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09.12.1998 - 

Thema der Woche/Studien von der Gartner Group und von Cap Gemini

Deutschland hinkt bei Bewältigung des Jahr-2000-Problems hinterher

MÜNCHEN (jm) - Ein düsteres Bild zeichnen Studien der Gartner Group und von Cap Gemini vom Stand der Jahr-2000-Umstellungsarbeiten in Deutschland.

In einer Expertenanhörung vor dem US-Senat am 7. Oktober 1998 legte Lou Marcoccio von der Gartner Group beunruhigende Daten vor: 23 Prozent aller weltweit untersuchten 15 000 Unternehmen und Regierungsbehörden in 87 Ländern haben überhaupt noch keine Jahr-2000-Aktivitäten entfaltet. Über vier Fünftel hiervon sind "kleine" Unternehmen mit weniger als 2000 Mitarbeitern. Großkonzerne dürften, so Gartner, mit dem Y2K die geringsten Probleme bekommen.

Die Berater prognostizieren, daß 30 bis 50 Prozent der befragten Unternehmen und Regierungsbehörden im ersten Quartal 2000 Probleme mit geschäftskritischen (mission-critical) Systemen durchleiden werden. Als "mission-critical" definiert Gartner fünf mögliche Folgen von Problemen, die aus Y2K-Havarien resultieren: die vorübergehende Stillegung gesamter Firmen, ihrer Produktion oder das Ausbleiben von Warenlieferungen; die Gesundheitsgefährdung für Menschen; erhebliche Umsatzrückgänge; signifikante Kosten, die durch Y2K-indizierte Prozesse entstehen, und schließlich eine erhebliche Reduzierung der Kundenbasis.

Gartner stellte auch einen Ländervergleich an: Auf einer Risikoskala von eins bis vier ordneten die Analysten Deutschland in die zweithöchste Gefährdungsstufe mit Ländern wie Armenien, der Tschechischen Republik, Guatemala, Kenia und Nordkorea ein. Danach werden 50 Prozent aller Unternehmen wegen Y2K-Problemen Ausfälle erleiden. Von der COMPUTERWOCHE auf diese ernüchternde Bilanz angesprochen, schmetterte ein Vertreter des momentan für die Y2K-Koordination zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums die Gartner-Studie als methodisch unhaltbar ab.

Er verwies auf eine aktuelle Untersuchung von Cap Gemini, die Deutschland große Fortschritte in Sachen Jahr-2000-Fitneß attestiert. Doch Cap Geminis "Millennium Index" hat einen Haken: Er weist nur aus, wieviel Geld insgesamt und in Prozent der jährlichen IT-Gesamtinvestitionen ein Land bislang für die Y2K-Problembereinigung ausgegeben hat. Wie erfolgreich die Y2K-Projekte dann verlaufen sind, sagt die Studie nicht. In Deutschland sei seit der letzten Veröffentlichung des "Millennium Index" im April 1998 erheblich investiert worden. Cap Gemini prophezeit aber in seiner aktuellen Erhebung vom November auch, daß zehn Prozent aller "Organisationen", also Unternehmen wie Behörden, nicht rechtzeitig zum 1. Januar 2000 alle notwendigen Schritte zur Y2K-Umstellung erledigt haben werden. Damit liegt Deutschland neben Großbritannien (13 Prozent) und den Niederlanden (19 Prozent) in der Spitzengruppe der Nachzügler.