucht der Anbieter eine starke Logistik, sonst sollte er die Finger davon lassen."

Die Resonanz bei den Ausstellern auf zwei Messen ist unterschiedlich. "Wir hätten lieber nur eine Internet-Plattform für Deutschland", forderte Kerstin Schilling von Intershop. Das Budget reiche nicht, um sich so kurz nach der CeBIT auf zwei weiteren Messen zu zeigen. Frankfurt sei vom Markt her interessanter, aber vorerst wolle man auch Berlin weiter beobachten. Wie dem Jenaer E-Commerce-Anbieter geht es derzeit vielen Unternehmen mit der Standortwahl. So testete IBM 1997 Berlin und dieses Jahr die Mainmetropole. Microsoft hingegen hat sich schon jetzt für Berlin entschieden, da Frankfurt aufgrund der zeitlichen Nähe zur CeBIT nur wenige neue Kontakte einbrachte.

Das Publikum auf beiden Veranstaltungen unterschied sich wenig. Aussteller in Frankfurt gaben an, viele ihrer Geschäftskunden getroffen zu haben. In Berlin waren mehr Besucher anwesend, die sich "allgemein über das Internet informieren wollten", darunter auffallend viele Freiberufler. Nils Rauterberg möchte deshalb im nächsten Jahr bei der Auswahl der Messeteilnehmer "stärker filtern". Bereits im Herbst wartet mit der "Internet World Fall" der dc Congresse die dritte Messe auf die strapazierten Aussteller.