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12.04.1985 - 

BRD-Dienstleistungen europaweit auf dem zweiten Rang:

Deutscher Softwaremarkt mit speziellem Flair

HAMBURG (CW) - Bei Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung hält die BRD im europäischen Gerangel mit rund 20 Prozent den zweiten Platz. Gleichwohl zeichnet sich der deutsche Markt durch einige Besonderheiten aus, wie die Hamburger GMO Gesellschaft für moderne Organisationsverfahren mbH & Co bei Kundenrecherchen jetzt feststellen konnte.

In Deutschland setzen heute rund eine viertel Million Unternehmen die elektronische Datenverarbeitung ein. Bis 1987 wird diese Zahl auf etwa 400 000 gestiegen sein.

Die Struktur der Ausgaben für Software hängt stark von der Größenordnung des Unternehmens ab. So geben kleine Unternehmen 66 Prozent des Gesamtetats für Softwarepakete aus, während Großanwender 73 Prozent der Gesamtaufwendungen für individuelle Softwareentwicklung sowie Beratung und Schulung bezahlen.

Analysiert man die Branche der Anbieter von Informationsverarbeitungs-Dienstleistungen, so gibt es die unterschiedlichsten Unternehmen: Hardwarehersteller, Softwarelieferanten, Systemhäuser, Rechenzentren, Unternehmensberatungen sowie diverse Mischformen. Allein auf dem Sektor der Kleinanbieter existieren in Deutschland 1500 Programmierbüros, die im Schnitt jedoch nicht mehr als eine Million Mark Umsatz erzielen.

Weiterhin bieten rund 500 Unternehmensberatungen ihre Dienste an, von denen jedoch nur ein Dutzend in der Lage sind, 20 Millionen Mark oder mehr umzusetzen

Als Richtgröße für die internationalen als auch nationalen Steigerungsraten im Softwaregeschäft prognostizieren die maßgeblichen Marktforscher ein jährliches Wachstum von 20 Prozent.

Doch speziell dem deutschen Markt scheint ein besonderer Hauch von Exklusivität anzuhaften: Verteilte Wirtschaftsräume lassen eine zentrale Strategie im Hinblick auf Leistungsausrichtung, Verkauf und Betreuung kaum zu.

Marktbeherrschende Anbieter von Informationsverarbeitungs-Dienstleistungen gibt es nicht; der Markt ist im Gegenteil stark frequentiert. Von den insgesamt fast 3000 Anbietern können nur 20 für sich in Anspruch nehmen, über das nötige Potential einer langfristigen Marktpenetration zu verfügen.

Dabei ist wohl die Tatsache international gesehen einmalig, daß innerhalb dieser Gruppe bis heute weder Zusammenschlüsse noch Besitzwechsel stattgefunden haben. Darüber hinaus ist auch keine bedeutende Neugründung in den letzten zehn Jahren erfolgt.

Deutsche Anbieter haben international nur eine geringe Bedeutung, was wohl an mangelnder Mobilität, sprachlichen Problemen sowie der starken Konkurrenz amerikanischer, englischer und französischer Unternehmen liegen mag. Andererseits dürfte auch die finanzielle Kraft der meisten nicht ausreichen, eine internationale Strategie zum Erfolg zu führen.

Internationale große Anbieter sind in der Bundesrepublik ohne Bedeutung. Niederlassungen dieser Unternehmen konnten im Vergleich zu den meisten anderen Ländern in Deutschland bisher nicht Fuß fassen.

Die Finanzierung von Know-how ist in der Bundesrepublik schwierig. Software ist kein materielles Anlagevermögen und damit nicht beleihbar; Bemühungen um neue Finanzierungsformen (zum Beispiel Risikokapital) sind erst in den Anfängen.