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21.10.1983 - 

In Europa auf "Rang 13" mit nur 0,19 Prozent vom Bruttosozialprodukt:

Deutsche sehr sparsame Softwareverbraucher

HANNOVER (mer) - Mit einem Umsatz von knapp drei Milliarden Mark für DV-Dienstleistungen stand die Bundesrepublik im Jahr 1982 an dritter Stelle des europäischen Gesamtumsatzes. Gemessen am Bruttosozialprodukt rangierte Deutschland mit 0,19 Prozent jedoch nur auf Platz 13 vor Portugal. Dies geht aus einer Studie der amerikanischen Beratungsgesellschaft Quantum Science Corp. hervor, die 14 europäische Staaten unter die Lupe nahm.

Der Untersuchung zufolge ist die Bundesrepublik Deutschland auf den Gebieten Software, Rechenzentrumsservice und DV-Beratung fast als ein Entwicklungsland anzusehen. Frankreich hält mit 4,4 Milliarden Mark per annum weiterhin die Umsatzspitze. Das sind 21 Prozent des europäischen Gesamtumsatzes, der mit 21,6 Milliarden Mark 1982 eine neue Rekordmarke erreichte. Großbritannien steht mit 3,6 Milliarden Mark auf dem zweiten Rang der europäischen Umsatzhitliste, gefolgt von der Bundesrepublik mit 2,96 Milliarden Mark Umsatz.

Legt man jedoch eine andere Meßlatte an, nämlich das Umsatzverhältnisse zum Bruttosozialprodukt der einzelnen Länder, erfolgt eine Umkehr der Prioritäten. Deutschland liegt abgeschlagen an 13. Stelle, auch Umsatzführer Frankreich erreicht mit 0,32 Prozent nur den neunten Rang. Auf Platz Eins rangiert Dänemark mit 0,56 Prozent, gefolgt von Finnland (0,5 Prozent), Norwegen (0,46 Prozent) und der Schweiz (0,42 Prozent) Umsatz.

Nur vier deutsche Unternehmen verzeichnet die Studie, die von der European Computing Services Association (ECSA) in Auftrag gegeben wurde, unter den 50 umsatzstärksten europäischen Betrieben für Software und DV-Service.

Die Datev aus Nürnberg erscheint mit rund 245 Millionen Mark Umsatz hinter vier französischen Firmen an neunter Stelle der europäischen Rangliste. Zirka 136 Millionen Mark langten der Taylorix aus Stuttgart zum 22. Platz, die Software AG aus Darmstadt landete mit etwa 109 Millionen Mark auf Rang 27.

Den Löwenanteil am deutschen Umsatz erbrachten 1982 die Softwareprodukte mit rund 758 Millionen Mark; der Zuwachs für das laufende Jahr wird auf zirka 20 Prozent geschätzt. Etwa 445 Millionen Mark wurden mit Turnkey-Lösungen erzielt.

Die im internationalen Vergleich geringe deutsche Akzeptanz, die besonders in der Nutzung des DV-Service zum Ausdruck kommt, führt der Verband Deutscher Rechenzentren (VDRZ) aus Hannover, der die Studie in der Bundesrepublik vertreibt, unter anderem auf die vergleichsweise hohen Datenübertragungsgebühren zurück, die die Deutsche Bundespost erhebt.

Nach Auffassung der in Brüssel ansässigen ECSA ist in Zukunft mit einem durchschnittlichen Branchenwachstum von elf Prozent per annum zu rechnen. Die Hochrechnung für die deutschen Umsatzwerte im Jahr 1983 ergab eine Steigerung von 9,7 Prozent bei einer angenommenen 3,5prozentigen Inflationsrate.