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21.11.2003 - 

Deal mit Hewlett-Packard steht auf der Kippe

Desktop-Outsourcing bereitet Daimler Kummer

MÜNCHEN (rg/wh) - Daimler-Chrysler stößt mit seinem weltweiten Outsourcing-Vorhaben für Desktop-Systeme auf ernste Probleme. Dienstleister HP konnte Insiderberichten zufolge in der Pilotphase die Erwartung nicht erfüllen.

Der Automobilkonzern plant, die Beschaffung von Desktops, Notebooks und Netzkomponenten komplett auszulagern - inklusive Asset-Management, Packaging und Softwaredistribution. Das Pilotprojekt mit HP stößt jedoch bei Daimler-Chrysler in Deutschland auf heftige interne Widerstände. Verschiedene Standorte haben der Geschäftsführung vorgerechnet, den PC-Betrieb in Eigenregie günstiger leisten zu können als HP. Mitarbeiter beklagen, dass der Servicepartner massive Schwierigkeiten bei der automatischen Softwaredistribution sowie der Bereitstellung einer einheitlichen Hardwareausstattung habe.

Mit seinem Projekt "PC Global" verfolgt Daimler-Chrysler ehrgeizige Pläne: Alle 150000 bis 170000 Desktop-Rechner des Konzerns sollen in den kommenden fünf Jahren ersetzt und vereinheitlicht werden (siehe www.computerwoche.de/go/80113809: "HP betreibt Daimler-Chrysler-Desktops"). Der spektakuläre Outsourcing-Deal, den der Automobilhersteller mit HP im Februar dieses Jahres abgeschlossen hat, geht nun in seine entscheidende Phase. Die Pilotprojekte sind abgeschlossen, Mitte Dezember fällt das Board of Management eine endgültige Entscheidung, wie es mit dem Mammutprojekt weitergehen soll.

Für den Outsourcing-Partner stehen nun die Zeichen auf Sturm. Dabei ist schon seit Mitte September bekannt, dass es Schwierigkeiten gibt.

Dietrich Schreiner, Projektleiter bei Daimler-Chrysler, hatte am 17. September auf einer Kundenveranstaltung gesagt: "Wir befinden uns in einer kritischen Phase." Er äußerte sich allerdings zuversichtlich, die Probleme in den Griff bekommen zu können.

Schwierige Implementierung

Offensichtlich kam es anders: Ein hochrangiger Daimler-Chrysler-Manager, der nicht genannt werden möchte, moniert, die Marketing-Truppe von HP sei wesentlich motivierter aufgetreten als die Mannschaft, die mit der Implementierung beschäftigt sei. Wenn die Qualität der erbrachten Leistung stimme, ließen sich auch die bei Projekten dieser Größenordnung normalen Widerstände überwinden. Die bislang gemachten Erfahrungen hätten jedoch nicht zu einer Verbesserung des Klimas beigetragen.

Die offizielle Stellungnahme von Daimler-Chrysler fällt deutlich moderater aus. Projektleiter Schreiner verweist auf den enormen Umfang von PC Global, räumt aber Probleme ein: "Dass bei Piloten für Projekte dieser Größenordnung auch Komplikationen auftreten, ist nicht außergewöhnlich und durchaus legitim." Gerade mit Hilfe von Piloten ließen sich mögliche Problemstellungen identifizieren und auffangen.

HP nicht mehr allein im Boot?

Außerdem gibt Schreiner zu bedenken, dass rund 200 Standorte von dem Outsourcing-Vorhaben betroffen sind. Groß angelegte Projekte wirkten sich an den verschiedenen Stellen unter Kostengesichtspunkten unterschiedlich aus. Im Vordergrund stehe aber die Gesamtperspektive: "Von diesem Standpunkt aus gesehen ist PC Global durchaus rentabel, weshalb wir das Projekt auch weiter vorantreiben werden."

Die Frage, ob das Vorhaben weiterhin weltweit mit einem einzigen Anbieter abgewickelt werden soll, beantwortet Schreiner vorsichtig. Im Servicebereich habe das Pilotprojekt gezeigt, dass die Anforderungen der einzelnen Standorte sehr unterschiedlich und speziell seien. Insofern sei es sinnvoll, den Service auch im Zusammenspiel mit lokalen Anbietern zu betreiben. "Trotzdem wird HP weiterhin ein Partner für Daimler-Chrysler bleiben."

Die Hinzunahme weiterer Firmen ist damit nicht ausgeschlossen. Von HP-Seite wollte kurzfristig niemand zum aktuellen Stand Stellung nehmen. "Wir haben mit dem Kunden vereinbart, uns während der Pilotphase nicht öffentlich zu äußern", erklärte Norbert Gelse, Leiter der Unternehmenskommunikation bei HP Deutschland.