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28.09.1979

Der Zuspruch des CW-COMM-PRIX hat mich sehr erfreut, aber noch mehr, erheblich mehr hat mich die darin ausgesprochene Anerkennung der Früchte einer jahrelangen intensiven Arbeit bewegt. Diese Anerkennung empfinde ich nicht so sehr für mich allein, sonder

Der Zuspruch des CW-COMM-PRIX hat mich sehr erfreut, aber noch mehr, erheblich mehr hat mich die darin ausgesprochene Anerkennung der Früchte einer jahrelangen intensiven Arbeit bewegt. Diese Anerkennung empfinde ich nicht so sehr für mich allein, sondern auch für meine Mitarbeiter, die diesen Weg mit mir gegangen sind und leider nicht hier sein können. Ich denke hier besonders an Herrn Herbert Wippler, der durch seine Gabe der Unterscheidung und der konstruktiven Vorschläge wesentlich zur Architektur des Systems beitrug und an Herrn Dieter Olpp, dessen unermüdlicher Fleiß mir während der zwei Entwicklungsjahre den Rücken von der Tagesroutine freihielt. Leider können sie heute nicht unter uns sein.

Mein kurzer Speech soll etwas sagen über die Entstehung und die Zielsetzung des Verfahrens und aus den Erfahrungen berichten, die wir mit dem System gemacht haben. Die Entstehung hat ihre Wurzeln in einer außerordentlich schwierigen Situation.

Das Kabelwerk der SEL in Stuttgart hatte seit eh und je ein außerordentlich positives Klima für die elektronische Datenverarbeitung. Das hatte zur Folge, daß bereits in den frühen 60er Jahren große Projekte - wie Fertigungssteuerung und Abrechnung - auf einen Rechner der zweiten Generation genommen wurden. 1972 wurde dieser Rechner kurzfristig abgebaut und ich hatte den Auftrag, den gesamten, damals nicht dokumentierten Programmbestand mit bis zu zehn Leuten innerhalb von zwei Jahren auf den Rechner der dritten Generation zu übertragen. Nachdem dies auf den Tag genau geschafft wurde - eine Leistung, die in dem Konzern bis nach New York gemeldet wurde - zeigten sich 1973 erste Pausenzeichen in der Wirtschaft und die Geschäftsführung verlangte in kürzester Zeit ein umfangreiches Verrechnungswert projekt. Nachdem auch dies wiederum mit knappster Dokumentation erreicht war, hatte ich das Glück, eine zweijährige Konsolidierungsphase durchsetzen zu können, wobei mir wiederum bis zu zehn und zwölf Leute zur Verfügung standen. Hier liegt die Wiege des heute prämierten Systems, das zunächst als reines Dokumentationssystem eingesetzt war. 1975 folgte bereits der erste Einsatz des Systems als Arbeits- und Dokumentationssystem. Seither ist es erfolgreich im Einsatz. Dabei ist besonders zu berichten, daß es von den Planern und Programmierern angenommen und gern benutzt ist.

Soweit zur Entstehung.

Nun möchte ich in kürze über die Zielpunkte des Verfahrens berichten.

Dieses Verfahren, das wir Ardok genannt haben -zusammengesetzt aus den Wortanfängen von Arbeits- und Dokumentationssystem -, das die EDV-Projektbearbeitung unterstützen soll, wurde für die kleine, im Team arbeitende Projektgruppe mit nicht mehr als fünf bis zehn Mitarbeitern entwickelt. Nach unseren Beobachtungen ist dies die wirksamste Einsatzstruktur in der EDV Außerdem sind mir wenige Projekte bekannte die mit einem größeren Mitarbeiterstamm durchgeführt werden.

Ein wesentliches Merkmal - und deswegen wurde es auch prämiert - war unser Ziel, den Kontakt mit dem Anwender zu fördern, mit anderen Worten, verständlich zu bleiben.

Die dritte Forderung war eine im Projektfortschritt mitlaufend erstellte Dokumentation, die knapp und präzise sein mußte, damit der Aufwand gering gehalten wird.

Der Einsatz eines ausreichenden, dabei aber begrenzten Formularwesens, war die vierte Forderung, mit deren Hilfe eine Normierung in die Projektarbeit gebracht werden sollte.

Schließlich sollte als fünfte Forderung eine sinnvolle Computerunterstützung erfolgen. Wir sahen das dort, wo entweder Daten nach mehreren Richtungen ausgewertet werden sollen zum Beispiel bei Verwendungsverzeichnissen, wo Texte häufig und dabei zuverlässig geändert werden müssen, zum Beispiel im Programmnummernverzeichnis, das sich im Projektfortschritt häufig ändert. Hier war das Ziel Rationalisierung. Heute gibt es auf diesem Gebiet hervorragende Werkzeuge, die sich in das System einfügen lassen.

Ein weiteres, unser 6. Ziel, war die Minimierung des Änderungsaufwandes, das wir durch Änderungsfreundlichkeit und Übersichtlichkeit zu erreichen suchten.

Schließlich war das 7. Ziel die Arbeitsführung durch eine Checkliste zu fixieren, wodurch Vollständigkeit, Aktualität und schriftliche Fixierung erreicht wurden.

Aus den vielfältigen und durchweg guten Erfahrungen, die wir mit dem Arbeits- und Dokumentationssystem Ardok gemacht haben, möchte ich zum Abschluß kurz berichten:

Als erstes möchte ich die für den Praktiker erstaunliche Feststellung weitergeben, daß die Programmdokumentation wie selbstverständlich zur Programmerstellung gehört. Der Programmierer hat sich an diese Form der Programmvorgaben gewöhnt, erwartet sie und arbeitet mit ihr.

Vielleicht liegt der Grund bereits hier, daß das früher durchaus bekannte schlechte Gewissen einem Vertrauen auf die Zuverlässigkeit der Dokumentation gewichen ist; denn ist die Programmbeschreibung, die aus der Vorgabe entsteht, gut, so ist die nachfolgende Projektdokumentation auch gut.

Ich hoffe, daß ich Sie nicht zu sehr strapaziert habe mit diesen komprimierten Aussagen.