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14.01.2000 - 

Joint-venture bildet ein Standbein auf dem E-Commerce-Feld

Deutsche Bank will die Industrie für E-Processing mitgestalten

FRANKFURT/M. (qua) - "Non-sexy Services" im E-Commerce-Umfeld sind für Hermann-Josef Lamberti, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, ein Markt mit starkem Wachstumspotenzial. Der in Frankfurt am Main ansässige Finanzdienstleister hat sich mit 50 Prozent an der Pago E-Transaction Services GmbH & Co. KG, Köln, beteiligt.

"E-Commerce-Neulingen bieten wir ein Ticket für den Einstieg", verspricht Lamberti. Aber auch Kunden, die bereits Erfahrungen mit dem Internet-basierten Handel gesammelt haben, will Pago die Abwicklung der notwendigen Geschäftsprozesse abnehmen - gegen ein Entgelt von 0,80 bis 1,50 Mark pro Transaktion. "Für die Kunden heißt das: keine Upfront-Investitionen; Kosten fallen erst an, wenn ein Umsatz erfolgt ist", erläutert Lutz Völker, Chief Executive Officer der Electronic Business Services (EBS) Holding.

EBS fungiert als Muttergesellschaft für Pago E-Transaction Services und ihre beiden Schwesterunternehmen: Tellsell Consulting und Omnis-Online Tourismus Services, letzteres ein Joint Venture mit dem Lufthansa-Konzern (siehe CW 37/99, Seite 75). Die Dachorganisation ist eine Tochter der BHS-Holding, in der die Metro-Gruppe ihre Dienstleistungsaktivitäten zusammengefasst hat.

Unter dem Firmennamen Pago International offeriert die BHS bereits seit einem Jahr den ganz oder teilweise ausgelagerten Betrieb von E-Commerce-bezogenen Geschäftsprozessen. Als Referenzkunden nennt Völker den Anbieter Primus Online mit seinen Online-Shops www.cd4you.de und www.buecherwurm.de sowie Hutchison Telecom, Debitel.Net und I-Trade.

Das Pago-Angebot umfasst unter anderem die sichere Abwicklung von Bestellungen und Zahlungen über das Internet, Warenwirtschaft, Plausibilitätsprüfung und Risikobewertung sowie einen Treuhandkonto-Service, beispielsweise für Online-Auktionen, und die Abrechnung von Abonnement- oder Pay-per-use-Leistungen. Falls der Kunde seine E-Commerce-Prozesse nicht komplett auslagern beziehungsweise durch eigene Anwendungen ergänzen will, lassen sich auch Standardapplikationen, beispielsweise für die Warenwirtschaft, oder kundenspezifische Payment-Systeme mit der Pago-eigenen Plattform koppeln. Ebenfalls vorhanden sind Schnittstellen für E-Commerce-Frontends, wie Broadvision oder Intershop sie anbieten.

Nach dem Einstieg des größten deutschen Bankhauses soll sich die bislang 40köpfige Pago-Belegschaft innerhalb der kommenden zwölf Monate verdoppeln. In Gestalt von Norbert Burkhart, Geschäftsführer für Kaufmännische Dienste und Informationstechnik/Operations, hat die Deutsche Bank eine ihrer Führungskräfte für das Joint Venture abgestellt. Darüber hinaus ist, so Lamberti, der Austausch nicht nur von Know-how und Technik, sondern auch von Manpower geplant. Als Sprecher der Pago-Geschäftsführung löst der ehemalige Telekom- und Teldafax-Manager Rüdiger Trautmann den in die Holding gewechselten Völker ab.

Deutsche Bank und Pago kooperieren schon seit einem halben Jahr: Mit Hilfe der Frankfurter Großbank wickelten die Kölner den internationalen Zahlungsverkehr für den Tourismus-Dienstleister Omnis-Online ab.

Als Beweggrund für die finanzielle Beteiligung in nicht genannter Höhe gibt die Deutsche Bank vor allem die prognostizierten Wachstumsraten für den elektronischen Handel und die damit verbundenen Services an. Mit einem auf dem Feld des E-Commerce etablierten Partner hofft das Bankhaus, den Aufbau und die Weiterentwicklung einer "E-Processing"-Industrie mitgestalten zu können. Laut Lamberti sind die Finanzdienstleister für diese Aufgabe prädestiniert - durch ihre Kompetenz auf dem Gebiet des weltweiten Zahlungsverkehrs und ihre Rolle als Intermediär.

Das Joint Venture mit der EBS-Holding soll allerdings nur ein "Puzzle-Stein" in der E-Commerce-Strategie der Deutschen Bank sein. Unter der Bezeichnung Global Technology and Services (GTS) hat das Bankhaus einen Geschäftsbereich ins Leben gerufen, der sich vor allem den Themen E-Commerce sowie Cards (traditionelle Kreditkarten und Smartcards) widmet.