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26.11.1999 - 

Sieben Milliarden Mark Umsatzeinbußen in Deutschland

Deutsche Telekom strickt an neuer internationaler Aufstellung

MÜNCHEN (CW) - Die Deutsche Telekom faßt in Frankreich Fuß. Der Carrier übernimmt den französischen Festnetzbetreiber Siris. Außerdem werden erneut Gerüchte laut, die Bonner wollten sich den britischen TK-Konzern Cable & Wireless einverleiben.

Die Telekom hat sich für teures Geld in den Heimatmarkt des Erzrivalen France Télécom eingekauft. Rund 1,3 Milliarden Mark muß Ron Sommer an das Unisource-Konsortium für Siris überweisen. Der Kaufpreis liegt damit über dem von Experten geschätzten Wert von knapp einer Milliarde Mark.

Siris betreibt in Frankreich ein 2000 Kilometer langes Glasfasernetz, das die größten Städte verbindet, und betreut derzeit rund zwei Millionen Geschäftskunden. Nach France Télécom und Vivendi ist Siris damit der drittgrößte Anbieter in der Grande Nation. Gemessen an den beiden Konkurrenten nimmt sich der Marktanteil jedoch noch bescheiden aus.

Steht Cable & Wireless auf der Wunschliste?

Dennoch gibt der Deal Sinn. Siris verfügt in dem Nachbarstaat über eine Komplettlizenz zum Ausbau eines nationalen Festnetzes sowie der Ortsnetze. In Frankreich sind solche Genehmigungen nur sehr schwer zu bekommen. Wie die Telekom mitteilte, wird sie unverzüglich in die Erweiterung des Netzwerkes investieren. Es soll auf 5000 Kilometer verlängert werden. Außerdem wollen die Deutschen 100 weitere Mitarbeiter einstellen und im kommenden Jahr bereits einen Umsatz von knapp 500 Millionen Mark erwirtschaften.

Nach dem Bruch zwischen der Telekom und France Télécom ist der Schritt nach Frankreich für die Deutschen von besonderer Brisanz, um im internationalen Geschäft eine Lücke zu schließen. Die Telekom steht derzeit außerdem in Verhandlungen mit dem französischen Mobilfunkbetreiber Bouygues Télécom, um auch dieses Marktsegment links des Rheins zu besetzen. Konkurrent France Télécom hat sich mittlerweile bei E-Plus eingekauft. Außerdem wird darüber spekuliert, daß die Franzosen im Falle einer Übernahme von Mannesmann durch Vodafone den Zuschlag für die Festnetztochter Mannesmann Arcor erhalten.

In Sachen Fusionen schießen unterdessen die Spekulationen weiter ins Kraut. Die britische Sonntagszeitung "Sunday Business" hatte berichtet, daß die Telekom Cable & Wireless ein freundliches Übernahmeangebot unterbreitet haben soll. Die Briten sind für die Deutschen von Interesse, weil sie in über 50 Ländern TK-Beteiligungen haben und über ein internationales Internet-Backbone verfügen.

Gerüchte über einen Zusammenschluß der Telekom mit dem Londoner Konzern hatte es schon öfter gegeben, zuletzt im Januar dieses Jahres. Allerdings dürfte der Kampf um das Unternehmen von der Insel schwer werden, denn auch andere Carrier, darunter France Télécom, SBC und Bell Atlantic, sollen Interesse an Cable & Wireless signalisiert haben. Ein Sprecher der Telekom wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen.

Während Telekom-Chef Ron Sommer fieberhaft versucht, mit seinem Unternehmen international wieder Anschluß zu finden, muß der Riese in Deutschland Federn lassen. Gegenüber dem "Handelsblatt" räumte Sommer ein, daß der Konzern in diesem Jahr im nationalen Festnetzgeschäft mit einer Umsatzeinbuße von sieben Milliarden Mark rechne. Verantwortlich dafür seien der zunehmende Wettbewerb sowie die Preissenkungen des Unternehmens.