Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.03.1989 - 

Einheimische Wissenschaft hat Finger an Amerikas Puls:

Deutsche Forscher in Berkeley präsent

BONN (ch) - Die deutsche Industrie will stärker der US-Forschung partizipieren. Ein zu diesem Zweck gegründetes Forschungsinstitut im Informatik-Mekka Berkeley soll deutschen Wissenschaftlern den Zugang erleichtern.

Der Trägerverein des "International Computer Science Institute"(ICSI) zog dieser Tage in Bonn eine erste Zwischenbilanz. Anlaß war die Auswahl der ersten zehn deutschen Wissenschaftler, die demnächst an dem Institut forschen dürfen. Ihr Aufenthalt beträgt ein bis drei Jahre. Die Forschungsarbeiten werden sich zunächst auf die Grundlagen der Künstlichen Intelligentz und die Technik massiv paralleler Systeme konzentrieren. Von den Ergebnissen soll nicht die Informatik im engeren Sinne profitieren, sondern auch "artfremde" Disziplinen wie Physik, Biologie und Psychologie. An der Finanzierung des Projekts beteiligt sich auch das Bundesministerium für Forschung und Technologie mit 3 Millionen Mark jährlich.

Bundesforschungsminister Riesenhuber zeigte sich auf der Veranstaltung von dem ICSI-Konzept sehr angetan. Er trat der Vermutung entgegen, ein solches Institut begünstigte die Abwanderung deutscher Spitzenforscher nach den USA. Der "Brain drain" sei gestoppt, meinte der Minister und verwies darauf, daß in der Bundesrepublik rund 40 000 Informatiker mehr für Industrie und Forschung benötigt würden als die Bildungseinrichtungen heranziehen könnten. Gleichzeitig erneuerte Riesenhuber die Forderung nach einer Verkürzung der Studienzeiten und einer stärkeren Beteiligung der Frauen in Ingenieurberufen.

Entscheidend sei die supranationale Bündelung von Ressourcen, meinte Riesenhuber. Das heutige Tempo könne von einer nationalen (Forscher-)Community nicht mehr mitgehalten werden. Aus diesem Grund seinen weitere Partner, auch dem Ausland, für das Institut und den Trägerverein willkommen.

Das Institut in Berkeley beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiter, zur Zeit noch überwiegend Amerikaner. Im geplanten Endausbau werden etwa hundert Forscher im ICSI tätig sein. Es wird getragen von einer Organisation mit dem sperrigen Namen "Verein zur Förderung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informatik und ihrer Anwendungen".