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27.04.1990 - 

IDC stellt neue Marktstudie vor

Deutsche Anwender investieren 2,1 Milliarden in DV-Schulung

KRONBERG (CW) - Die bundesdeutschen Unternehmen haben 1989 rund 2,1 Milliarden für die außerbetriebliche Aus- und Weiterbildung im Bereich Datenverarbeitung aufgewendet. Diese Zahl nennt die IDC Deutschland GmbH in ihrer jüngsten Studie "Der deutsche Markt für DV-Schulung".

In diesem Gesamtmarkt von 2,1 Milliarden Mark stellen die reine DV-Ausbildung 24 Prozent, die restlichen 76 Prozent jedoch DV-Fort- und Weiterbildungen, wobei IC den letztgenannten Bereich in Anwendertraining für DV-Randberufe (43,5 Prozent) und in Expertentraining für DV-Kern- und Mischberufe (32,5 Prozent) unterteilt.

Hauptanbieter von externen DV-Bildungsmaßnahmen sind laut IDC-Studie in erster Linie Hardwarehersteller mit einem Marktanteil von 36 Prozent, Softwarehäuser rangieren an zweiter Stelle mit 29 Prozent, den dritten Rang belegen die Schulungseinrichtungen mit 28 Prozent. Hinzu kämen innerbetriebliche Schulungen der Anwender, die als "erheblich" bezeichnet werden.

Den größten Umsatz mit DV-Schulungen unter den Hardwareherstellern erzielte laut IDC die Siemens AG mit über hundert Millionen Mark. Weitere Computerhersteller, die ebenfalls hohe Umsätze in der externen Aus- und Weiterbildung vorzuweisen haben, sind IBM, Digital Equipment, Nixdorf und Hewlett-Packard.

Die am meisten gefragten Schulungen bei Hardwareherstellern waren Kurse über Betriebssysteme, horizontale Anwendersysteme, Bürokommunikation, Programmierung-Software Engineering sowie Anwendungssoftware und Hardware. Bei den Software- und Servicehäusern dagegen sieht die Reihenfolge folgendermaßen aus: Branchen- und PC-Standardsoftware, Programmierung-Software Engineering, Datenbanksysteme sowie Kurse auf Betriebssystem-Ebene

AFG-Maßnahmen für 350 bis 400 Millionen Mark

Die Hardwarehersteller sind durch das Engagement der Softwarehäuser und der Schulungseinrichtungen in Bedrängnis geraten. Als Beispiel nennt IDC die Aktivitäten der Volkshochschulen. 1989 seien bundesweit über 14 000 VHS-Kurse mit geschätzten 200 000 Interessierten zum Thema Datenverarbeitung durchgeführt worden. Als Renner dieser Schulungen gelten Veranstaltungen zu Standardsoftware-Paketen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank-Management.

Am unteren Ende der Skala stehen die DV-Ausbildungen mit berufsqualifizierendem Abschluß. In der Regel würden diese Maßnahmen nach dem Ausbildungsförderungsgesetz (AFG) finanziert. IDC veranschlagt die 1989 von den Arbeitsämtern aufgewendeten Mittel für AFG-Maßnahmen auf 350 bis 400 Millionen Mark.

Marktführer unter den DV Schulungseinrichtungen sind nach IDC-Angaben das Control Data Institut und das Bildungswerk der Deutschen Angestellten Gewerkschaft mit zusammen rund 150 Millionen Mark Umsatz 1989.

Aufgrund dieser Untersuchung geht IDC davon aus, daß die Softwarehäuser und Schulungseinrichtungen zu Lasten der Hardwarehersteller in Zukunft noch stärker am DV-Schulungsmarkt teilhaben werden.

Trends im DV-Schulungsmarkt

Lernen wird mehr und mehr zum festen Bestandteil nicht nur einer Lebensphase, sondern des gesamten Lebens, darüber sind sich die Fachleute schon seit längerem einig. Dabei wird die EDV unbestreitbar eine immer wichtigere Rolle spielen. Einerseits ist sie, so die Analyse von IDC, einer der Auslöser des gesteigerten Lernbedarfs, andererseits wird sie auch als Mittel zur Lösung der so entstandenen Probleme eingesetzt.

So überrascht es nicht, daß IDC dem computergestützten Lernen eine große Zukunft vorhersagt. Mit Hilfe von Lernprogrammen sollen sich zum Beispiel immerhin 90 Prozent der Schulungskosten einsparen lassen. Was in den 60er Jahren mit der "Programmierten Unterweisung" begann, laufe heute unter dem Oberbegriff "Lernen mit modernen Medien".

Zu den wichtigsten mediengestützen DV-Schulungsmaßnahmen rechnet IDC:

- computerunterstütztes Training (Computer Based Training, CBT) am Großrechner mit Hilfe von Lernprogrammen,

- computerunterstützes Training am PC ("Micro Tutor") mit Lernsoftware,

- lineares Video (LVI) mittels der gebräuchlichen Videokassette, auf dem Schulungslektionen aufgezeichnet sind,

- interaktives Video (IVI) mit PC, Bildplattenspieler und berührungsempfindlichem Bildschirm,

- Distance Learning, eine noch im Versuchstadium befindliche Ausbildungsmöglichkeit, bei der verschiedene Lerngruppen an unterschiedlichen Orten über Breitbandnetz verbunden sind und über Video-Bildschirme miteinander kommunizieren können

Im Gespräch sei ebenfalls der Einsatz des Mediums CD-ROM. CD-ROM ist ja bekanntlich ein Medium mit enormer Speicherkapazität und so bestehe der Vorteil seines Einsatzes im Zugriff auf vorhandene CD-ROM-basierte Lexika und Datensammlungen.

Im Forschungsbereich schließlich könnte der Computer laut IDC zum natürlichsprachigen, multimedialen Lerninstrument mit Breitkontakten in alle Welt werden. Allerdings müßte die Hardware kontinuierlich verbessert werden.