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14.06.2007

Deutsche lieben Open Source

Im internationalen Vergleich stehen hiesige Anwender quelloffenen Produkten am aufgeschlossensten gegenüber.
Dass die Hauptbedenken der Anwender Wartung und Support betreffen, sollte die Anbieter nachdenklich stimmen.
Dass die Hauptbedenken der Anwender Wartung und Support betreffen, sollte die Anbieter nachdenklich stimmen.

An einer Online-Umfrage, die der Business-Intelligence-Anbieter Actuate in Auftrag gegeben hat, haben sich im Mai dieses Jahres 96 Business- und IT-Verantwortliche aus Deutschland, 117 aus Großbritannien sowie 390 aus den USA und Kanada beteiligt. Aus Deutschland waren vor allem Finanzdienstleister (41) und Industrieunternehmen (45) dabei. Sie verwenden zu 57 beziehungsweise 52 Prozent Open-Source-Software. Insgesamt liegt der Nutzungsgrad hierzulande mit 59 Prozent etwas höher. Dass mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen quelloffene Programme verwendet, fällt im internationalen Vergleich auf: In Großbritannien sind es 48, in den USA und Kanada 38 Prozent.

Pro und Contra

+ Entfallende Lizenzgebühren83

+ Flexibilität46

+ Zugang zu Quellcode46

+ Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern43

+ Nutzung offener Plattformen39

+ Standardbasierende Techniken34

- Verfügbarkeit von Support48

- Verfügbarkeit von Wartung48

- fehlendes eigenes Know-how44

- Inkompatibilität zur Bestands-IT37

(Angaben deutscher Anwender in Prozent; Quelle: Actuate)

Das beste Argument: Sparen

Das Interesse der Anwender ist weltweit dominiert von den entfallenden Lizenzgebühren. Mit deutlichem Abstand, aber häufig genannt folgen Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern, Flexibilität, Zugang zum Quellcode und Vorteile offener Plattformen. Unter den Barrieren für die quelloffenen Alternativen stehen mangelnde Verfügbarkeit von langfristigem Support und von Wartung, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten zur Implementierung von Open-Source-Lösungen sowie angenommene Inkompatibilität zu bestehenden Anwendungen und Datenbeständen an der Spitze.

Dabei ähneln sich die Einschätzung in Deutschland (siehe Grafik) und Großbritannien, während diese Positionen in den USA meist deutlicher vertreten werden. Actuate-Marketing-Chef Nobby Akiha kommentiert: "Dieses Ergebnis zeigt, dass in allen Regionen noch ein großer Aufklärungsbedarf über die Support- und Wartungsmöglichkeiten für Open-Source-Software besteht." Daraus resultiere "ein klarer Auftrag" für reine Open-Source-Firmen ebenso wie für Anbieter von proprietärer und quelloffener Software.

Das Potenzial für Open Source ist aber offenbar noch nicht erschöpft. So ist quelloffene Software für fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten erste Wahl oder eine der bevorzugten Techniken, wenn neue Software eingeführt wird. Akiha folgert aus diesem Ergebnis: "Von einem Nischendasein von Open-Source-Software kann also keine Rede sein."

Insgesamt besteht eine deutlich positive Grundeinstellung zu Open Source. Für fast zwei Drittel (61 Prozent) der befragten Deutschen überwiegen im Vergleich zu Closed-Source-Angeboten die Vorteile quelloffener Alternativen. In Großbritannien und USA/Kanada gaben dies jeweils nur 52 beziehungsweise 45 Prozent an. Actuate schätzt: "Es besteht also eine große Chance für Open Source, in der nächsten Zeit noch stärker als gleichwertige Alternative zu kommerzieller Software angesehen zu werden." Bisher gilt das Vertrauen vor allem bewährten quelloffenen Lösungen. Die Hälfte der Unternehmen macht sich die besseren Möglichkeiten bei Open Source zunutze, die Anwendungen erst einmal ausführlich zu erproben.

Stolze "Early Adopters"

In allen befragten Ländern haben die Verantwortlichen gleichermaßen (jeweils ein Drittel der Antworten) keine Scheu, sich als "Early Adopters" von Open Source zu bezeichnen. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Entscheidungen über die Einführung von Open-Source-Software werden in deutschen Unternehmen von IT-Leitern getroffen. Hingegen sind für diese strategische Grundsatzentscheidung nur in einem Drittel der Fälle (33 Prozent) auf Vorstandebene angesiedelte CIOs zuständig. Gleichwohl folgert Actuate-Manager Akiha: "Open Source ist auf der Chefetage angekommen und verbreitet sich in Unternehmen nicht mehr wie früher ausschließlich von unten nach oben." (ls)