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08.05.2008

Deutschland Online setzt auf IPv6

Wegen knapper IPv4-Adressen geben Bund und EU jetzt Gas.

Während die boomenden Volkswirtschaften Asiens bereits seit Längerem ihre Netzinfrastrukturen vor dem Hintergrund der knappen IPv4-Adressen mit dem neuen Protokoll IPv6 aufbauten, schlief man in Europa den vermeintlichen Schlaf der Gerechten. IPv6 ist für uns kein Thema; wir vergeben IPv4-Adressen dynamisch; das ist nur etwas für Forscher und Akademiker - so oder ähnlich lauteten die Reaktionen, wenn Anwender auf das neue Internet-Protokoll angesprochen wurden. Und in der Tat, in Europa schienen sich nur Carrier und Service-Provider sowie einige Forscher im Rahmen von EU-Projekten mit IPv6 zu befassen.

Doch mit dem gemütlichen Leben in der IPv4-Welt scheint es jetzt vorbei zu sein, wie das Treffen der IP-Adress-Registry Réseaux IP Européens (RIPE) und die parallele Tagung des Deutschen IPv6-Rats am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam zeigten. So erklärte der IT-Direktor des Bundesinnenministeriums, dass eine bundesweite Bestandaufnahme der ITK-Technik die Verantwortlichen in Sachen Zukunftssicherheit etwas erschrecke. Gerade im Zusammenhang mit Deutschland Online und E-Government-Projekten wie der Behördennummer 115 sei die Einführung von IPv6 dringend notwendig. Auch bei der für 2010 geplanten Netzplattform für die Bundesverwaltung - sie soll den Informationsverbund Berlin-Bonn ablösen - soll IPv6 zum Einsatz kommen. Beide Projekte sieht man seitens der Politik als Signal für die deutschen Firmen, in Sachen IPv6 voranzugehen.

Dass sich deutsche Unternehmen bezüglich IPv6 schneller bewegen müssen, wenn sie im EU-Vergleich nicht ins Hintertreffen geraten wollen, zeigt sich eventuell bereits am 22. Mai. An diesem Tag will die EU-Kommission ihren IPv6-Aktionsplan veröffentlichen. Dieser sieht unter anderem wohl vor, bei IT-Projekten künftig die Verwendung von IPv6 vorzuschreiben. Klartext sprach auch EU-Kommissarin Viviane Reding auf dem Treffen des IPv6-Rates in Potsdam: "IPv4 ist eine Sackgasse." Erklärter Wille der Kommission ist es, bis 2010 die entscheidenden Schritte in die IPv6-Welt zu schaffen. Die hierzu empfohlenen Maßnahmen sollen am 22. Mai vorgestellt werden.

Ziel der EU ist, dass bis Ende 2010 25 Prozent der EU-Bürger ihre gewohnten Internet-Dienste per IPv6 nutzen können. Die plötzliche Eile der Europäer in Sachen IPv6 hat einen einfachen Hintergrund: Nach neuen Schätzungen ist der regionale IPv4-Adressvorrat spätestens 2011 verbraucht. (hi)