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05.11.1999 - 

Dachverband will Schrittmacher sein

Deutsche IuK-Hersteller formieren sich im Bitkom

BERLIN (gh) - Mit einem Festakt wurde vergangene Woche in Berlin der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) aus der Taufe gehoben. Die neue IuK-Dachorganisation soll das gewährleisten, woran es der deutschen IT-Industrie bis dato mangelte - die einheitliche Vertretung ihrer Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft.

Volker Jung fand im Berliner Hotel Adlon dem Anlaß entsprechend große Worte. Der Bitkom werde "Schrittmacher Deutschlands auf dem Weg in die Informationsgesellschaft" sein. Mit ihm erhielten die deutschen IuK-Unternehmen "endlich eine gemeinsame Stimme, und es wird eine deutlich vernehmbare Stimme sein". Das Vorstandsmitglied der Siemens AG sprach damit in seiner Funktion als frischgewählter Bitkom-Präsident aus, was Kennern der hiesigen IT-Szene fast wie ein Wunder vorkommt: Nach jahrelang erfolglosen Fusionsgeprächen ist es jetzt zumindest den vier größten deutschen IT-Fachverbänden doch noch gelungen, einen gemeinsamen Dachverband zu gründen.

Der Bitkom vereint bis auf weiteres den BVB Bundesverband Informations- und Kommunikations-Systeme, Bad Homburg, den Bundesverband Informationstechnologien (BVIT), Bonn, sowie die Fachverbände Informationstechnik im VDMA/ZVEI beziehungsweise Kommunikationstechnik im ZVEI, beide Frankfurt am Main. Die Mitarbeit anderer Herstellervereinigungen sei aber möglich - und sogar "gewünscht", hieß es unter Anspielung auf die Tatsache, daß vor wenigen Wochen ein Teil der deutschen Softwarebranche mit dem Spitzenverband der Deutschen Softwareindustrie (SVDS) eine eigene Dachorganisation gegründet hatte.

Deutsche TK-Szene noch unzureichend vertreten

Nicht im Bitkom vertreten sind momentan auch noch die vielen TK-Firmen und privaten Netzbetreiber, die sich beispielsweise im Verband der Telekommunikationsnetz- und Mehrwertdiensteanbieter (VTM) organisiert haben. Trotzdem könne der Bitkom, wie Jung betonte, mit rund 1000 Unternehmen und etwa 700000 Beschäftigten, die er repräsentiere, für sich in Anspruch nehmen, "für 95 Prozent der Branche zu sprechen".

Etwa 20 Verbände gebe es zur Zeit, die alle Vertretungsanspruch für die IuK-Wirtschaft anmelden. "Diese Situation entspricht in keiner Weise der Bedeutung unsere Branche", hob Jung nochmals auf die bis dato unzureichend konsolidierte deutsche IT-Verbandslandschaft ab. Mit weltweit mehr als 3000 Milliarden Mark Umsatz stelle die IuK-Industrie nach der Tourismusbranche den größten Wirtschaftssektor überhaupt dar. Die genannten 1000 deutschen Unternehmen, die der Bitkom repräsentiere, weisen derzeit einen Jahresumsatz von zusammen gut 200 Milliarden Mark aus. Schon in fünf Jahren dürften es über 300 Milliarden Mark sein. Damit sei man bereits jetzt der größte Branchenverband in Europa. Gleichzeitig habe man die Mitgliedschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) beantragt.

Jung kündigte einen "Migrationspfad" an. Demnach ist vorgesehen, den Bitkom nach dem ersten Jahr, in dem er als reiner Verbändeverband tätig ist, auch für eine direkte Mitgliedschaft von Unternehmen zu öffnen. In der Zwischenzeit sollen die einzelnen Gründungsverbände über eine Verschmelzung mit der neuen Dachorganisation entscheiden. Neben der allgemeinen Verbandsarbeit will man den Schwerpunkt auf kleine und mittelständische Unternehmen legen. Startups sollen besonders günstige Konditionen erhalten.