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Deutsche Bank sieht Wert von KDG bei bis zu 6,6 Mrd EUR - Dokument

27.02.2010
Von Philipp Grontzki und Matthias Karpstein

Von Philipp Grontzki und Matthias Karpstein

DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Mit Kabel Deutschland steht ein Börsenkandidat vor dem Schritt aufs Handelsparkett, der nach Einschätzung der Deutschen Bank einen Unternehmenswert von bis zu 6,6 Mrd EUR aufweist. Der nach eigenen Angaben größte Kabelnetzbetreiber Deutschlands habe derzeit einen Unternehmenswert von 5,7 Mrd bis 6,6 Mrd EUR, schreiben die Analysten der Deutschen Bank in einer aktuellen Untersuchung im Vorlauf des angekündigten Börsengangs. Dow Jones Newswires konnte in die Analyse in Auszügen Einblick nehmen.

Der Eigenkapitalwert als Teil des Unternehmenswerts beträgt dabei nach Einschätzung der Deutschen Bank 3,1 Mrd bis 4,0 Mrd EUR. Die Nettoschulden des Konzerns beliefen sich derzeit auf rund 3 Mrd EUR. Für die Berechnung des Unternehmenswerts setzen die Analysten für das Kalenderjahr 2010 das 8,2-Fache bis 9,4-Fache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) an.

Damit versehen sie den Wert von Kabel Deutschland im Vergleich zur belgischen Telenet mit einem Premiumaufschlag, Telenet wird lediglich zu einem Multiple von 7,0 gehandelt. Den Aufschlag begründen die Marktbeobachter mit den "attraktiven Wachstumsaussichten" des deutschen Kabelkonzerns.

Der Markt, in dem Kabel Deutschland agiert, sei attraktiv und unterentwickelt, er biete Potenzial für Umsatzwachstum und höheren Cashflow durch den Verkauf zusätzlicher Angebote aus den Bereichen Fernsehen, Telefon und Internet.

Wenn das Unternehmen seine Mittelfristziele erreiche und den Umsatz je Kunde innerhalb der kommenden fünf Jahre auf monatlich 20 EUR von zuletzt 12,30 EUR Ende 2009 steigern könne, dann sei in dieser Zeit beim Umsatz eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 9% möglich. Das EBITDA könne jährlich um 13% zulegen, beim operativen freien Cashflow seien 21% Zuwachs möglich, heißt es in der Studie weiter.

Kabel Deutschland mit Sitz in Unterföhring bei München hatte am Dienstag seine Pläne für einen Börsengang publik gemacht. Die Eigentümer haben sich demnach für einen Börsengang mit Listing in Frankfurt entschieden.

Unklar sind nach wie vor Zeitpunkt und genaues Volumen des Börsengangs. Kabel Deutschland hatte lediglich erklärt, dass nur Aktien aus dem Eigentum des bestehenden Gesellschafters verkauft werden sollen. Größter Eigentümer ist mit 88% der Finanzinvestor Providence Equity Partners.

An die Börse gebracht werden soll die noch in eine Aktiengesellschaft umzuwandelnde Kabel Deutschland Holding GmbH, die Muttergesellschaft der Kabel Deutschland GmbH.

Providence Equity hatte nach Interessensbekundungen mehrerer Beteiligungsgesellschaften eine Auktion veranstaltet und nach Angaben informierter Kreise fünf Gebote mit einem Volumen von 5 Mrd bis 5,5 Mrd EUR erhalten. Nach Angaben der Informanten entschied sich Providence Equity am Ende doch für den Börsengang, um vom weiteren Wachstum von Kabel Deutschland profitieren zu können.

Für den Börsengang sind Morgan Stanley, die Deutsche Bank, UBS, und JP Morgan als Berater engagiert, hatten mehrere mit der Transaktion vertraute Personen gesagt.

Webseite: www.kabeldeutschland.de

-Von Philipp Grontzki und Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com

DJG/phg/mak

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