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17.03.2000 - 

Netzzugang und Anwendungen von einem Anbieter

Deutscher ASP Einsteinet will im August an den Start gehen

MÜNCHEN (fn) - Bisher war vom Application Service Providing vor allem in der Theorie die Rede. Nun macht die Hamburger Startup-Company Einsteinet AG ernst: Ab August 2000 möchte der Provider Firmenkunden ASP-, Sprach- und Datendienste anbieten.

Einsteinet wurde mit dem Ziel gegründet, auf Anhieb zu einem der führenden Application Service Provider (ASP) für mittelständische Firmen zu werden. Hauptinvestoren der Mitte 1999 entstandenen Firma sind das Investmenthaus Goldman Sachs sowie der Firmengründer Martin Varsavsky, der bereits eine Reihe von Unternehmen startete, darunter die amerikanische Telekommunikationsfirma Viatel. Nach Unternehmensangaben verfügt Einsteinet über ein Startkapital von 300 Millionen Euro. Mittelfristig ist ein Gang an die Börse geplant.

Die Firma versteht sich als "Vollsortimenter" im ASP-Umfeld: Von den Elmshornern erhalten Kunden einen Anschluss über das hauseigene Glasfasernetz und können aus einem Serviceangebot bestehend aus Sprach-, Daten- und Internet-Diensten sowie aus Anwendungen wählen. Darüber hinaus bietet der Provider Beratung, Planung, Training und Support an. Somit müsse sich der Kunde im Falle einer Störung nur an den ASP wenden, argumentiert der Diensteanbieter. Dies böte Vorteile gegenüber Wettbewerbern, die Infrastrukturservices von einem Drittunternehmen beziehen. Allerdings hängt die Servicequalität damit auch von einem einzigen Provider ab.

Einsteinet will sein Netz so ausbauen, dass die Kundschaft in 50 deutschen Städten einen direkten Anschluß an das eigene Backbone erhält. Dort wo noch kein Glasfaserkabel verlegt wurde, erhalten die Firmenkunden übergangsweise kostenlos eine Anbindung via Synchronous Digital Subscriber Line (SDSL) über das Kupferkabel. Sämtliche IT-Dienstleistungen mietet der Abnehmer bei Einsteinet und zahlt dafür eine Monatsgebühr.

250 Millionen Mark investierenVom Netzwerkspezialisten Nortel Networks lässt sich der Provider Rechenzentren in Hamburg und Frankfurt am Main einrichten. Den Betrieb der Data-Center übernimmt Nortel ebenfalls. Einsteinet plant eine enorme Summe in das hierzulande noch junge ASP-Geschäft zu investieren: Nach Angaben des Vorstands Wilfried Teckentrup fließen allein 150 Millionen Mark in das Rechenzentrum in Hamburg. Ferner beabsichtigt der Provider, bis 2002 etwa 250 Millionen Mark in seine Infrastruktur zu stecken.

Vermieten wird die Startup-Company zunächst die Softwareprodukte "Office" und "Exchange Server" von Microsoft. Dabei erwirbt der ASP laut Teckentrup die Lizenzen nicht, sondern mietet sie beim Hersteller und tritt gegenüber dem Endkunden quasi als Untervermieter auf.

Sowohl die Client- als auch die Server-Software laufen auf den Systemen im Rechenzentrum des Providers. Über die "Metaframe"-Software von Citrix erhält der Enduser zwar seine gewohnte Windows-Umgebung, doch werden, wie bei einem Terminal, nur Bildschirminhalte, Tastatureingaben und Mausklicks über das Netz transportiert. Allerdings eignet sich dieses Konzept nicht für jede Art von Programm: Beim Bearbeiten aufwendiger Grafiken oder CAD wird das Citrix-Konzept schnell zur Geduldsprobe. Laut Einsteinet werden neben Microsoft weitere Softwarepartner unter Vertrag genommen. Verhandlungen mit den Herstellern SAP, Peoplesoft und Lotus laufen bereits.