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29.09.1995

Deutsche Niederlassung wird geschlossen RISC-Aussenseiter Acorn macht Verluste und entlaesst Personal

MUENCHEN (CW) - Die englische Acorn Computer Group Plc. kaempft mit einem Halbjahresverlust, der groesser als erwartet ausfiel. Im Zuge der Umstrukturierung wurden Mitarbeiter in Cambridge entlassen und die deutsche Niederlassung geschlossen.

Das verzweigte Unternehmen, an dem die italienische Olivetti- Gruppe mit 59 Prozent beteiligt ist, fuhr im ersten Halbjahr 1995 einen Verlust in Hoehe von 7,6 Millionen Pfund ein, berichtet der britische Branchendienst "Computergram". Der hauptsaechliche Verursacher war die Acorn Computers Ltd., die Rechner auf Basis der RISC-Prozessoren von ARM baut.

Umsatzrueckgang von 21 Prozent

Der Hardwarehersteller musste im abgelaufenen Halbjahr einen Umsatzrueckgang von 21 Prozent auf nurmehr 18,8 Millionen Pfund hinnehmen. Die deutsche Niederlassung erzielte in diesem Zeitraum bei Einnahmen in Hoehe von 424 000 Pfund einen Verlust von 238 000 Pfund. Als Folge davon wurde die deutsche Niederlassung in Duesseldorf geschlossen.

Mit zwei neuen Divisionen, der Acorn Education und der Applied RISC Technology, versucht David Lee, der neue geschaeftsfuehrende Direktor der Group, zu retten, was zu retten ist. Fuer 56 Mitarbeiter in Cambridge kommt der Versuch allerdings zu spaet: Sie wurden entlassen.

Acorn Education soll das alte Kerngeschaeft - die Vermarktung der RISC-Rechner - uebernehmen und zusaetzlich veredelte Produkte fuer Schulen anbieten. In der Applied RISC Technology wurde das technische Personal zusammengefasst, das Applikationen entwickeln soll, die nichts mit Desktop-Rechnern zu tun haben. Mobilfunkgeraete, Spielerechner und PDAs alle mit RISC-Prozessoren von ARM sind hier die Zielmaerkte.

Investiert wurde im vergangenen Jahr in die Tochter Online Media Ltd., die Set-top-Boxen fuer Video on demand produziert. Prominenter Chairman von Online Media ist Olivettis Topmanager Elserino Piol. Nach seinem Dafuerhalten hat die Firma nur dann eine Ueberlebenschance, wenn es gelingt, fuer die zweite Generation der TV-Steuerungsrechner Partner zu finden, die den kommerziellen Nutzen der Entwicklung erkennen. Mit der amerikanischen Lightspan Partnership Inc. konnte ein erster Abnehmer gewonnen werden, der Set-top-Geraete fuer Multimedia-Programme im Ausbildungsbereich einsetzen will.

Einziger Lichtblick in der verkorksten Geschaeftsentwicklung war fuer die Acorn Computer Group die Beteiligung am Prozessorhersteller Advanced RISC Machines Ltd. (ARM). Dessen Verkaeufe steigerten sich im Halbjahr um 47 Prozent auf 4,2 Millionen Pfund, die Belegschaft verdoppelte sich.