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13.09.1991 - 

Reichart Metalle eröffnet neuen Betrieb

Deutsche Nokia steigt jetzt in das Recyclinggeschäft ein

PULHEIM (hp) - Umwelt ist medienwirksam. Deshalb bieten fast alle Hardwarehersteller Recyclingservice an. Einer der Vorreiter war die Nokia, die mit dem Pulheimer Unternehmen Reichart Metalle zusammenarbeitet.

Die Pulheimer eröffneten einen Betrieb, in dem jährlich 50 000 Einheiten zerlegt werden können. Reichart Metalle hat ein Patent für das Recycling der bis jetzt nur deponierbaren Bildschirmröhren angemeldet.

Zusammen mit Reichart Metalle entwickelte Nokia das Sieben-Fraktionen-Modell. Hierbei werden Bildschirme, Drucker und PCs in folgende Einzelteile zerlegt:

- Eisen- und Metallschrott,

- Technische Kunststoffe,

- Leiterplatten,

- Stecker und -verbindungen,

- Kabel,

- Batterien,

- Glas.

Durch die Handzerlegung versuchen die Unternehmen, eine möglichst hohe Sorten- und Artenreinheit der verschiedenen Materialien zu erreichen - die Voraussetzung für sinnvolles Recycling. Die einzelnen Stoffe kommen zur Wiederverwertung zu Spezialfirmen wie Metallhütten. Die Leiterplatten werden zum größten Teil in Recyclingfirmen geschmolzen und verbrannt. Der Kunststoff von Kabeln läßt sich für den Unterbau von Straßen und zur Produktion von Blumenkübeln einsetzen. Probleme bereiten noch die Batterien, die nur zum Teil aufbereitet werden. Der Großteil landet auf der Deponie. Auch die beschichteten Bildröhren bereiten größtenteils noch Kopfzerbrechen. Reichart Metalle hat verschiedene Vorgehensweisen getestet und jetzt ein Verfahren beim Patentanwalt vorgelegt.

Bis jetzt ist das Auseinanderbauen der Geräte und das Sortieren der verschiedenen Stoffe für die jeweilige Recyclingfirma noch recht mühsam. Das soll in Zukunft anders werden. "Wir müssen recyclinggerecht entwikkeln und produzieren. Ziel ist ein Computer, der hundertprozentig wiederverwertbar ist", meint Jürgen Olschewski, Geschäftsführer der Nokia Data GmbH. Dazu müßten Wissenschaft, Industrie, Gesetzgeber, Verbände und Kunden zusammenarbeiten. Dies bedeute auch, daß die technischen Hochschulen und Universitäten das Fach "Entfertigung" lehren. Aber das Thema Umwelt ist nicht nur werbeträchtig. "Im Bereich Recycling und Demontage ist auch finanziell einiges zu holen", erklärt Bundesumweltminister Klaus Töpfer.