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22.09.2000 - 

Enterprise Application Integration

Deutsche Softwerker können mit amerikanischen Firmen mithalten

MÜNCHEN (CW) - Mit Produkten für die Enterprise Application Integration (EAI) soll sich der Aufwand für die Verknüpfung unterschiedlicher Anwendungen senken lassen. Über ausgereifte Produkte und guten Service verfügen laut Richard Nußdorfer* eine Reihe deutscher Anbieter.

Das Thema EAI wird derzeit heiß diskutiert. In dieser Kategorie entstehen immer mehr Produkte, und hiesige Anbieter brauchen sich vor den Leistungen US-amerikanischer Softwareschmieden nicht zu verstecken. Nur die Fähigkeit, gute Produkte und Services auch zu vermarkten, sollte verbessert werden.

Die deutschen EAI-Hersteller haben einiges zu bieten:

-Die angebotenen Lösungen entsprechen modernen Designüberlegungen;

-die Funktionalität reicht für die üblichen Projekte aus;

-im Vordergrund steht die Integration von Geschäftsprozessen über Anwendungsgrenzen, wobei das Daten-Mapping eingeschlossen ist;

-Entwicklungsteams und Service vor Ort: die Gesprächspartner stehen in örtlicher Nähe zur Verfügung und können bei Bedarf rasch und unbürokratisch reagieren;

-Service vor Ort: Auch der tägliche Service lässt sich durch die örtliche Nähe und die gleiche Sprache gut organisieren.

Probleme haben deutsche Hersteller auf der strategischen Seite, das heißt, sich richtig zu positionieren. Zukunftssicherheit, Kraft zur Weiterentwicklung, Marktanteile etc. sind Kriterien, die bei jeder Ausschreibung neu diskutiert werden.

Die Anforderungen der Anwendungsverknüpfung sind in Europa anders als in den USA: Welcher Anwender hat hier schon die Pakete im Einsatz, für die es Standard-Konnectoren der US-Anbieter gibt? Hierzulande laufen außer der Standardsoftware von SAP und Baan überwiegend selbstgeschriebene Anwendungen, die es zu verbinden gilt. Das heißt für jeden Hersteller, dass er individuell Programme erstellen muss - ein Standardadapter reicht nicht aus.

Bedingt durch die große Zahl von E-Business-Projekten, die derzeit hierzulande aus dem Boden schießen, gewinnt das Thema EAI an Bedeutung. Um E-Business vom Verkaufspunkt über die Produktion bis hin zur Beschaffung durchgängig zu organisieren, müssen Host-Anwendungen Web-fähig gemacht, ERP-Backbone-Systeme integriert sowie Kunden- und Lieferketten-Management-Lösungen angebunden werden.

Die Schwerpunkte und Lösungsansätze der deutschen EAI-Anbieter sind im Detail allerdings sehr verschieden. Fujitsu-Siemens Computers (FSC) beispielsweise bietet mit seiner Suite "Open Seas" ein Softwareprodukt an, das es Unternehmen ermöglichen soll, bestehende Anwendungen "modernisiert" ins Web zu bringen. Ferner lassen sich damit unterschiedliche Anwendungen zu einem neuen System zusammensetzen, um neue Geschäftsprozesse durchgängig zu unterstützen. Die Suite bietet weiterhin die Möglichkeit, neue Anwendungen sowohl komponentenbasiert als auch mit herkömmlichen Techniken zu entwickeln.

Mit "Tamino" als XML-Datenbank und "Entire-X" als Middleware bietet die Software AG im EAI-Umfeld zwei Basiskomponenten an, die für EAI-Lösungen wichtig sind. Zurzeit entwickelt der Hersteller im Rahmen von SAP SI, einem Gemeinschaftsunternehmen von SAP und SAG, an "Business X", einem Tool, das vollständig auf Tamino fußt. Es soll den Übergang von EDI in die B-to-B-Welt erlauben. Systeme wie ERP-, CRM- oder SCM-Pakete können mit Business X miteinander kommunizieren.

