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IBM spielt in allen Marktsegmenten eine dominante Rolle aber:


04.01.1985 - 

Deutschland im Ausbildungsbereich an erster Stelle

WIESBADEN (CW) - Nahezu 15 Milliarden Dollar wurden voraussichtlich 1984 im Bereich Software und Service europaweit umgesetzt. Dieser Betrag verteilt sich jedoch auf 15 verschiedene Länder. Die Marktauswertung der IDC Deutschland GmbH für 1983 steht dagegen jetzt fest.

Die Eurocast Studie "Software and Services Marketplace" der Wiesbadener Marktforscher ermöglicht einen Überblick über die Anbieter, die sich in Europa tummeln, aufgegliedert nach Ursprungsländern, Umsätzen und Marktanteilen. Als Anbieter sind danach zu verzeichnen: Hardwareanbieter, Systemhäuser, Unabhängige und Drittanbieter. Bei den Produktkategorien sind zu unterscheiden: Standardsoftware, Individualprogramme einschließlich Beratung, Training, Facilities Management und Processing Services.

Nicht weiter verwunderlich ist die dominante Rolle der IBM in allen Marktsegmenten. Einzige Ausnahme: Bei Individualsoftware belegt sie nach Bull erst Platz zwei. Während sich beim Softwareangebot der Hardwarehersteller (sowohl Standard als auch Individual) und im Ausbildungssektor gewisse oligopolistische Tendenzen ersehen lassen, sind die Drittanbieter sowie die unabhängigen Softwareanbieter auf einem eher atomistischen Markt tätig, was weitgehend auch für den Processing-Services-Markt zutrifft. Bemerkenswert ist bei den unabhängigen Softwareanbietern das Auftauchen einiger reiner Mikrosoftwarefirmen wie Microsoft, Visicorp oder Digital Research.

Betrachtet man einmal, aus welchen Ländern die Unternehmen stammen, welche die Spitzenpositionen besetzen, so sind die USA wie erwartet die Nummer eins ins Europa, gefolgt von Frankreich und der Bundesrepublik, wobei unser Nachbarstaat zwar nur leicht, aber dennoch deutlich in Führung liegt. Eine pauschale Rangordnung erscheint hierbei allerdings wenig sinnvoll, daher ist die Auflistung so differenziert dargestellt.

Auf den ersten Blick ist die Position Großbritanniens erstaunlich schwach. Ein entscheidender Grund hierfür dürfte die sehr starke US-Marktorientierung vieler englischer Firmen sein. Noch dürftiger sieht im Spiegel der 83er Zahlen der Anteil Italiens aus.

Die Unternehmen, die für Deutschland in den gezeigten Marktsegmenten führende Rollen übernehmen, sind Siemens im Software- und Ausbildungsbereich, Nixdorf im Ausbildungsbereich, die Datev im Heer der Drittanbieter einschließlich des Processing-Services-Marktes, und ADV/ Orga und SAP unter den unabhängigen Softwareanbietern.

Für Frankreich erfolgreich im Rennen sind: Bull im Software- und Ausbildungsbereich, SGS, Cap Gemini Sogetti, CSi und CiSi unter den Drittanbietern (CSi auch im Processing-Services-Markt) sowie bei den unabhängigen Softwareherstellern Sema, Steria, CGI und schließlich Thomson CSF.

An britischen Unternehmen sind vertreten: ICL bei Software und Ausbildung und Scicon INT. (umfaßt SCS in Deutschland, GFI in Frankreich und Scicon in Großbritannien) unter Drittanbietern.

Für Italien taucht nur ein einziger wichtiger Name im SW-Bereich auf, nämlich Olivetti.

Tabelle 5 gibt einen Überblick über die Volumen des Software- und Service-Marktes der einzelnen europäischen Staaten und differenziert zugleich zwischen den Umsätzen der Hardwarehersteller und Drittanbieter. Dabei ist unbedingt zu beachten, daß die Processing-Services-Umsätze der Hersteller nicht unter Hardwarehersteller gezählt sind, sondern unter Drittanbietern.

Der Vergleich der Länder zeigt denn auch auffällige Unterschiede. Werden in Deutschland immerhin annähernd 30 Prozent der Software und Services-Umsätze von Hardwareherstellern getätigt, so sind es in Frankreich nur ganze 17 Prozent. In dieser Beziehung stellt Frankreich eine Ausnahme dar: Bei den meisten anderen europäischen Staaten beanspruchen die Hardwarehersteller, wie in Deutschland, einen deutlich höheren Anteil, wie zum Beispiel 36 Prozent in Großbritannien. Dies erklärt auch die starke Position Frankreichs unter der Auflistung der Drittanbieter in Tabelle 3.

Besondere Beachtung verdient aber auch die Schweiz, die an immerhin siebenter Stelle der Gesamtumsätze steht und zum Beispiel ein doppelt so großer Markt ist wie Österreich.

Die größten Zuwachsraten bei Software und Services von Hardwareherstellern bis 1989 weisen Spanien, Portugal und Großbritannien mit durchschnittlich jährlich 32 Prozent auf (Deutschland 30 Prozent).

Während die obigen Zahlen für den Software- und Services-Markt gelten, zeigt die Tabelle 6 den Ausbildungssektor. Liegt Deutschland bei Software/Services auf Platz zwei nach Frankreich (Großbritannien ist an dritter Stelle), so sieht im Ausbildungsbereich die Reihenfolge deutlich anders aus: Deutschland, Großbritannien und schließlich Frankreich. Italien folgt in beiden Fällen auf Rang vier.

Den europäischen Zahlen schließen sich nun einige für Deutschland an. Tabelle 7 zeigt die im Jahre 1983 getätigten Umsätze im Software- und Services-Markt. Interessant ist der Vergleich mit den gesamteuropäischen Zahlen: Dabei zeigt sich zum Beispiel, daß Hardwarehersteller und unabhängige Softwareanbieter anteilsmäßig in Deutschland mit dem europäischen Durchschnitt mitwachsen, während die Systemhäuser immerhin jährlich durchschnittlich um zwei Prozent zurückbleiben. In den anderen Bereichen liegen die Zuwachsraten ebenfalls leicht unter denen unserer Nachbarn. Es gibt kein Segment, in dem Deutschland überproportional zulegt.

Hatte Deutschland 1983 - über alle Segmente gerechnet - noch einen Anteil am gesamteuropäischen Markt von 18,45 Prozent, so wird dieser bis 1989 nach IDC-Prognosen auf 18,99 Prozent angestiegen sein.