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26.11.2008

Desktops für virtuelle Mitarbeiter

Wolfgang Sommergut 
Wenn externe Projektbeteiligte oder freie Mitarbeiter Zugriff auf Unternehmensanwendungen erhalten sollen, ist ein klassischer Desktop zumeist nicht die ideale Lösung. Virtualisierungstechniken sind hier flexibler.

Modell 1: Terminaldienste

Wenn Unternehmen ohnehin schon eine Infrastruktur auf Basis von Terminal-Server und/oder Citrix eingerichtet haben, dann bietet es sich an, die benötigten Anwendungen für externe Mitarbeiter auf diesem Weg auszuliefern. Citrix Xenapp erlaubt über das Web-Interface auch den Zugriff von außen, so dass eine weitere häufige Anforderung in einem solchen Szenario mit abgedeckt wird.

Der Nachteil dieser Variante besteht darin, dass sich der Terminal-Server nicht für alle Anwendungen eignet, sei es, weil sie in einer Multiuser-Umgebung Probleme bereiten oder weil sie wegen Audio- oder Videofunktionen aus ICA nicht vernünftig nutzbar sind.

Modell 2: Virtueller Desktop auf dem Server

Beim derzeitigen Entwicklungsstand sind VDI-Lösungen für einen vollständigen Ersatz herkömmlicher Arbeitsplatzrechner nicht geeignet, taugen aber durchaus für die taktische Nutzung wie beispielsweise die Integration externer Anwender - vorausgesetzt, es wird etwa keine Offline-Unterstützung benötigt. Ein virtueller Desktop enthält eine eigene Instanz von Windows und kann daher alle Anwendungen ausführen, die auch auf einem physikalischen PC laufen. Der Zugriff auf den entfernten Desktop erfolgt über die gleichen Mechanismen wie beim Modell 1, so dass hier die gleichen Beschränkungen gelten. Andererseits ist etwa bei Xendesktop aber auch der Web-Fernzugriff möglich.

Modell 3: Lokale Desktop-Virtualisierung

Bei diesem Ansatz könnten Unternehmen mit Produkten wie VMware ACE ein Bündel aus Virtualisierungssoftware, Windows und Anwendungen schnüren, das sich über das Netz laden lässt oder das ein externer Mitarbeiter auf einem USB-Stick mitnehmen kann. Ein solcher virtueller Desktop kann diversen Regeln unterworfen werden, auch wenn er auf fremden Host-Systemen gestartet wird. Für den Fernzugriff auf Unternehmensanwendungen würde in der Regel ein VPN-Client benötigt.

VMware Fusion, ein Typ-2-Hypervisor für den Mac, zeigt, welche Möglichkeiten diesem Modell innewohnen. Er kann einzelne Anwendungen des virtuellen PC auf dem Host-System einblenden, anstatt nur den gesamten Desktop des Gasts anzuzeigen. Spannend ist auch die Möglichkeit, bei Multiboot-Systemen ein zweites OS aus einer anderen Partition in einer virtuellen Maschine zu starten und deren Anwendungen nahtlos in den Host zu integrieren.

Modell 4: Wechsel zwischen virtuell und physisch

Zu den neuen Funktionen von Windows 7 gehört "VHD Boot", das den Start eines physischen Systems von einem Image im VHD-Format erlaubt. Dieses dient normalerweise zur Speicherung von virtuellen Maschinen für Hyper-V oder Virtual PC.

Damit wäre es möglich, einen Desktop aus einer Hyper-V-basierenden VDI-Lösung wie Xendesktop auszuchecken und auf einem anderen Rechner unter Virtual PC zu starten. Denkbar wäre auch die unter Vista bereits verfügbare Möglichkeit, das System mit dem mitgelieferten Backup-Programm im VHD-Format zu sichern und auf einem Rechner im Home Office innerhalb eines Virtual PC zu starten. Voraussetzung für all diese Varianten ist jedoch, dass sich die Hardware der benutzten Rechner nicht stark unterscheidet.

Modell 5: Anwendungsvirtualisierung

Dieser Ansatz taugt nicht nur dazu, Anwendungen vom Betriebssystem zu isolieren und Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Einige Produkte können Applikationen zu Paketen schnüren, die über das Netz geladen werden oder sich auf einem USB-Stick speichern lassen. Auf diese Weise können sie auf Rechnern laufen, die nicht dem Unternehmen gehören, ohne dass sie zu diesem Zweck fest installiert werden müssen.

Wenn hingegen bestimmte Applikationen nur temporär auf fremden Rechnern genutzt werden sollen, dann erweist sich die Streaming-Funktion einiger Tools als nützlich. Der Programmcode wird nach Bedarf an den Client gesendet und dort ausgeführt. Nach dem Beenden der Software hinlässt sie keine Spuren auf dem Zielsystem. Im Unterschied zum Terminal-Modell laufen die Anwendungen lokal und bieten daher einen entsprechenden Benutzerkomfort.