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15.09.1995

Deutsche Softwarefirmen hoffen auf zehn Prozent mehr Umsatz IT-Industrieverbaende zeigen sich nun vorsichtig optimistisch

BAD HOMBURG (ls) - Die Dachverbaende der deutschen Software- und IT-Dienstleistungsanbieter erwarten fuer 1995 und die naechsten Jahre ein knapp zweistelliges Umsatzwachstum der Branche. Allerdings muessten die Unternehmen ihre Staerken im internationalen Vergleich ausbauen.

"Unsere Branche braucht nicht zu stoehnen", erklaerte Gerhard Joerg, Praesident des Bundesverbandes Informationstechnologien (BVIT), am Rande des fuenften deutschen Softwaretages in Bad Homburg. "Es stuende den Unternehmen gut zu Gesicht, den Kopf aus dem Sand zu ziehen und die Nase in den Wind zu halten."

Der BVIT und der Bundesverband Informations- und Kommunikationssysteme (BVB) erwarten fuer 1995 und die folgenden Jahre jeweils ein Umsatzwachstum von zehn Prozent oder mehr. Insbesondere im Projektgeschaeft liegen laut Joerg die Auftragszahlen der ersten sechs Monate des laufenden Jahres deutlich ueber denen des Vorjahres. Auch in den Bereichen Standard- und Kommunikationssoftware zeichne sich ein ueberdurchschnittliches Wachstum ab.

Staerken der rund 4500 deutschen Software-Anbieter und IT- Dienstleister seien praktikable Loesungen fuer professionelle Anwender und der hohe Qualitaetsstandard. Um gegen die zunehmende internationale Konkurrenz auf dem deutschen Markt bestehen zu koennen, muessten sich die hiesigen Firmen "frueher und intensiver mit den Veraenderungen des Marktes auseinandersetzen". Als zukunftstraechtige neue Marktsegmente nannte Joerg Middleware, Kommunikationssoftware, Multimedia und die Verbesserung der Geschaeftsprozesse bei Anwenderunternehmen. Zudem sei es notwendig, die Entwicklungsverfahren zu verbessern und systemunabhaengiger zu werden.

Banken in der Kritik: zuwenig Risikokapital

"Einzelkaempfer und Nischen-Player", so Joerg, haben es kuenftig schwer. Auch wenn die Branche im vergangenen Jahr 25,6 Milliarden Mark umgesetzt habe und Deutschland mit mehr als 25 Prozent des Gesamtvolumens der groesste Softwarebinnenmarkt in der EU sei, sollten die Anbieter "ueber die Grenzen schauen". Sie sollten "Partnerschaften im Sinne strategischer Allianzen, Fusionen und Akquisitionen auch im Ausland" anstreben.

Als grosses Hindernis fuer eine erfolgreiche Entwicklung der kleinen und mittelstaendischen Softwarehaeuser bezeichnete der BVIT- Praesident die kaum vorhandene Bereitschaft der "konservativen Verantwortlichen in den Banken", kleinen und jungen Softwarefirmen ausreichend Risikokapital zur Verfuegung zu stellen. Diese Kritik war auch vom BVB-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Laidig zu hoeren. Er forderte vom Gesetzgeber eine steuerliche Beguenstigung der Gewinne aus Risikokapital nach US-amerikanischem Vorbild.

Laidig meinte, die deutsche DV-Industrie habe "bei der Hardware die Schlacht verloren, aber bei der Software noch eine Chance". Es sei wichtig, dass die Anbieter internationaler agierten, weil der deutsche Markt letztlich nur acht Prozent des DV-Weltmarktes ausmache.

Hiesige Softwarefirmen sollten sich schneller auf technologische Veraenderungen einstellen, neue Methoden der Software-Entwicklung nutzen und kompetente Loesungen fuer neue Maerkte entwickeln. Ein vielversprechendes Feld fuer Softwarefirmen und IT-Dienstleister eroeffne sich durch das Business Process Re-engineering in zahlreichen deutschen Unternehmen.

Hinsichtlich ihres technischen Know-hows braeuchten deutsche Softwarefirmen internationale Konkurrenz nicht zu scheuen, stellte BVIT-Sprecher Alexander Bojanowsky fest. Die DV-Unternehmen seien aber entwicklungslastig. Waehrend in den USA auf jeden Dollar Investition in die Entwicklung zwoelf Dollar in das Marketing gingen, kaemen hierzulande allenfalls zwei Mark fuer das Marketing auf eine Mark fuer die Entwicklung.