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07.01.1994

Der Zug rollt Richtung SNMP

Das Sprichwort "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach" beschreibt treffend die gegenwaertige Situation im Netz- Management. Gemessen an den bescheidenen Moeglichkeiten, die Netz- Manager bis vor kurzem hatten, um ihr Netzwerk zu verwalten, sind die Zustaende heute fast paradiesisch zu nennen. Doch der Schein truegt: Auch wenn sich das Simple Network Management Protocol (SNMP) in den letzten Jahren zu jenem Spatz gemausert hat, ist das Netz-Management insbesondere unter dem Aspekt der Verwaltung von Multivendor-Netzen noch laengst nicht das Gelbe vom Ei. Gewiss, SNMPv1 war ein beherzter Ansatz, der aus der Internet-Ecke kam und rasch zur Loesung einiger Probleme beitrug. Schnelle Loesungen sind aber nicht immer die besten. Diese Erfahrung mussten die Netzadministratoren auch mit SNMPv1 machen, dessen Grenzen sehr bald deutlich wurden. Mit SNMPv2 versuchen die Entwickler jetzt nachzubessern und einige Maengel der Ursprungsfassung auszumerzen. Ob aus dem Spatz aber eine Taube werden kann, ist fraglich. Das Potential zu hoeheren Weihen sehen viele in OSI-Management- Verfahren wie zum Beispiel dem Common Management Information Protocol (CMIP) oder den Common Management Information Services (CMIS) etc. Der Markt - in diesem Fall die Industrie - hat sich jedoch anders entschieden. OSI wurden die Fluegel gestutzt, noch ehe es richtig fliegen konnte. Dabei koennen die OSI- Spezifikationen nicht schlecht sein, anderenfalls SNMPv2 nicht ungeniert Anleihen aus diesem Bereich nehmen wuerde. Doch die konzeptionellen Vorteile der OSI-Management-Verfahren sind weitgehend verspielt, der Zug scheint in Richtung SNMP abgefahren. Jetzt heisst es also, mit dem zu leben, was der Markt anzubieten hat. Das werden bis auf weiteres SNMPv1-Produkte sein, weil mit Erzeugnissen auf Basis von SNMPv2 erst Ende 1994 zu rechnen ist. Mit SNMP zu leben heisst aber auch, sich mit einer Flut an sogenannten Management Information Bases (MIBs) auseinandersetzen zu muessen, die eine ungeheure Kenntnis an Detailfunktionalitaeten seitens der Netzadministratoren erfordern. Dennoch waere es falsch, den Stab ueber SNMP zu brechen. Subtile Verfahren wie das Remote Monitoring (RMON) beweisen, dass sich die Funktionalitaet von SNMP ausbreitet. Als Anwender aber einer blinden Glaeubigkeit in die Technik zu verfallen waere ebenso fatal. Die Anforderungen an die Management-Tools sollten schon klar umrissen sein, ansonsten selbst der Spatz SNMP fuer die Katz ist. pg