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16.07.1982 - 

Ifo nimmt Wettbewerbsfähigkeit der Industrie unter die Lupe:

Deutsche bei Mikroelektronik zweite Wahl

MÜNCHEN (CW) - Im technologischen Wettbewerb steht die Bundesrepublik nach einer Analyse des Münchener Ifo-Instituts nach wie vor an zweiter Stelle hinter den USA. Dieses positive Bild wird allerdings durch lange Schatten getrübt. wenn man den Bereich mikroelektronischer Anwendungen betrachtet. Hier rangieren die deutschen Hersteller auch deutlich hinter Japan: Während der Anteil mikroelektronikintensiver Produkte bei den Ausfuhren der fernöstlichen Konkurrenz bereits rund 40 Prozent beträgt, sind es bei den deutschen Exporten nur 23 Prozent.

Für seine Untersuchung über die technologische Wettbewerbssituation der deutschen Industrie im internationalen Vergleich hat das Wirtschaftsforschungsinstitut unter anderem den Außenhandel und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 1970 bis 1980 analysiert.

Der Lieferanteil der USA und der Bundesrepublik am Welthandel mit technologieintensiven Produkten liegt mit 18,2 beziehungsweise 18,1 Prozent fast auf gleicher Höhe. Bei "High technology"-Produkten sind jedoch die Amerikaner mit 33,3 Prozent unbestrittener Spitzenreiter, die Bundesrepublik kommt lediglich auf 9,7 Prozent und Japan auf 4,7 Prozent.

Die Ifo-Experten weisen allerdings darauf hin, daß die Entwicklung der Lieferanteile für mikroelektronikintensive Produkte unterschiedlich verläuft. Bei Waren mit Elektronikhauptfunktionen - hierunter fallen sowohl hochtechnologische Güter (DV-Anlagen oder elektromedizinische Geräte) als auch Massenprodukte wie Rundfunkgeräte - konnte die Bundesrepublik in den letzten Jahren keinerlei Exporterfolge erringen. Die USA und die Schwellenländer dagegen weiteten ihre Anteile am Welthandel noch aus. Wie die Tabelle zeigt, geht das Wachstum der amerikanischen Ausfuhren vor allem auf hochtechnologische Güter zurück, während der Zuwachs der Schwellenländer auf Massenprodukte zurückzuführen ist.

Bei den Gütern mit Elektroniknebenfunktionen lagen die Bundesrepublik und Japan mit 21,4 beziehungsweise 21,3 Prozent der Exporte fast gleichauf. Die Ifo-Untersuchung zeigt, daß der Anteil der deutschen Lieferanten tendenziell abnahm, während die Hersteller aus Nippon ihre Ausfuhren erheblich steigern konnten.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut betont jedoch nachdrücklich, daß der insgesamt nur schwache Rückgang deutscher Produkte nicht die starken Positionsverluste einzelner Branchen widerspiegele. Besonders betroffen waren die Bereiche Werkzeugmaschinen, Maschinen zum Heben und Fördern sowie Schreibmaschinen. Hier verzeichneten japanische und amerikanische Hersteller deutliche Steigerungsraten.

Laut Ifo sind Marktverluste bei Gütern der Elektroniknebenfunktionen für die deutsche Industrie besonders gravierend, da hier gut 18 Prozent aller deutschen Exporte getätigt werden.

Bei den in Forschung und Entwicklung (FuE) tätigen Personen hatte die Bundesrepublik im Vergleich zu den USA und zu Japan denn stärksten Zuwachs zu verzeichnen. Der Schwerpunkt lag in Deutschland im Bereich Maschinenbau einschließlich Büromaschinen und Datentechnik, in Japan in der elektrotechnischen Industrie.

Aus der Sicht der Ifo-Experten läßt sich jedoch aus der Zunahme der in FuE Beschäftigten nicht unbedingt eine Spitzenstellung für die Bundesrepublik ableiten, da der Anteil des Wissenschaftler und Ingenieure nicht im gleichen Ausmaß gesteigert wurde. In der verarbeitenden Industrie, hier vor allem im Maschinenbau und in der Elektrotechnik, verringerte sich zwischen 1977 und 1979 sogar die Zahl um 2,4 Prozentpunkte. Die im Vergleich zur Bundesrepublik größeren Absatzerfolge der Japaner auf den Weltmärkten lassen laut Ifo vermuten, daß eine Ausweitung des FuE-Personals insgesamt eine geringere Rolle spielt als qualitative Aspekte.