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19.02.1993 - 

Mitarbeitern in offenem Brief Aufhebungsvertraege angeboten

Deutsche NEC reduziert Personal und organisiert den Vertrieb neu

Taku Okuto, Managing Director der NEC Deutschland GmbH, hatte bereits Ende Januar in einem offenen Brief an die Belegschaft drastische Veraenderungen angekuendigt, die im "Interesse der Wirtschaftlichkeit und damit des Fortbestandes unseres Unternehmens" notwendig seien. Die "stark verschlechterte" Geschaeftslage des Unternehmens mache "strukturelle" und "nicht unerhebliche personelle Anpassungsmassnahmen" erforderlich. Aus dem Schreiben erfuhr die NEC-Belegschaft nicht nur von dem Vorhaben, die Stuttgarter und Hannoveraner Vertriebsniederlassungen zu schliessen, der Chef der deutschen NEC bot "interessierten Mitarbeitern" bei einvernehmlicher Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses auch eine "grosszuegige finanzielle Regelung" an.

1500 Haendler werden per Telefon betreut

Kuenftig bestehe die veraenderte Vertriebsstruktur aus drei Ebenen, teilte NEC auf Anfrage mit: den fuenf statt bisher sieben Regional Sales Offices, der Telesales- und der Handelsketten-Abteilung.

Ausserdem soll der Vertrieb nicht mehr nach Produktlinien aufgeteilt sein, sondern jede Ebene wird jedes Produkt verkaufen. Dabei duerfte es sich vor allem um Peripherie wie Monitore, Drucker und CD-ROM-Laufwerke handeln, denn aus diesem Bereich stammen 90 Prozent des NEC-Umsatzes. Im PC-Geschaeft naemlich wurde die japanische Firma bisher nicht vom Erfolg verwoehnt. Nach Anlaufschwierigkeiten sei man jetzt zwar bei einem Marktanteil zwischen fuenf und sechs Prozent angelangt, aber man schreibe in diesem Sektor immer noch rote Zahlen, erklaerte NEC. Ob die zur CeBIT angekuendigten neuen Desktops und Notebooks den PC-Umsatz vergroessern koennen, muss sich erst noch zeigen.

Die einschneidenste Veraenderung im Vertrieb stellt die Schaffung des Telefonverkaufs dar. Von der Muenchner Zentrale aus betreut die neue Abteilung kuenftig diejenigen NEC-Haendler per Post, fernmuendlich und via Fax, die mit den Produkten des Hauses relativ wenig Umsatz machen. "500 unserer insgesamt 2000 Haendler generieren 80 Prozent des Umsatzes", erklaert dazu Oskar Waid, Vice-President der NEC Deutschland. Weil diese Gruppe den groessten Umsatzanteil auf sich vereinige, erhalte sie auch den staerksten Service und Support.

Dabei sollen die im Telesales-Verfahren bedienten Haendler keineswegs vernachlaessigt werden. Bei ihnen steige die Frequenz der Kontakte ebenfalls, die Ansprechpartner in der NEC-Zentrale seien immer erreichbar, und man koenne diesen Partnern nur guenstigere Einkaufskonditionen bieten als frueher, betonte Waid.

Die Massnahmen seien nicht auf Druck des japanischen Mutterkonzerns eingeleitet worden, betonte Okuto: "Die Initiative ist von uns ausgegangen."

Der Chef der NEC-Deutschland machte allerdings keine Angaben darueber, ob sein Unternehmen im Geschaeftsjahr 1992/93 (endet am 31. Maerz 93) schwarze oder rote Zahlen schreiben wird.