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21.01.2000 - 

Wirtschaftsminister Müller fordert mehr Effizienz

Deutsche Forschungsinstitute sollen sich stärker am Markt orientieren

MÜNCHEN (CW) - Bundeswirtschaftsminister Werner Müller will die Schwerpunkte der Technologieförderung verändern und sie stärker an den Bedürfnissen der Unternehmen ausrichten.

Müller fasst die zahlreichen Programme zu drei sogenannten Förderlinien zusammen, wie die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Papier des Wirtschaftsministeriums zitiert.

So soll die neue Förderlinie "Innovation" jungen Technologieunternehmen bei der Finanzierung helfen. Müllers Ziel ist es, niedrigere Patentgebühren zu erreichen und "Business-Angel-Märkte" zu fördern, die Gründer mit Beratern und privaten Kapitalgebern zusammenbringen. In den USA, so das Ministerium, stellten die Business-Angels 80 Prozent des Beteiligungskapitals für junge Unternehmen.

Die Förderlinie "Technologische Beratung" hat den Wissenstransfer zu Mittelständlern im Auge. Weil das Handwerk zunehmend vom technologischen Wandel betroffen sei, will Müller hier einen Schwerpunkt setzen. Die Förderlinie "Forschungskooperation" schließlich soll gemeinsame Vorhaben von Mittelständlern und Forschungsinstituten unterstützen. Der Minister räumt ein, dass Deutschland über eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur verfüge, kritisiert aber, dass die Orientierung an zukünftigen Märkten fehle. Er fordert effizientere Strukturen bei den öffentlichen Forschungseinrichtungen und stärkere Marktbezogenheit bei der Beurteilung eines Forschungserfolgs.

Kritik übt Müller auch an den Ergebnissen des deutschen Bildungssystems. Wegen mangelnder Praxisnähe und zu langer Ausbildungszeiten müssten die Schulen und Hochschulen reformiert werden. Bei den Ausgaben für Bildung und Forschung rangiere Deutschland international nur im Mittelfeld.