Der "Business Integration Server" von Seeburger ermöglicht eine rasche Integration von Anwendungen sowohl unternehmensintern (EAI) als auch unternehmensübergreifend (EDI/Web-EDI/E-Business-Applications). Die Lösungen integrieren isoliert ablaufende interne Inselanwendungen. Kunden und Lieferanten werden bei hohem Datenvolu-men via EDI gekoppelt, bei kleinerem oder sporadischem Datenvolumen erfolgt die Integration mit den Web-EDI-Lösungen. Zu allen bekannten E-Commerce-, E-Procurement-, Marktplatz- und ERP-Anbietern stehen Connectoren zum Datenaustausch bereit.

Die "Jardix Integration Suite" des gleichnamigen Herstellers ermöglicht die Integration von Softwarekomponenten wie E-Commerce, CRM, SCM und ERP mit einer Reihe von individuellen oder branchenspezifischen Lösungen. Dadurch können auch Unternehmen, die dem Mittelstand zuzurechnen sind, von den Vorteilen einer modernen Integrationsarchitektur profitieren. Durch einfache Modellierung der Integrationsprozesse werden die knappen IT-Ressourcen effizient und damit kostengünstig eingesetzt.

Mit der Score Integration Suite lassen sich laut Anbieter Delta Software "Adaptive Frameworks" generieren, damit die zu integrierenden Anwendungen in allen modernen Middleware- und Verteilungsumgebungen (von OLTP, ORB, MQS bis zu Komponentenmodellen) lauffähig sind. Es ist gleichgültig, wie die Komponenten physisch oder logisch im System verteilt sind. Eine Neugenerierung reicht aus, um die zu einem bestimmten Zeitpunkt existierende Verteilung zu ändern und an neue Anforderungen anzupassen.

Die EAI-Plattform "Dynamx Competence Suite" von Dignos EDV GmbH integriert Applikationen auf Geschäftsprozessebene. Alleinstellungsmerkmal ist die zusätzliche Fähigkeit, produktabhängige Prozessteile nicht nur in Abläufen, sondern alternativ in Produktstrukturen zu hinterlegen. Damit bietet die Plattform einen bisher nicht gekannten Flexibilisierungsgrad. Der dafür zuständige Produkt-Server lässt sich auch unabhängig von den übrigen Komponenten einsetzen.

Das offene, XML- und komponentenbasierte System arbeitet in seiner Architektur mit verteilbaren, skalierbaren Services. Die EAI-Plattform bietet zusätzlich die Möglichkeit, die übergreifenden Geschäftsprozesse durch Dialoge per Definition zu ergänzen.

Die deutsche EAI-Szene ist gegenüber den US-Anbietern durchaus wettbewerbsfähig. Die Seeburger AG verfügt in einigen Punkten sogar über einen klaren Vorsprung, wie die Vielzahl der Projekte im EAI-Umfeld zeigen. Know-how und Engagement ist mehr als genügend vorhanden, und das Beispiel der Jardix AG als Startup-Unternehmen aus Halle zeigt, wie der EAI-Markt erobert werden kann. Praxiserprobte Produkte von Delta Software haben Zuverlässigkeit und Tauglichkeit der Generatortechnologie schon in zahlreichen Großprojekten unter Beweis gestellt, und auch Dignos bietet praxiserprobte Flexibilisierung für neue EAI-Anforderungen.

*Richard Nußdorfer ist Geschäftsführer der CSA Consulting GmbH in München.

EAI-ForumEnterprise Application Integration (EAI) ist ein wichtiges Thema für IT-Abteilungen, denn die Integration unterschiedlichster Anwendungen gehört dort zur Tagesordnung. Das Thema wird Marketing-mäßig derzeit allerdings stark von US-amerikanischen Anbietern besetzt. Doch aufgrund ihrer guten Marktkenntnisse (Mentalität) und Servicestrukturen sowie Referenzen bieten hiesige Anbieter konkurrenzfähige Lösungen an.

Die COMPUTERWOCHE hat auf ihrer Homepage (www.computerwoche.de) ein Forum zum Thema EAI eingerichtet. Dort sind die wichtigsten Architekturen der führenden Anbieter beschrieben. Zudem stehen in einem interaktiven Ratgeber Fachleute mit Rat und Tat zur Seite.