Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Modell war für Einsatz in Web-Pads vorgesehen

Designfehler: Der erste Crusoe-Chip ist ein Flop

27.10.2000
MÜNCHEN (CW) - Noch vor ihrem Marktdebüt könnte Transmetas erster "Crusoe"-Variante das Aus drohen. Aufgrund einer Designschwäche wird der Stromspar-Chip "Crusoe 3200" der kalifornischen Technikschmiede, der speziell für den Einsatz in Web-Pads konzipiert ist, voraussichtlich durch einen Nachfolger ersetzt.

Es sieht so aus, als müsste Halbleiterhersteller Transmeta die erste Variante seines Crusoe-Chips, die er im Januar dieses Jahres vorstellte, zurückpfeifen: Wie der britische Nachrichtendienst "Computerwire" berichtet, hat sich der "TM 3120/3200" aufgrund eines Designfehlers für seinen ursprünglichen Einsatzbereich, die Integration in Web-Pads, als ungeeignet herausgestellt.

Das Chipdesign, mit dem die Kalifornier Hersteller wie Intel vor allem in den Bereichen Notebooks und Internet-Zugangsgeräte das Fürchten lehren wollen, hat insbesondere aufgrund seiner energiesparenden Eigenschaften das Interesse der IT-Branche auf sich gezogen. So emulieren die Transmeta-CPUs Befehlssätze von bestehenden Prozessordesigns (etwa Intels x86) per Software. Diese übersetzt die Instruktionen für die VLIW-Engine (VLIW = Very Long Instruction Word) des Crusoe-Chips und passt Leistung und Energieverbrauch der CPU dynamisch den Anforderungen der jeweiligen Applikation an. Die für Multimedia-intensive Web-Pads konzipierte TM-3200-Variante soll bei der Verarbeitung der Multimedia-Daten allerdings einen unmäßigen Cache-Hunger entwickelt haben.

Probleme mit dem Cache-BedarfDabei ist der Chip mit keinem eigenen Level-2-Cache ausgestattet und verfügt lediglich über halb so viel Level-1-Cache wie sein Bruder "TM 5400", der auf den Einsatz in Notebooks ausgelegt ist. Laut Transmeta-Sprecher Philip Bergmann wird ein Web-Pad-Chip namens "TM 3400" den gefräßigen Crusoe-Erstling ersetzen.

Die Chipdesign-Schwäche könnte die Markteinführung der Web-Pads verzögern. Ursprünglich sollte der TM 3200 in Web-Pads noch vor Notebooks mit Transmetas TM 5400 auf den Markt kommen. Die ersten Crusoe-Notebooks von Sony und NEC sind inzwischen erhältlich - von Web-Pads mit Transmeta-Chips ist jedoch weit und breit nichts zu sehen. Sechs Hersteller sollen bisher Web-Pads auf der Basis von Transmeta-Chips angekündigt haben - darunter AOL, Gateway sowie ein noch ungenanntes großes japanisches Unternehmen. Welche Chips nun in den geplanten Geräten zum Einsatz kommen werden, wollen die Kalifornier angesichts des anstehenden Börsengangs ihres Unternehmens nicht preisgeben. Auch die Hersteller lassen sich nicht in die Karten sehen. "Wir haben noch kein bestimmtes Datum genannt, die Freigabe ist jedoch für Ende dieses Jahres vorgesehen, wie es unsere Absicht war", weicht etwa Gateway-Sprecher Brad Williams aus.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Chipdesigner ins Stolpern gerät, weil er einen Prozessor für Lowend-, aber dennoch grafikintensive Applikationen ohne eigenen Level-2-Cache ins Rennen schickt: So musste beispielsweise Intel 1998 seinem damals neuen "Celeron"-Prozessor nachträglich noch L2-Cache spendieren, als sich der Chip im Original-Design aufgrund seiner bescheidenen Performance bei Multimedia-Anwendungen schlecht verkaufte.