Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.02.1998 - 

Erste wissenschaftliche Analyse betrieblicher Web-Nutzung

Deutsche Unternehmen schöpfen Internet-Potential nicht aus

Zum ersten Mal sollte mit der im Sommer 1997 auf elektronischem Weg durchgeführten Umfrage eine differenzierte Bestandsaufnahme der betrieblichen Internet-Nutzung in Deutschland erstellt werden. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Nutzeffekte, Erfolgsfaktoren, Kosten und Organisationsprobleme. Insgesamt 489 Rückmeldungen (8,15 Prozent der angeschriebenen 6000 Unternehmen) konnten ausgewertet werden.

Das größte Interesse zeigten kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten (57,9 Prozent) und Firmen mit 101 bis 500 Angestellten (24,3 Prozent). Der mit 7,3 Prozent sehr geringe Anteil ostdeutscher Unternehmen läßt nach Meinung der Autoren auf eine geringe Investitionsbereitschaft im Bereich Internet in den neuen Bundesländern schließen.

Informationsaustausch steht an erster Stelle

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Unternehmen sich bislang auf eine bloße Bereitstellung oder Nachfrage von Informationen beschränkt, werden durchaus positive Nutzeffekte registriert. Fast 70 Prozent gaben eine Verbesserung des Image zu Protokoll. Besserer Kundenservice, Gewinnung von Geschäftspartnern, Erschließung neuer Märkte und Vereinfachung von Arbeitsabläufen sind weitere wichtige Punkte, die der Nutzung des Internet zugute gehalten werden.

Die Wirtschaftszahlen in Mark und Pfennig sind allerdings recht bescheiden: Nur ein Fünftel aller Antwortenden konnte beispielsweise auf direkte Umsatzsteigerungen durch den Online-Auftritt verweisen. Kein Wunder, wenn Produkte in erster Linie elektronisch präsentiert, aber nicht auch bestellt werden können. Zudem sind elektronische Zahlungsmittel kaum gebräuchlich - an erster Stelle steht nach wie vor die konventionelle Zahlung auf Rechnung.

Von allen Unternehmen, die auf die Frage nach den laufenden Kosten für den Betrieb ihrer Web-Zweigstelle antworteten, geben beinahe 60 Prozent lediglich 1000 Mark oder weniger im Monat aus. Über die Hälfte hat für den Einstieg nicht mehr als 10000 Mark bezahlt. Konzeption und Administration erfolgen ebenfalls überwiegend in Eigenregie.

Vielschichtige Probleme halten die Unternehmen hierzulande von einem aktiveren Online-Engagement ab, so lautet eine Kernaussage der Untersuchung. Oftmals klappt das Zusammenspiel der beteiligten Ebenen innerhalb des Unternehmens nicht reibungslos. Konzeption, Abstimmung und Zuständigkeiten sind mangelhaft organisiert. Über die Zielgruppen und die Akzeptanz des Mediums herrscht große Unsicherheit. Die Qualifikation der Mitarbeiter kann zudem häufig nicht mit der Entwicklung Schritt halten. Viele Unternehmen äußerten sich unzufrieden mit der Leistung ihrer Provider. Überlastung, hohe Kosten, schwacher Service und umständlicher Zugriff auf die Server werden bemängelt. Dem schließt sich eine Kritik an der Bandbreite des Internet und der Abhängigkeit von den technischen Gegebenheiten an. Langsame Übertragungsraten sorgten für hohe Telefonkosten und Verbindungsstörungen für Verärgerung.