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Datamonitor: Noch hat England die Nase vorn, aber

Deutschland wird der größte Markt für multimediales Lernen

07.06.1996

Die Analysten des englischen Marktforschungsinstituts sind euphorisch bezüglich der künftigen Entwicklung des Marktes für multimediale Lernprogramme. Sie schöpfen diesen Optimismus aus der postiven Entwicklung des letzten Jahres. So soll der Umsatz von computerunterstützten Programmen von 1994 zu 1995 um 116 Prozent auf 280 Millionen Mark gestiegen sein.

Gegenwärtig ist England mit einem Marktanteil von 46 Prozent führend. Es folgt Deutschland mit 37 Prozent. Somit entfällt auf diese beiden Länder der Löwenanteil. Überraschend ist, wie wenig sich in den anderen europäischen Ländern in Sachen CBT tut. Laut Datamonitor hat Holland beispielsweise einen Marktanteil von fünf und Frankreich gar von drei Prozent. Auf den Rest Europas entfallen sieben Prozent.

Die Beobachter von der Insel begründen Englands Spitzenstellung mit der Ähnlichkeit zum amerikanischen Markt und der gleichen Sprache. Dies ermögliche US-Firmen in England leicht Fuß zu fassen.

Binnen zehn Jahren, so Datamonitor, werde der britische Anteil an dem dann 11,5-Milliarden-Markt auf 27 Prozent zurückgehen, der deutsche auf rund 40 Prozent anwachsen. 4,6 Milliarden Mark werden demnach im Jahre 2005 in Deutschland mit CBT-Anwendungen umgesetzt. Als Gründe für das steigende Wachstum des CBT-Marktes sieht Datamonitor vor allem die schnell wachsende Marktdurchdringung von CD-ROM-Laufwerken und Multimedia-PCs. Außerdem würden multimediale Lern- und Ausbildungstechnologien zunehmend in Branchen eingesetzt, in denen sie bislang nicht vorzufinden waren. Für die Spitzenposition Deutschlands im nächsten Jahrtausend hat Datamonitor eine einfache Erklärung. Das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union hat auch die meisten Arbeitsplätze, die zunehmend mit PCs ausgestattet werden, an denen künftig gelernt werde.

Denn die englischen Marktforscher sind überzeugt, daß sich multimediales Lernen auf Grund seiner Vorteile gegenüber der klassischen Wissensvermittlung flächendeckend durchsetzen wird. Zu offensichtlich seien die Vorteile dieser Lernform. In erster Linie werden Kosten- und Zeitersparnis genannt. Darüber hinaus würden Mitarbeiter, die mit CBTs arbeiten, sich die Inhalte besser merken, argumentiert Datamonitor weiter.

Trotz dieses rasanten Wachstums, das Datamonitor prognostiziert, sind deutsche, zumindest die bayerischen Unternehmen zurückhaltend, was den Einsatz von Lernprogrammen betrifft. In einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern unter mehr als 1000 Betrieben in der Region, gaben nur acht Prozent der Befragten an, daß sie CBTs einsetzen. Die Firmen würden nach wie vor die klassische Seminarform favorisieren, ergab die Studie.

Wenn die Unternehmen allerdings CBT einsetzen, bevorzugen sie Eigenentwicklungen. Immerhin 27 Prozent der Befragten gaben an, daß sie selbst Lernprogramme herstellen, und nur 14 Prozent greifen schwerpunktmäßig auf externe Produktionen zurück.