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17.09.1999 - 

Umfrage auch in Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich

Deutsche Firmen halten sich bei E-Commerce zurück

MÜNCHEN (CW) - Abwarten und Tee trinken lautet in Deutschland die Devise der Manager, wenn es um E-Commerce geht. Eine von der Londoner Unternehmensberatung CMG Plc. in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, daß die hiesigen Unternehmer zwar die Bedeutung des Web erkannt haben, bei der Realisierung des elektronischen Handels aber ihren europäischen Kollegen den Vortritt lassen.

70 Prozent der deutschen Führungskräfte bekannten sich in der Umfrage zu der Überzeugung, daß die Einführung des elektronischen Geschäftsverkehrs für den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens von fundamentaler Bedeutung ist. In Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden teilten im Schnitt nur die Hälfte der Manager die Ansicht ihrer deutschen Kollegen. Dabei ist von Bedeutung, daß ausschließlich Unternehmen befragt wurden, die E-Commerce-Praxis besitzen.

Aufgrund dieser Erfahrungen erwarten 42 Prozent der hierzulande Befragten in den kommenden zwölf Monaten keine wesentlichen Umsätze via Internet. 62 Prozent der Firmen gehen davon aus, daß sie in den kommenden fünf Jahren nicht mehr als ein Viertel ihres Umsatzes auf elektronischem Weg erzielen. Insgesamt stufen daher mit 46 Prozent weniger als die Hälfte der deutschen Manager das Internet als ernst zu nehmenden Umsatzfaktor ein. In den drei anderen Ländern ist man hier optimistischer. 62 Prozent sehen in dem weltweiten Netz einen Motor für die künftige Umsatzentwicklung.

CMGs Deutschlandchef Bernd Lautermann erklärt die Unterschiede in der Einstellung zum E-Commerce zum einen durch die bekannt vorsichtige Grundhaltung deutscher Unternehmen, aber auch durch eine einseitige Fixierung auf das Endkunden-Geschäft, auf das sich 45 Prozent der befragten Unternehmen verlegt haben. Dieser Markt wird vom Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, Electronic Commerce e.V (Eco), Köln, trotz des hierzulande besonders erfolgreichen Electronic Banking als eher schleppend eingestuft. Deshalb, so Lautermann, ist es 67 Prozent der deutschen Unternehmen nicht gelungen, mit E-Commerce mehr als ein Prozent ihres Gesamtumsatzes zu erwirtschaften. Der europaweite Schnitt der befragten Unternehmen liegt bei 37 Prozent.

Konkret schätzt Eco, daß im Jahr 2001 deutschlandweit etwa 17 Milliarden Mark im Endkundengeschäft umgesetzt werden, während mit einem Wert von 86 Milliarden Mark drei Viertel des Internet-Geschäfts zwischen Firmen getätigt werden. An diesem vielversprechenden Business-to-Business-Geschäft beteiligen sich hierzulande allerdings auch schon 38 der befragten Firmen. Im Ausland scheint man die Zeichen der Zeit jedoch früher erkannt zu haben. In Großbritannien wenden sich nur elf Prozent der Firmen an Endkunden und dafür 45 Prozent ausschließlich an Firmen; 40 Prozent bedienen beide Bereiche. Auch in Frankreich und den Niederlanden überwiegt das reine Firmengeschäft mit 31 beziehungsweise 47 Prozent der Befragten.

Als Hauptgründe für ihre Zurückhaltung geben die deutschen Unternehmensvertreter allerdings Sicherheitsprobleme und das mangelnde Interesse ihrer Kundschaft am Online-Einkauf an. Während diese Bedenken hierzulande von 44 Prozent der Befragten geäußert werden, sind es im Schnitt der befragten Länder lediglich 36 Prozent. Bei aller Kritik an der deutschen Zurückhaltung räumt Lautermann Sicherheitsprobleme ein, und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, daß die deutsche Wirtschaft nach der Beseitigung dieser Schwächen um so stärker in E-Commerce investieren wird.

Auffällig ist, daß die oft als Internet-abstinent gescholtenen Franzosen in der CMG-Studie besonders gut abschneiden. Sie nehmen den Spitzenplatz bei der gleichzeitigen Nutzung des Netzes für Business-to-Business und Business-to-Consumer (47 Prozent) ein und liegen auch vorne, wenn es darum geht, mehr als ein Prozent des Umsatzes im Internet zu machen (26 Prozent). Außerdem sitzen fünf der elf befragten Firmen, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes im Internet erwirtschaften, in Frankreich.

Erwartungen

Zuwachsrate bei E-Commerce Europa Deutschland

Sehr starker Zuwachs 14 13

Starker Zuwachs 26 22

Gemäßigter Zuwachs 22 20

Geringer Zuwachs 21 30

Keine Zuwachsrate 13 12

Angaben in Prozent Quelle: CMG

Deutsche Unternehmer sind Internet-skeptischer als ihre Kollegen in Frankreich, England und den Niederlanden.

Methode

Die Studie hatte zum Ziel, die Einstellung zum E-Commerce in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland zu ermitteln. Zu diesem Zweck hat das britische Marktforschungsinstitut Infratest Burk Incom im Auftrag des ebenfalls britischen Unternehmensberaters CMG Plc. 250 Unternehmen in den genannten Ländern befragt, die bereits E-Commerce-Erfahrung besitzen. Die Hälfte der Firmen beschäftigt 200 bis 999 Mitarbeiter, der Rest mehr. Die Finanzdienstleister stellen mit knapp einem Viertel (24 Prozent) die größte Gruppe. Die Industrie ist mit 21 Prozent vertreten, ein Fünftel (20 Prozent) sind den Energie- und Wasserversorgern beziehungsweise der Telecom-Industrie zuzuordnen. Aus dem Handel stammen 19 Prozent der Befragten, der Rest von 16 Prozent befaßt sich mit Transport und Logistik.