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07.07.2000 - 

Studie von Pricewaterhouse-Coopers

Deutscher Internet-Branche droht die Götterdämmerung

MÜNCHEN (CW) - Folgt ähnlich wie in den USA nun auch in Deutschland dem Hype die Ernüchterung? Diese von vielen Experten schon länger geäußerte Vermutung scheint jetzt Realität zu werden. Nach einer Prognose der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers dürften mehr als ein Drittel aller hiesigen börsennotierten Internet-Firmen die kommenden drei Jahre nicht überleben.

Richtig überrascht hat die vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitierte und bis dato unveröffentlichte Studie von Pricewaterhouse-Coopers niemanden. Schon seit Monaten kursieren in Branchen- und Bankkreisen Gerüchte, wonach einige "schwarze Schafe" am Neuen Markt finanziell auf Dauer keine Überlebenschance haben werden. Hinter vorgehaltener Hand werden auch rund ein Dutzend Namen genannt, doch offiziell hat sich bisher niemand aus der Deckung gewagt. Für entsprechendes Aufsehen sorgten in den letzten Wochen lediglich personelle Wechsel in den Vorständen einiger Firmen - unter anderem bei CPU, Emprise, Prodacta und Utimaco Safeware. Doch diese Companies konnten mit dem Austausch des Vorstandssprechers zunächst auch eine mehr oder weniger schlüssige neue Business-Strategie präsentieren.

Unabhängig davon dürfte es laut Studie von Pricewaterhouse-Coopers mittelfristig zu einem kräftigen Shakeout kommen. Die Wirtschaftsprüfer haben dem Vernehmen nach 56 der am Neuen Markt gelisteten Internet-Firmen unter die Lupe genommen. Untersucht worden seien drei Unternehmen aus dem Bereich Suchmaschinen, sieben Infrastruktur-Dienstleister, acht Multimedia-Agenturen, 17 E-Commerce-Anbieter sowie 20 Softwarefirmen. Mindestens 20 von ihnen droht angeblich binnen der kommenden drei Jahre die Pleite. Vor allem den einschlägigen Softwareanbietern machten aufgrund der nationalen wie internationalen Konkurrenz der Vertriebsaufbau und die teure Erschließung neuer Märkte schwer zu schaffen. Bei vier Companies gehen die Experten sogar davon aus, dass die so genannte Burn Rate, also die Zeitspanne, in der das durch den Börsengang angesammelte Kapital "verbrannt" sein dürfte, nur noch maximal sechs Monate beträgt.