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19.07.1991 - 

Nachholbedarf der Ex-DDR wirkt sich positiv aus

Deutsche IT-Industrie wächst trotz schwieriger Rahmenbedingungen

FRANKFURT - Der deutsche Markt für büro-, informations- und kommunikationstechnische Systeme ist ein hart umkämpfter Wachstumsmarkt. Obwohl sich der IT-Industrie durch den Nachholbedarf der neuen Bundesländer gerade im Büro- und Verwaltungsbereich neue Chancen bieten, birgt vor allem die Reiession in den USA und in anderen westeuropäischen Ländern große Risiken.

"Die in den alten Bundesländern produzierenden Unternehmen der büro-, informations- und kommunikationstechnischen Industrie haben ihren Hardware-Umsatz 1990 um 7,6 Prozent auf 42,3 Milliarden Mark gesteigert. Rechnen wir den mit ungefähr 16 Prozent wiederum erheblich dynamischer gewachsenen Software- und Service-Umsatz von rund 16 Milliarden Mark hinzu, erreichte der gesamte Umsatz im vergangenen Jahr einen Wert von nahezu 60 Milliarden Mark. Dies entspricht einem Plus von rund zehn Prozent. Damit entwickelte sich unsere Branche wiederum stärker als die Investitionsgüter erzeugende Industrie insgesamt, deren Umsatz um 8,6 Prozent stieg. Die büro-, informations- und kommunikationstechnische Industrie einschließlich Software und Dienstleistungen erwartet 1991 ein Umsatzwachstum von rund acht Prozent."

Diese Einschätzung zur Branchenentwicklung gaben der Vorsitzende der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im VDMA, Alfred E. Esslinger, und der Vorsitzer des Fachverbandes Informations- und Kommunikationstechnik im ZVEI, Klaus Krone, auf der gemeinsamen Pressekonferenz der Verbände anläßlich der Hannover-Messe CEBIT '91. Seitdem sind vier Monate vergangen. Die nun vorliegenden Statistiken und sonstigen Branchenindikatoren für die ersten vier Monate des laufenden Jahres scheinen diese Prognose zu bestätigen beziehungsweise sogar zu übertreffen, wenngleich von den Unternehmen auch dissonante Töne über den Konjunkturverlauf verlauten. Die Umsätze bei büro- und informationstechnischer Hardware sind von Januar bis April 1991 um 28 Prozent gestiegen, die Auftragseingänge im selben Zeitraum gar um 36 Prozent. Dieses kräftige Branchenwachstum dürfte in erster Linie durch zusätzliche Impulse aus der deutschen Einheit stimuliert sein. Ein Teil der Transferzahlungen nach Ostdeutschland floß als Nachfrage in den Westen zurück.

Hinzu kommt, daß der ungebrochene Trend rasch wachsender technologischer Leistungsfähigkeit dem Markt zusätzliche Impulse gibt. Entwicklungen bei Notebook-PCs, Laptops, Netzwerken, optischen Speichern und Archivierungssystemen gehören hierzu ebenso wie benutzerfreundliche Anwendungen, so zum Beispiel intelligente Selbstbedienungssysteme für Flughafenabfertigung oder Einzelhandel, die Integration von PC und Telefax, integrierte Software-Lösungen für die Bürokommunikation oder Weiterentwicklungen im Bereich grafikorientierter Benutzeroberfläche. Der derzeitige Trend - weg von DV-Inseln hin zu unternehmensweiten, vernetzten DV-Gesamtsystemen - wird durch das Vordringen offener Systeme und kleiner, aber immer leistungsstärkerer Client-Server-Konzepte unterstützt. Das Angebot integrierter Komplettlösungen aus Hardware, Software, Services und Consulting ermöglicht es den Herstellern, die Preisentwicklung bei Hardware so teilweise zu kompensieren.

Das erneute Branchenwachstum in den ersten Monaten dieses Jahres darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Branche zunehmend mit Problemen zu kämpfen hat, die nicht nur strukturbedingt sind. Anlaß zur Sorge gibt insbesondere die nachlassende Investigationskraft großer Bereiche der lnvestitionsgüterindustrie. Das nationale und internationale Umfeld ist nicht einfacher geworden.

Dies erfährt gegenwärtig eine der wichtigsten Abnehmergruppen für IT-Produkte, der deutsche Maschinen- und Anlagenbau. Hier hat sich schneller als erwartet die konjunkturelle Lage spürbar verschlechtert. Hauptursache der unerwartet starken Abschwächung ist der Rückgang der Nachfrage auf den wichtigen Auslandsmärkten nicht nur in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und den skandinavischen Ländern, sondern auch in Frankreich, Italien und Spanien.